„Wir haben bereits erhebliche Zeit, personelle Ressourcen und finanzielle Mittel in die Untersuchungen investiert. Umso unverständlicher ist es, dass wir nicht frühzeitig über die Priorisierungsüberlegungen des Landes informiert wurden. Eine verlässliche Kommunikation ist bei Infrastrukturprojekten dieser Größenordnung unverzichtbar“, so Landrat Allgaier weiter.
Zukunft des Projekts gemeinsam bewerten
Seit 2017 sind für die Untersuchungen zur Reaktivierung der Bottwartalbahn rund 660.000 Euro an Kosten entstanden. Diese werden gemeinsam vom Landkreis Heilbronn einschließlich der Stadt Heilbronn, dem Landkreis Ludwigsburg und den beteiligten Bottwartalkommunen getragen. Neben der Machbarkeitsstudie wurden bereits weiterführende Untersuchungen beauftragt, die für die sogenannte Standardisierte Bewertung benötigt werden.
Derzeit laufen weitere Untersuchungen, die zur Vorbereitung der Standardisierten Bewertung notwendig sind. Da die gesamte Strecke betrachtet und die konkrete Trassenführung in beiden Landkreisen detailliert untersucht wird, sind weitere Abstimmungen und Prüfungen erforderlich. Zudem lässt die Stadt Heilbronn verschiedene innerstädtische Trassenvarianten untersuchen. Der Abschluss der Standardisierten Bewertung wird nach aktuellem Stand für Mitte 2027 erwartet.
„Wir sollten die bisherigen Arbeiten nicht vorschnell infrage stellen. Die Bottwartalbahn ist für die Mobilität in unserer Region ein wichtiges Zukunftsprojekt. Jetzt müssen wir gemeinsam mit unseren Partnern klären, welche Folgen die Entscheidung des Landes für die laufenden Untersuchungen hat und welche Möglichkeiten uns weiterhin offenstehen“, sagt Norbert Heuser, Landrat des Landkreises Heilbronn.
Perspektiven der Bottwartalbahn bleiben zu prüfen
Ob und in welchem Umfang die bisherigen Untersuchungsergebnisse bei einer späteren Neubewertung genutzt werden können, ist derzeit offen. Bei einer längeren Unterbrechung besteht das Risiko, dass sich Rahmenbedingungen verändern und Untersuchungen aktualisiert oder ergänzt werden müssen. Auch die Frage, ob eine Wiederaufnahme des Projekts in fünf Jahren realistisch ist, lässt sich aktuell nicht seriös beantworten.
Gespräche mit Projektpartnern geplant
Der Landkreis Ludwigsburg wird sich zeitnah mit den Projektpartnern über das weitere Vorgehen verständigen. Dazu gehören der Landkreis Heilbronn, die Stadt Heilbronn sowie die beteiligten Kommunen Marbach, Murr, Steinheim, Großbottwar und Oberstenfeld sowie Beilstein, Ilsfeld und Talheim im Landkreis Heilbronn.
Großbottwars Bürgermeister Ralf Zimmermann, unterstreicht die Bedeutung eines abgestimmten Vorgehens: „Die Entscheidung des Landes stellt uns vor Herausforderungen. Unser Ziel muss es sein, auf einer verlässlichen Grundlage über die nächsten Schritte zu entscheiden und die Perspektiven des Projekts sorgfältig auszuloten. Für mich ist die Entscheidung des Landes ein Auftrag an uns Kommunen: Nun die kommenden fünf Jahre intensiv zu nutzen und die Planungen endlich nach vorne zu bringen.“
Zum jetzigen Zeitpunkt sei es verfrüht, die Reaktivierung abzuschreiben. Zunächst müsse Klarheit über die Auswirkungen der Entscheidung geschaffen werden. Auf dieser Grundlage wollen die Projektpartner gemeinsam beraten, welche Handlungsmöglichkeiten bestehen und wie mit den bisherigen Planungen weiter verfahren werden kann. Über das weitere Vorgehen und die Ergebnisse der Gespräche mit den Projektpartnern wird der Landkreis Ludwigsburg die Öffentlichkeit zu gegebener Zeit informieren.