Inklusionskonferenzen
Seit 2016 finden im Landkreis Ludwigsburg regelmäßig Inklusionskonferenzen statt. Ihren Ursprung hat das Format in einem Modellprojekt aus dem Jahr 2016, auf das sich der Landkreis Ludwigsburg beim Land beworben hatte. Ziel war es, in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen Impulse für eine gelingende Inklusion zu setzen.
Über die Jahre haben sich die Inklusionskonferenzen zu einem festen Bestandteil entwickelt und dienen heute als Forum für den Dialog zwischen möglichst vielfältigen gesellschaftlichen Institutionen. Neben Vertreterinnen und Vertretern von Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen nehmen beispielsweise auch (Ober-)Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Kreistagsabgeordnete, Wohnungsbaugesellschaften, die IHK, soziale Einrichtungen, der ÖPNV, der Einzelhandel sowie viele weitere Akteure teil.
Nachfolgenden finden Sie die über die Jahre behandelten Schwerpunktthemen.
Dokumentationen der Inklusionskonferenzen
Landkreis Ludwigsburg rückt Behinderung und Migration in den Fokus
Mit mehr als 100 Gästen fand im Scala Ludwigsburg die zehnte Inklusionskonferenz des Landkreises statt. Unter dem Motto „Behinderung, Migration und Inklusion gemeinsam denken“ stellte der Landkreis Menschen in den Fokus, die vielfachen Barrieren begegnen.
Seit 2016 bietet die Konferenz jährlich Raum für Impulse und Begegnungen – sie ist offen für Bürgerinnen und Bürger, Betroffene, Politik und soziale Einrichtungen. Die Jubiläumsveranstaltung machte deutlich, dass Inklusion im Landkreis fest verankert ist und auch unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen weiter vorangetrieben wird. Sozialdezernent Christos Vavouras betonte zu Beginn: „Inklusion ist keine fertige Lösung, sondern eine Haltung, ein Prozess der beständig wächst.“ Gleichzeitig hob er hervor, wie wichtig Austausch und Zusammenarbeit gerade in herausfordernden Zeiten sei.
Im Zentrum stand der Beitrag der Hauptreferentin Hülya Marquardt, einer erfolgreichen Unternehmerin, Autorin und Inklusionsbotschafterin. In ihrem Beitrag schilderte sie eindrucksvoll, wie sich Behinderung und Migration in ihrer eigenen Lebensgeschichte überschneiden und wie sie diese Erfahrungen geprägt und zu der Person gemacht haben, die sie heute ist. „Schönheit und Stärke liegen in der Einzigartigkeit jedes Menschen – mit all seinen Besonderheiten“, so Marquardt.
Kurzbeiträge und Interviewformate boten praxisnahe Einblicke
Die weiteren Kurzbeiträge und Interviewformate boten praxisnahe Einblicke und gaben Menschen mit Behinderung und Migrationsgeschichte Raum, ihre Perspektiven zu teilen. Dabei wurde deutlich, an welchen Stellen im Alltag weiterhin strukturelle Barrieren bestehen und auch, wo sich neue Chancen durch gemeinsame Zusammenarbeit eröffnen.
Zu Wort kamen unter andrem Mohamed Zakzak, Inklusionsbeauftragter der Stadt Pforzheim, der Sozialdienst Asyl des Landratsamts Ludwigsburg sowie Vertreter der Theo-Lorch-Werkstätten. Musikalisch begleitet wurde der Abend durch Beiträge des Trio Babel, die zusätzliche Akzente setzten und die Veranstaltung bereicherten.
Durch das Programm führten Silke Rapp vom Netzwerk Inklusion und Dalya Abu Daqqa, Integrationsbeauftragte des Landkreises Ludwigsburg. Das Landratsamt kündigte bereits an: Auch 2026 wird die Inklusionskonferenz mithilfe der großzügigen Unterstützung der Stiftung Jugendförderung, Arbeit und Soziales der Kreissparkasse Ludwigsburg fortgesetzt.
Inklusion weiter in den Köpfen verankern
Ein vielfältiges Programm wartete auf die rund 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der neunten Inklusionskonferenz des Landkreises Ludwigsburg. Im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens stand die Bilanz unterschiedlicher Akteure zu 15 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention im Landkreis Ludwigsburg.
Fast ein Zehntel der Bevölkerung im Landkreis Ludwigsburg lebte Ende 2023 mit einer Schwerbehinderung, berichtete Sozialdezernent Christos Vavouras. Durch die UN-Behindertenrechtskonvention seien zwar bestimmte Maßnahmen und Gesetze beschlossen worden, die unmittelbar auf Landkreisebene wirken, zum Beispiel die Neuregelung der Eingliederungshilfe im Bundesteilhabegesetz oder der Ausbau barrierefreier Bushaltestellen. Gesetze allein reichen aber laut Vavouras nicht, es komme darauf an, dass Inklusion in den Köpfen bewirkt werde.
Hauptredner Matthias Berg testet das Publikum
Ganz persönliche Erfahrungen mit der UN-Behindertenrechtskonvention konnte Matthias Berg, bekannt als ZDF-Paralympics-Experte, Jurist, Hornist und Coach, teilen. Er ermutigte die Anwesenden zu dem zu stehen, wer man ist und was man kann. „Inklusion beginnt im Kopf“, so Berg. In der eigenen Reaktion stecke die Freiheit im Denken. Mit einem „Fettnäpfchentest“ appellierte Berg an das Publikum: „Achtet auf eure Wortwahl“, denn Worte erzeugen Bilder und Emotionen.
Herausforderungen im Landkreis bestehen trotz Konvention
Aus der wissenschaftlichen Perspektive berichteten Professorin Dr. Sandra Fietkau, Dekanin an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg und Claudia Lychacz, kommunale Behindertenbeauftragte im Landkreis Ludwigsburg. Lychacz benannte als Herausforderungen die medizinische Versorgung, lange Bearbeitungsdauer von Anträgen und die geringen Möglichkeiten für Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. „Rechte haben wir genug, jetzt sollten wir mehr ins Tun kommen“, so Lychacz.
Antonio Florio vom Verein „Selbstbestimmt Leben im Landkreis Ludwigsburg e.V.“ sprach für den Vereinsbereich im Landkreis und inwieweit die Behindertenrechtskonvention Einfluss auf das Vereinsleben hat. „Der Verein will laut sein für ein selbstbestimmtes Leben ohne Barrieren – ganz normal eigentlich“, so Florio.
Fazit der neunten Inklusionskonferenz war, dass es wichtig sei, die Unterschiedlichkeit von Menschen mit Behinderung in allen Facetten wahrzunehmen. Ihre Beiträge sollten noch stärker in die Planungen und in die Politik einbezogen werden.
Am 07.11.2023 fand die Inklusionskonferenz mit dem Thema „Kultur für alle“ im Scala Ludwigsburg statt. Freuen Sie sich auf einen kurzweiligen Zusammenschnitt der Veranstaltung mit tollen Künstlerinnen und Künstlern:
Die Inklusionskonferenz 2022 kann auch auf dem Youtube-Kanal des Landkreises angeschaut werden:
Die Inklusionskonferenz 2021 kann auch auf dem Youtube-Kanal des Landkreises angeschaut werden:
Begrüßung Landrat Allgaier mit Deutscher Gebärdensprache und Untertitel
Begrüßung Landrat Allgaier in leichter Sprache
Als Dokumentation haben wir die Veranstaltung für Sie in barrierefreien Kurzfilmen dokumentiert.
Sie finden die Filme auf unserem Youtube-Kanal unter diesem Link: https://www.youtube.com/watch?v=39dBiD1xPBA&list=PLFFGA7KQj_vYL4JMS2ufDsqey36MjUYr-&index=1
Es gibt von jedem Film zwei Versionen: Je ein Film mit deutscher Gebärdensprache und Untertiteln sowie je ein weiterer Film in einfacher Sprache.
In der Infobox unter jedem Film finden Sie eine Beschreibung für sehbehinderte Menschen (Audiodeskription), die Sie sich vorlesen lassen können.
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Inklusionskonferenz 2019: All inclusive? Die Welt des Reisens und des Tourismus
Inklusionskonferenz 2018: Inklusion kommunal denken
Inklusionskonferenz 2017: Inklusives Wohnen
Inklusionskonferenz 2016: Das Projekt Inklusionskonferenz - die Erste Inklusionskonferenz im Landkreis Ludwigsburg

