Wie lässt sich ein Fuhrpark erfolgreich und wirtschaftlich auf Elektromobilität umstellen? Wie können Mitarbeitende für elektrische Dienstfahrzeuge gewonnen werden? Und welche Unterstützung gibt es für Unternehmen in der Region? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des jüngsten Treffens des Unternehmensnetzwerks Energie & Klima.
Zum Auftakt begrüßte Martin Kurt, Fachbereichsleitung Stadtplanung, Mobilität und Geoinformation der Stadt Ludwigsburg, die rund 40 Teilnehmenden und zeigte sich erfreut über das große Interesse an der Veranstaltung.
Elektromobilität im Fuhrpark: Mehr als ein Fahrzeugtausch
Manfred Schmid, Geschäftsführer des Instituts Stadt-Mobilität-Energie GmbH, zeigte in seinem Vortrag „Elektromobilität im Fuhrpark: etablierte Transformationspfade und neue Chancen“, worauf Unternehmen bei der Umstellung achten sollten.
Entscheidend sei zunächst, den eigenen Fuhrpark und dessen tatsächliche Nutzung genau zu kennen. Passten Einsatzprofile und Ladeinfrastruktur zusammen, könne die Elektrifizierung eines Fuhrparks auch ohne Mehrkosten gelingen. Zusätzlich biete die Kombination aus Photovoltaikanlagen, Speichern und einem intelligenten Lastmanagement Möglichkeiten, Lade-leistungen und Ladezeiten gezielt zu steuern und die Umstellung wirtschaftlich zu gestalten.
„Elektromobilität im Fuhrpark ist heute kein reiner Fahrzeugtausch mehr. Richtig geplant wird sie zum steuerbaren Teil des betrieblichen Energiesystems – mit Chancen für Kosten, Netzanschluss und erneuerbare Energien“, sagte Schmid.
Mitarbeitende als Schlüssel für den erfolgreichen Umstieg
Dass eine erfolgreiche Umstellung nicht allein von der Technik abhängt, machte Judith Nienstedt, Projektleiterin Kommunen bei der Energieagentur Kreis Ludwigsburg LEA e.V., deutlich. In ihrem Vortrag „Mitarbeitende für E-Mobilität begeistern: Motivation zum Umstieg auf elektrische Dienstfahrzeuge“, stellte sie die Beschäftigten in den Mittelpunkt.
Denn erst wenn Mitarbeitende den Wandel positiv annehmen und bereit sind, ihr Mobilitätsverhalten zu verändern, können technische Neuerungen ihre wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile vollständig entfalten. Unternehmen sollten deshalb von Beginn an auf gute Kommunikation setzen, Fragen beantworten und ihre Beschäftigten in den Veränderungsprozess einbeziehen.
Nienstedt stellte fest: „Der Wechsel zu elektrischen Dienstfahrzeugen ist nicht nur eine technische Veränderung, sondern auch eine Frage der Akzeptanz. Deshalb steht der Abbau von Berührungsängsten bei den Mitarbeitenden im Mittelpunkt.“
Betriebliche Mobilität wird zum Standortfaktor
Welche Unterstützung Unternehmen in der Region erhalten können, erläuterte Alexandra Bading, Themenmanagerin Nachhaltige Mobilität / Betriebliches Mobilitätsmanagement bei der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart. In ihrem Vortrag über Angebote in der Region zeigte sie auf, warum eine gute und nachhaltige Mobilität zunehmend auch für Unternehmen zu einem wichtigen Standortfaktor wird.
Die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart unterstützt Unternehmen unter anderem mit dem Regionalen Impulsprogramm Betriebliches Mobilitätsmanagement dabei, passende Lösungen für ihre betriebliche Mobilität zu entwickeln.
„Betriebliches Mobilitätsmanagement verbindet drei zentrale Ziele: Arbeitgeberattraktivität, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz. Als regionale Wirtschaftsförderung unterstützen wir Unternehmen und Einrichtungen mit praxisnaher Beratung, mit unserem BMM-Impulsprogramm, regionalen Netzwerkveranstaltungen und mit einer Webseite voller Informationen und guter Praxisbeispiele“, so Bading.
Viele Fragen aus der Unternehmenspraxis
Beim anschließenden Austausch konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre eigenen Erfahrungen teilen, konkrete Fragen diskutieren und Kontakte zu anderen Unternehmen knüpfen.
Das große Interesse zeigte sich auch an den zahlreichen Rückfragen. Besonders beschäftigte die Unternehmen, wie schnell sich die Planung eines elektrifizierten Fuhrparks in die Praxis umsetzen lässt, wie Mitarbeitende für den Umstieg auf Elektromobilität gewonnen werden können und wie sich die Umstrukturierung wirtschaftlich gestalten lässt. Auch die Möglichkeiten einer finanziellen Förderung waren für viele Unternehmen von Interesse.
Unternehmensnetzwerk Energie & Klima
Das Unternehmensnetzwerk Energie & Klima ist das neue Netzwerk für Unternehmen im Landkreis Ludwigsburg. Es ist an die Stelle des bisherigen Unternehmensnetzwerks Ludwigsburger Klimabündnis getreten, das von der Stadt Ludwigsburg betrieben wurde.
Nächstes Netzwerktreffen bei Huober Brezel
Das nächste Treffen findet am 26. November 2026 statt. Gastgeber ist Huober Brezel. Das Familienunternehmen gibt Einblicke in seine Arbeit und den Einsatz der Umweltmanagement-Zertifizierung EMAS (Eco-Management and Audit Scheme). Darüber hinaus erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Hintergrundinformationen zum EMAS-Umweltmanagement und zu aktuellen Anforderungen an Unternehmen.
Unternehmen aus dem Landkreis Ludwigsburg können sich ab sofort unter www.ludwigsburg.de/klimaschutz+in+unternehmen für den Verteiler und kommende Veranstaltungen anmelden.
