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Woche der Demenz 2026: Gemeinsam auf dem Weg

Die Woche der Demenz 2026 hat im Landkreis Ludwigsburg viele Menschen zusammengebracht. Vom 18. bis 27. September fanden an zahlreichen Orten im Landkreis Veranstaltungen, Informationsangebote und Aktionen statt. Beteiligt waren Städte und Gemeinden, Pflege- und Betreuungseinrichtungen, ambulante Pflegedienste, Vereine und Bürgerschaftlich Engagierte. Im Mittelpunkt standen Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen mit Fragen der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Dabei wurde deutlich: Demenz betrifft nicht nur die Erkrankten und ihre Angehörigen – sie ist eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft.

Zwei Personen halten jeweils ein Buch in den Händen, während sie an einem Tisch mit verschiedenen Broschüren und Flyern stehen. Die Bücher sind thematisch gestaltet und scheinen Informationsmaterial zu sein. Der Tisch ist ordentlich mit mehreren Druckerzeugnissen bedeckt. (Text KI generiert)

Bei zahlreichen Veranstaltungen konnte man sich über Demenz informieren.

Demenz keine Frage des Alters

Bereits beim Auftakt wurde deutlich, wie wichtig Information und ein offener Umgang mit dem Thema sind. Heike Dierbach, stellvertretende Dezernentin Arbeit, Jugend und Soziales sowie Fachbereichsleiterin Soziales, Pflege und Versorgungsangelegenheiten, machte darauf aufmerksam, dass Demenz keineswegs nur Menschen im hohen Alter betrifft, sondern auch Menschen mitten im Berufs- und Familienleben erkranken können.

Referentin Christina Kuhn, Geschäftsführerin und wissenschaftliche Leiterin der Demenz Support GmbH in Stuttgart, brachte eine zentrale Botschaft auf den Punkt: „Eine Diagnose ist ein Einschnitt, aber kein Schlusspunkt.“ Menschen mit Demenz würden Fähigkeiten, Wünsche, Gefühle und Bedürfnisse behalten. Entscheidend sei deshalb nicht nur die Frage, was schwieriger wird, sondern auch, was ist weiterhin möglich.

Bewegung, soziale Kontakte und gemeinsame Aktivitäten können dabei eine wichtige Rolle spielen. Ob Spaziergang, Musik, Tanzen, Gartenarbeit oder ein Treffen mit Freunden – aktiv zu bleiben bedeutet auch, am Leben teilzunehmen. 

Mehr als 40 Veranstaltungen

Wie vielfältig das Engagement ist, wurde während der Woche mit mehr als 40 Veranstaltungen und Aktionen im Landkreis sichtbar. Städte und Gemeinden, Pflege- und Beratungseinrichtungen, Dienste, Vereine, Organisationen und Ehrenamtliche beteiligten sich und schufen an verschiedenen Orten Möglichkeiten für Information, Austausch, Begegnung und Unterstützung. 

Der Mehrwert der Woche lag dabei nicht nur in der Zahl der Veranstaltungen. Es entstanden neue Impulse, Ideen und Begegnungen. Menschen lernten Angebote kennen, kamen miteinander ins Gespräch und erfuhren, dass sie mit ihren Fragen und Herausforderungen nicht allein sind. Damit wurde auch sichtbar, wie der Landkreis beim Thema Demenz aufgestellt ist: Ein vielfältiges Netzwerk trägt die Angebote gemeinsam. Die Woche bot zugleich Gelegenheit, voneinander zu lernen, neue Ideen aufzugreifen und bestehende Unterstützungsangebote bekannter zu machen.

Beratung und Unterstützung von Anfang an

Eine zentrale Anlaufstelle ist der Pflegestützpunkt im Landkreis Ludwigsburg. Er berät unabhängig, neutral, vertraulich und kostenfrei zu Pflege, Demenz, Unterstützung im Alltag und Entlastungsmöglichkeiten. Die Beratung ist wohnortnah organisiert und umfasst Teams für den südlichen, nördlichen und westlichen Landkreis sowie für die Städte Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen. Ergänzend unterstützt der ehrenamtliche Unterstützerkreis für Menschen mit Vergesslichkeit des Landkreises Betroffene in frühen Krankheitsphasen mit persönlichen Gesprächsangeboten.

Auch die Betreuungsbehörde des Landkreises ist Teil des Unterstützungsnetzes. Sie informiert zu Themen rechtlicher Betreuung, Vorsorgevollmacht, Ehegattennotvertretung und Betreuungsverfügung und kann Unterschriften auf Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen öffentlich beglaubigen. Durch die öffentliche Beglaubigung können diese Vollmachten auch für bestimmte Rechtsgeschäfte, beispielsweise Immobiliengeschäfte verwendet werden. Rechtzeitig über eine Vorsorgevollmacht nachzudenken, schafft dabei Klarheit für den Fall, dass man eigene Angelegenheiten später nicht mehr selbst regeln kann, und ermöglicht es, eine Vertrauensperson dafür zu bestimmen. 

Was von der Woche der Demenz bleibt 

„Die Veranstaltungen sind vorbei, das gemeinsame Engagement geht weiter. Die Woche der Demenz hat damit vor allem eines sichtbar gemacht: Der Landkreis ist gemeinsam auf dem Weg. An vielen Orten wird informiert, ausprobiert, geholfen und miteinander gesprochen. Es braucht vor allem Verständnis, passende Unterstützung und Möglichkeiten zur Begegnung. Die Woche der Demenz hat gezeigt, wie viel entstehen kann, wenn Menschen, Einrichtungen, Kommunen und Ehrenamtliche gemeinsam daran arbeiten, Teilhabe und Selbstbestimmung zu erhalten und Herausforderungen gemeinsam zu tragen“, sagt Dierbach. 

Anlaufstellen für Menschen mit Demenz

Erste Anlaufstelle für Fragen rund um Demenz ist der Pflegestützpunkt des Landkreises. Der zentrale Kontakt für das Team Süd ist Tel. 07141 144-2465, für den nördlichen Landkreis Tel. 07141 144-2469, für den westlichen Landkreis Tel. 07141 144-2467, die Stadt Ludwigsburg Tel. 07141 910-3123 und die Stadt Bietigheim-Bissingen Tel. 07142 74-761. 

Die Betreuungsbehörde des Landkreises ist unter Tel. 07141 144-2464 erreichbar und berät zu Fragen der rechtlichen Betreuung und Vorsorge.

Darüber hinaus können sich Interessierte direkt an Einrichtungen und Dienste vor Ort wenden und nach deren konkreten Angeboten fragen. Auch Städte und Gemeinden, Vereine und Organisationen informieren über Unterstützungsmöglichkeiten in ihrer Umgebung.