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Landrat Allgaier weist Vorwürfe zur Stadtbahn zurück: „Alle derzeit beantwortbaren Fragen wurden beantwortet“

Im Zusammenhang mit den jüngsten Äußerungen von Ludwigsburgs Oberbürgermeister Matthias Knecht zum Stadtbahnprojekt LUCIE weist der Vorsitzende des Zweckverbands Stadtbahn, Landrat Dietmar Allgaier, die Vorwürfe einer unzureichenden Arbeit des Zweckverbands entschieden zurück.

„Bei einem Infrastrukturprojekt dieser Größenordnung werden sich im weiteren Planungsprozess immer wieder neue Fragestellungen ergeben. Der Zweckverband hat jedoch alle planerischen und technischen Fragen, die zum derzeitigen Planungs- und Sachstand beantwortbar sind und von den Verbandsmitgliedern eingebracht wurden, umfassend geprüft und beantwortet. Weitere Fragestellungen werden sich erst aus dem Fortgang des Projekts ergeben“, erklärt Allgaier. 

Verantwortungsvoller Umgang mit Steuergeldern

Derzeit bestehe keine Veranlassung, weitere Steuergelder für zusätzliche technische Untersuchungen einzusetzen. Solange die Frage der Ausgleichszahlungen zwischen den Verbandsmitgliedern nicht geklärt sei und die Kommunen entlang der Stammstrecke keine gemeinsame Entscheidung darüber getroffen hätten, ob sie die Reaktivierung der Strecke Ludwigsburg–Markgröningen gemeinsam umsetzen wollen, werde der Zweckverband derzeit keine weiteren Untersuchungen finanzieren.

„Wir tragen Verantwortung für den sorgsamen Umgang mit Steuergeldern. Verbandsmitglieder wie Remseck oder Kornwestheim dürfen nicht für weitere Planungen finanziell belastet werden, die infolge der Beschlüsse des Ludwigsburger Gemeinderats dem ursprünglich vereinbarten Gesamtnetz nicht mehr zugutekommen“, betont Allgaier.

Bahnhof Ludwigsburg bleibt offenes Thema

Als noch offenen Punkt bezeichnet der Landrat die dauerhafte Einbindung der Stadtbahn im Bereich des Ludwigsburger Bahnhofs. Hierzu sucht der Zweckverband gemeinsam mit der Stadt Ludwigsburg nach einer tragfähigen Lösung, um diese im Anschluss mit der der DB abzustimmen. Die Notwendigkeit eines dauerhaften Endhaltes, nach Möglichkeit im Bahnhof Ludwigsburg, resultiert aus dem Gemeinderatsbeschluss der Stadt Ludwigsburg vom 19.11.2025. Bisherige Planungen sahen nach dem Vorlaufbetrieb das Ausschleifen der Stadtbahn in das Stadtgebiet vor. 

„Sollte die Stadt Ludwigsburg darüber hinaus weiteren planerischen oder technischen Klärungsbedarf sehen, kann sie die erforderlichen Untersuchungen über ihre zuständigen Fachämter selbst veranlassen und finanzieren, so Allgaier.

Kritik an Forderung nach weiteren Prüfungen

Mit Blick auf die Forderung von Oberbürgermeister Knecht, zunächst weitere offene Fragen zu beantworten, zeigt sich Allgaier kritisch.

„Wenn immer neue vermeintliche Fragestellungen aufgeworfen werden, obwohl alle in der aktuellen Planungsphase beantwortbaren fachlichen und technischen Fragen beantwortet sind, entsteht der Eindruck einer Verschleppungstaktik. Jetzt geht es darum, Verantwortung zu übernehmen und die notwendigen politischen Entscheidungen zu treffen.“

Gespräche über gemeinsame Lösung werden fortgesetzt

Der Landrat betont zugleich, dass der Zweckverband weiterhin an einer gemeinsamen Lösung interessiert sei. Seit der Verbandsversammlung im Januar führt Landrat Allgaier intensive Gespräche mit allen beteiligten Kommunen, um einen tragfähigen Weg für das Stadtbahnprojekt zu entwickeln.

„Unser Ziel bleibt unverändert, gemeinsam und zeitnah eine tragfähige Lösung zu finden, die den Interessen aller Verbandsmitglieder gerecht wird. Dafür setzen wir den Dialog fort. Voraussetzung ist jedoch, dass wir auf der Grundlage der bereits vorliegenden Erkenntnisse weiterarbeiten und nicht fortlaufend neue Prüfaufträge formulieren“, so Allgaier abschließend.

Hintergrund

Im November vergangenen Jahres hatte sich eine Mehrheit der Ludwigsburger Stadträtinnen und Stadträte gegen den ursprünglichen Projektumfang ausgesprochen und lediglich für eine Reaktivierung der Strecke von Markgröningen nach Ludwigsburg gestimmt.

Ursprünglich war vorgesehen, die Stadtbahn von Schwieberdingen über Markgröningen und Möglingen durch Ludwigsburg bis nach Pattonville zu führen. Dort sollte ein Umstieg auf das SSB-System mit einer Weiterführung bis nach Remseck-Aldingen ermöglicht werden. Auf dieses Ziel hatten sich die beteiligten Kommunen verständigt. Mit dem Ludwigsburger Votum ist die Zukunft des Gesamtprojekts jedoch offen. Nach Vorstellungen der Stadt Ludwigsburg soll die Stadtbahn ab dem Ludwigsburger Bahnhof nicht mehr in Richtung Osten weitergeführt werden. Damit hätten insbesondere Pattonville und Remseck am Neckar in Richtung Ludwigsburg keinen Mehrwert aus dem Infrastrukturvorhaben.