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Landkreis startet Sprechstunde für Menschen ohne Krankenversicherung

Das Projekt „Sprechstunde für Menschen ohne Krankenversicherung“, kurz „MohneKV“, wurde am gestrigen Montag (12. Oktober 2026) offiziell eröffnet. Das Angebot wird vom Kreisdiakonieverband Ludwigsburg und der Caritas Ludwigsburg-Waiblingen-Enz in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Ludwigsburg aufgebaut und durchgeführt.

Martin Strecker (Geschäftsführer Kreisdiakonieverband), Heinrich Knodel (Projektleitung Kreisdiakonieverband), Landrat Dietmar Allgaier, Dr. med. Jürgen Maier (Ehrenamtlicher), Marc Dressel (Leiter Caritas Ludwigsburg-Waiblingen-Enz) eröffnen offiziell die Sprechstunde für Menschen ohne Krankenversicherung und schneiden rotes Band durch

v.l.: Martin Strecker (Geschäftsführer Kreisdiakonieverband), Heinrich Knodel (Projektleitung Kreisdiakonieverband), Landrat Dietmar Allgaier, Dr. med. Jürgen Maier (Ehrenamtlicher), Marc Dressel (Leiter Caritas Ludwigsburg-Waiblingen-Enz) eröffnen offiziell die Sprechstunde für Menschen ohne Krankenversicherung (Landratsamt Ludwigsburg).

„Mit Ihrem Engagement bereichern Sie unseren Landkreis enorm. Sie zeigen, wie wichtig es für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ist, füreinander einzustehen und Verantwortung zu übernehmen. Dafür möchte ich Ihnen allen danken“, mit diesen Worten richtete sich Landrat Dietmar Allgaier bei der Eröffnung der Sprechstunde für Menschen ohne Krankenversicherung an die Projektbeteiligten und Ehrenamtlichen. 

Ehrenamtliche Ärzteschaft behandelt die Betroffenen

Bei der Sprechstunde übernehmen ehrenamtliche Ärztinnen und Ärzte sowie Medizinische Fachangestellte die medizinische Versorgung. Behandelt werden gesundheitliche Beschwerden, mit denen Patientinnen und Patienten grundsätzlich auch eine reguläre Arztpraxis aufsuchen würden. Dazu zählen beispielsweise Atemwegs- und Infektionskrankheiten, Beschwerden im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, Unfallfolgen oder Tumorerkrankungen. Die Sprechstunde ist anonym möglich. 

„Mit der Sprechstunde schaffen wir ein wichtiges niedrigschwelliges Angebot für Menschen, die aufgrund fehlenden Krankenversicherungsschutzes besondere Hürden beim Zugang zur gesundheitlichen Versorgung haben“, erklärt Dr. Karlin Stark, Dezernentin für Gesundheit und Verbraucherschutz beim Landratsamt. „Die Gründe für die fehlende Versicherung sind vielfältig. Die Betroffenen haben gemeinsam, dass sie Gefahr laufen, medizinisch durchs Raster zu fallen.“

Die Räumlichkeiten werden vom Landratsamt zur Verfügung gestellt. Die Beratungen finden einmal wöchentlich statt, jeweils montags von 16:30 bis 18:30 Uhr. 

Gemeinschaftsprojekt von Gesundheitsamt und Wohlfahrtsverbänden

Die Idee für eine solche Anlaufstelle wurde erstmals auf der Kommunalen Gesundheitskonferenz 2025 vorgestellt. Auf der Kommunalen Gesundheitskonferenz 2026 wurde über den aktuellen Planungs- und Projektfortschritt berichtet. Das Konzept orientiert sich unter anderem am bereits bestehenden „Stuttgarter Modell“.

 „Die Sprechstunde für Menschen ohne Krankenversicherung ist ein gutes Beispiel dafür, wie Wohlfahrtsverbände, medizinisch Engagierte und der öffentliche Gesundheitsdienst gemeinsam dazu beitragen können, gesundheitliche Teilhabe zu verbessern“, betont Martin Strecker, Geschäftsführer Kreisdiakonieverband Ludwigsburg.

Perspektivisch soll Angebot erweitert werden 

Zunächst ist eine Erprobungsphase vorgesehen. Auf Grundlage der Erfahrungen aus der Sprechstunde und des tatsächlichen Bedarfs soll das Angebot anschließend weiterentwickelt werden. Perspektivisch ist beispielsweise eine Ausweitung des Angebots auf zahnmedizinische Versorgung denkbar, wie sie auch im Stuttgarter Modell vorgesehen ist. Darüber hinaus ist angedacht, die Betroffenen zu beraten, wie sie ins Regelsystem zurückkehren können. 

Sprechstunde für Menschen ohne Krankenversicherung

Zeit: Montags,16:30 bis 18:30 Uhr

Ort: Gesundheitsamt Ludwigsburg, Hindenburgstr. 20/1, E01 (im Erdgeschoss)