Im Mittelpunkt des Fachtags standen die Strategien von Täterinnen und Tätern bei sexualisierter Gewalt. Elke Karle und Uwe Fischer von der Fachberatungsstelle Silberdistel e. V. vermittelten praxisnahes Wissen darüber, wie Täterinnen und Täter Vertrauen aufbauen, Grenzen verschieben und Schutzmechanismen gezielt umgehen.
Wissen ist die Grundlage wirksamer Prävention
Ein zentrales Anliegen des Fachtags war es, die Teilnehmenden für mögliche Täterstrategien zu sensibilisieren. Denn diese richten sich nicht nur gegen einzelne Kinder und Jugendliche, sondern können auch darauf abzielen, Schutzmechanismen einer gesamten Institution zu umgehen.
Sozialdezernent Vavouras betonte in seinem Grußwort die gemeinsame Verantwortung für den Kinderschutz: „Kinderschutz beginnt auch dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, aufmerksam sind und sich im Zweifel Unterstützung holen.“ Er ermutigte die ehrenamtlich Engagierten, Warnsignale ernst zu nehmen, Fragen zu stellen und bei Bedarf fachliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Mit einem Zitat von Albert Schweitzer unterstrich er die Bedeutung jedes einzelnen Beitrags: „Das Wenige, das du tun kannst, ist viel.“
Schutzkonzepte im Vereinsalltag leben
Ein weiterer Schwerpunkt war die Bedeutung von Schutzkonzepten. Sie helfen Vereinen, Risiken zu erkennen, Verantwortlichkeiten zu klären und verbindliche Regeln für den Umgang miteinander zu etablieren. Entscheidend ist dabei, dass ein Schutzkonzept nicht nur auf dem Papier besteht, sondern im Vereinsalltag gelebt wird. Eine Kultur der Achtsamkeit, des Hinsehens und der gemeinsamen Verantwortung ist ein wesentlicher Baustein, um Kinder und Jugendliche wirksam zu schützen.
Neben den Fachvorträgen boten Informationsstände Gelegenheit, sich über Unterstützungsangebote zu informieren und mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen.
Qualitätsmerkmal Kinderschutz verliehen
Ein weiterer Programmpunkt war die Verleihung des Qualitätsmerkmals Kinderschutz. Bereits zum dritten Mal zeichnete der Landkreis Vereine, Verbände und Kirchengemeinden aus, die sich für den Schutz von Kindern und Jugendlichen einsetzen. Die Auszeichnung würdigt das Engagement der Organisationen und macht ihre Bemühungen für den Kinderschutz sichtbar.
Zudem informierte die Koordination Kinderschutz über die künftig mögliche Erneuerung des Qualitätsmerkmals. Die neu entwickelten Kriterien sollen Vereine dabei unterstützen, ihre Kinderschutzarbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln. Dabei steht nicht die Erfüllung möglichst vieler formaler Vorgaben im Vordergrund, sondern die Frage, wie Kinderschutz in der jeweiligen Organisation tatsächlich gelebt wird. Der Landkreis unterstützt Vereine darüber hinaus durch Fördermöglichkeiten für einzelne Schulungen zum Kinderschutz.
„Die positive Resonanz zeigt, wie wichtig es ist, ehrenamtlich Engagierte bei ihrer verantwortungsvollen Aufgabe zu unterstützen. Denn Kinderschutz darf niemals dem Zufall überlassen werden. Er braucht Wissen, klare Strukturen und Menschen, die hinsehen und Verantwortung übernehmen“, sagt Vavouras.
