Im Frühjahr stehen im Wald – sofern die natürliche Verjüngung nicht ausreicht – die Baumpflanzungen an. Die Bäume müssen im Boden sein, bevor sie austreiben. Wo gepflanzt wird und welche Bäume in den Boden kommen, wird von den Förstern des Landratsamt-Fachbereichs Wald genau geplant. Meist ist es jedoch die klimastabile Eiche.
Nach der Pflanzung heißt es erstmal abwarten und auf Regen hoffen. Dieses Frühjahr hat das Försterherz erfreut. „Die Niederschläge haben den gepflanzten Bäumen die besten Voraussetzungen zum Wachsen gegeben“, berichtet Dr. Simon Boden, Leiter des Fachbereichs Wald, und erklärt weiter: „Wir sind auf den Regen angewiesen, gießen können wir im Regelfall nicht. Wenn das Wasser im Wald fehlt, dann ist es auch an anderer Stelle knapp.“ Daher werden im Wald sehr kleine Bäume mit einer Größe von 30 bis 50 Zentimetern gepflanzt. Die kleinen Bäume haben im Verhältnis zum Spross eine relativ große Wurzel und reagieren daher besser auf das Umpflanzen. Allerdings hat die geringe Größe auch einen Nachteil: Die Bäumchen verschwinden nun, da alles wächst, unter einem Teppich aus Brombeeren, Gras, Farnen und Himbeeren. Mit dem Warten ist es also erstmal vorbei: Die Bäume brauchen Sonnenlicht zum Wachsen, denn anderenfalls sterben sie ab. Höchste Zeit, den jungen Bäumen Platz und Licht zu verschaffen. Im ersten Jahr befreien die Forstwirte jede frisch bepflanzte Waldfläche zwei bis drei Mal von Brombeeren und Gräsern. Später, wenn die Bäume größer werden, reichen ein bis zwei Durchgänge im Jahr.
Damit ist es jedoch noch nicht getan. Die Förster und Forstwirte sehen in Gedanken bereits den Wald vor sich, der hier in 30 bis 50 Jahren stehen könnte, richtig dick sind die Bäume dann in 100 bis 150 Jahren. Um einen klimastabilen Mischwald zu etablieren, ist es nötig, den Blick auch auf die anderen Baumarten zu richten, die auf der Fläche wachsen: die Bäume, die nicht gepflanzt wurden, sondern sich auf natürliche Weise vermehrt haben. Arten, die wenig klimastabil sind, und drohen, die Eiche zu überwachsen, werden zurückgenommen. Andere seltene oder klimastabile Baumarten, wie Elsbeere, Feldahorn oder Eibe werden in den Wald integriert.
Erst nach mehreren Jahren intensiver Pflege wird die Fläche für einige Zeit sich selbst überlassen. Die Früchte dieser Arbeit kann dann die nächste Generation an Waldbesuchern bewundern.