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Deutscher Landschaftspflegepreis: Sonderpreis für Innovation aus dem Landkreis

Der Sonderpreis des Deutschen Landschaftspflegepreises 2026 geht in den Landkreis Ludwigsburg. Neben drei Einzelpersonen und zwei Projekten ist kürzlich auf dem Deutschen Landschaftspflegetag in Kassel auch die Firma Fischer Maschinenbau aus Gemmrigheim für eine Produktinnovation zur deutlich insektenschonenderen Grünlandmahd ausgezeichnet worden. Für den Preis vorgeschlagen hatte der Landschaftserhaltungsverband (LEV) Landkreis Ludwigsburg e.V. den neuartigen Mähkopf.

Fünf Personen stehen auf einer Bühne. In der Mitte hält ein Mann in einem schwarzen Anzug eine Urkunde und eine Auszeichnung. Die anderen vier Personen, in formeller Kleidung, sind um ihn herum positioniert und lächeln zur Kamera.

Bei der Preisverleihung von links: Prof. Dr. Thomas Schmid, Präsident des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), Laudator Andreas Fallert, Geschäftsführer LEV Landkreis Ludwigsburg, die Preisträger Dr. Reiner Beutel und Dieter Reber für die Firma Fischer Maschinenbau sowie Maria Noichl MdEP, Vorsitzende des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL) (Bild: Peter Roggenthin).

Ein gelber Traktor steht auf einer Wiese. An der Vorderseite ist eine orangefarbene Maschine angebracht, die für landwirtschaftliche Arbeiten genutzt wird. Im Hintergrund sind Bäume und ein wolkiger Himmel sichtbar.

Der neuartige Mähkopf bläst mit Druckluft Insekten aus dem Gefahrenbereich, ohne dabei die Arbeitseffizienz beim Mähen zu beeinträchtigen. Diese Innovation wurde 2026 vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) mit dem Deutschen Landschaftspflegepreis ausgezeichnet (Bild: Fa. Fischer Maschinenbau).

Landrat Allgaier würdigt Innovationskraft der Region

Landrat Dietmar Allgaier, Vorsitzender des Landschaftserhaltungsverbands Landkreis Ludwigsburg e.V., betont die besondere Bedeutung der Innovation: „Gerade in der kommunalen Grünpflege stehen Verkehrssicherheit, ein sauberes Mähergebnis und eine robuste Technik im Vordergrund. Dass im Landkreis Ludwigsburg nun eine Lösung entwickelt wurde, die diese Anforderungen erfüllt und gleichzeitig einen wirksamen Beitrag zum Erhalt der Insektenvielfalt leistet, zeigt den Innovationsgeist unserer Region und ist ein wichtiger Schritt für mehr Biodiversität in Kommunen und Landwirtschaft.“

Neuartige Technik schützt Insekten bei der Mahd

Jedes Jahr werden in Deutschland bei der Mahd von Wiesen sowie bei der Pflege von Straßen- und Schienenbegleitgrün hunderte Milliarden von Insekten unbeabsichtigt verletzt oder getötet. Gleichzeitig ist die regelmäßige Mahd unverzichtbar – sowohl für die Futter- und die Biomasseproduktion als auch für die Verkehrssicherheit sowie den Erhalt artenreicher Wiesen, darunter die europaweit geschützten FFH-Mähwiesen.

Mit dem Produkt wurde eine praxistaugliche Lösung entwickelt, die den Insektenschutz deutlich verbessert. Die pneumatische „Insektenscheuche“ wird vor dem Mähwerk angebracht und verdrängt Insekten bereits vor dem eigentlichen Mähvorgang aus dem Gefahrenbereich. Untersuchungen der Universität Hohenheim aus dem Jahr 2025 belegen, dass sich die Insektenverluste – je nach Artengruppe – um 46 bis 64 Prozent reduzieren lassen.

Große Wirkung durch einfache Anwendung

In seiner Laudatio hob Andreas Fallert, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbandes Landkreis Ludwigsburg e.V. und Mitautor der VDI-Richtlinie zur biodiversitätsschonenden Mähtechnik im Straßenbegleitgrün, insbesondere die hohe Praxistauglichkeit hervor: „Als niedrigschwellige Innovation mit großer Wirkung setzt der insektenschonende Mähkopf ein wichtiges Signal. Die Technik stößt bei Landwirten, Bauhofmitarbeitenden und Straßenmeistereien gleichermaßen auf hohe Akzeptanz und besitzt deshalb großes Potenzial – weit über Deutschland hinaus.“

Hintergrund

Der Deutsche Landschaftspflegepreis wird seit 2005 jährlich vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) verliehen. Als Dachverband von rund 200 Landschaftspflegeorganisationen – darunter Landschaftspflege- und Landschaftserhaltungsverbände, Lokale Aktionen und Biologische Stationen – zeichnet der DVL herausragende Projekte sowie außergewöhnliches Engagement von Personen, Organisationen und Unternehmen für den Erhalt der Kulturlandschaft und der biologischen Vielfalt aus.

Der LEV Ludwigsburg ist eine von über 200 Landschaftspflegeorganisationen, die sich auf Bundesebene zum DVL zusammengeschlossen haben. Seine Mitglieder arbeiten mit rund 15.000 landwirtschaftlichen Betrieben, darunter knapp 2.000 Schäfereien, für den Naturschutz eng zusammen. Die im DVL zusammengeschlossenen Verbände sind rechtlich selbständige Zusammenschlüsse von Vertreterinnen und Vertretern aus Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunen, die sich gemeinsam für den ländlichen Raum und den Erhalt artenreicher Kulturlandschaften einsetzen. Die verschiedenen Gruppen wirken innerhalb des DVL und seiner Verbände gleichberechtigt und freiwillig zusammen. Weitere Informationen unter: www.dvl.org und www.lev-ludwigsburg.de