Auf Grundlage der bisherigen Analysen und Rückmeldungen aus dem Beteiligungsprozess wurden sechs zentrale Handlungsfelder identifiziert, in denen nun konkrete Projekte geplant und umgesetzt werden sollen: Bildung und Fachkräfte, Wirtschaftsförderung und Verwaltung als Ermöglicher, Vernetzung und Wissenstransfer, Fläche und Infrastruktur, Ressourceneffizienz sowie Identität und Image des Standorts.
Auch erste Projektideen wurden in der Sitzung bereits vorgestellt. Dazu zählen etwa eine gezielte Kommunikationskampagne zur Gewinnung internationaler Fachkräfte, eine Machbarkeitsstudie zur Ansiedlung einer internationalen Schule im Landkreis oder Ansätze zur Stärkung der Vernetzung zwischen Unternehmen und Wissenschaft im Bereich digitaler Technologien. Weitere Projektvorschläge werden derzeit mit den Projektbeteiligten konkretisiert und priorisiert. Im Sommer 2025 soll die Zukunftsstrategie verschriftlicht und im Herbst dem Ausschuss für Umwelt und Technik final vorgestellt werden.
Landkreis Ludwigsburg definiert Agenda für wirtschaftliche Zukunft
Der Schwerpunkt des Strategieprozesses lag in den vergangenen Monaten auf einer umfassenden Datenanalyse und der Erhebung der Handlungsbedarfe aus Sicht der Unternehmen und der Kommunen im Landkreis Ludwigsburg. So konnten die Experten die wirtschaftliche Ausgangslage und die Dynamik der Transformation im Landkreis umfassend bewerten. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass immer mehr Unternehmen im Landkreis Innovationspotentiale in Zukunftsfeldern wie neuen digitalen Produktionstechnologien und intelligenten Transportlösungen sehen und diese bereits nutzen. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass viele, insbesondere kleine und mittelgroße Unternehmen vor Herausforderungen wie Fachkräftemangel, unklaren Marktperspektiven und fehlender Innovationsinfrastruktur stehen.
Hohe Standortkosten und begrenzte Flächenkapazitäten für Gewerbe und Wohnbau erschweren zudem die weiten Entwicklungsmöglichkeiten. „Für die Zukunft des Landkreises Ludwigsburg ist es essenziell, die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts langfristig zu sichern, die Transformation aktiv zu gestalten und neue Wachstumspotenziale zu erschließen“, sagt Landrat Dietmar Allgaier.
Die Zukunftsstrategie wurde von der Kreiswirtschaftsförderung gemeinsam mit den Experten des Beratungsunternehmens VDI / VDE Innovation + Technik GmbH konzipiert und umgesetzt. Der Strategieprozess folgt dabei einem partizipativen Ansatz, der neben datenbasierten Analysen insbesondere auf eine breite Einbindung von Unternehmen, kommunalen Akteuren, Institutionen sowie der Wirtschaft setzt. Ziel ist es, eine Agenda für
die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises zu entwerfen und konkrete Maßnahmen zur Unterstützung der Unternehmen in Zeiten des Strukturwandels zu definieren. „Um den Wirtschaftsstandort der Zukunft zu gestalten, brauchen wir eine enge Zusammenarbeit aller Akteure am Standort. Deswegen haben wir Kommunen, wichtige Institutionen und die Wirtschaft von Beginn an eingebunden“, sagt Kreis-Wirtschaftsförderer Oliver Reichert.
250 Akteure aus Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft beteiligt
Insgesamt wurden seit dem Start des Prozesses im Sommer 2024 rund 250 Akteure aus Wirtschaft, Verwaltung und den Institutionen aus Arbeitsmarkt und Bildungswelt im Rahmen verschiedener Beteiligungsformate einbezogen. Dazu gehörten unter anderem eine große Auftaktveranstaltung, eine Strategiewerkstatt mit Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltungen, Kommunen, Institutionen und Kammern, eine Online-Unternehmensbefragung mit rund 190 teilnehmenden Betrieben sowie ein Unternehmensworkshop mit 15 Unternehmen aus Zukunftsbranchen. Zuletzt wurden in der „Zukunftswerkstatt“ gemeinsam mit Kommunen und Institutionen des Landkreises und der Region Stuttgart zentrale Handlungsbedarfe in konkrete Projektideen überführt, die nun mit den Beteiligten weiterentwickelt werden.
Ein wichtiges Element des Strategieprozesses ist die Begleitung durch fachlich versierte Gremien. Das Sounding Board, das mit Vorständen und Geschäftsleitungen bedeutender Unternehmen des Landkreises wie Bosch, Dürr, Porsche, Mann+Hummel besetzt ist, bringt die unternehmerische Perspektive ein. Ergänzend gewährleistet der Lenkungskreis der Kreiswirtschaftsförderung mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunen, Kammern, der Arbeitsagentur und der Region Stuttgart eine konsequente Orientierung am Bedarf und der Umsetzbarkeit von Maßnahmen.