zum Hauptmenü zum Seiteninhalt zur Subnavigation zum Footermenü zur Suchfunktion zu den Hinweisen der Barrierefreiheit


„Wirtschaft im Gespräch“: Netzwerktreffen der Wirtschaftsförderung Landkreis Ludwigsburg - Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Unternehmenswelt diskutiert

Beim zweiten Netzwerk-Abend der Reihe „Wirtschaft im Gespräch“ des Landkreises Ludwigsburg war die Alte Kelter in Benningen gut besucht: 120 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Politik beteiligten sich auf Einladung von Landrat Dietmar Allgaier an der Diskussion über die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf die Unternehmenswelt. Bosch-Geschäftsführerin Dr. Tanja Rückert prognostizierte eine branchenübergreifende digitale Transformation.

Eine Gruppe von acht Personen steht vor einem Präsentationshintergrund, auf dem „Wirtschaft im Gespräch“ steht. Die Menschen sind formell gekleidet und lächeln in die Kamera. Der Raum hat eine helle, freundliche Atmosphäre.

Bei der Veranstaltung von links: Julian Pflugfelder, Präsident IHK-Bezirkskammer Ludwigsburg und Geschäftsführender Gesellschafter der P Immobilien GmbH, Dr. Heinz-Werner Schulte, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Ludwigsburg, Dr. Tanja Rückert, Mitglied der Geschäftsführung und Chief Digital Officer der Robert Bosch GmbH, Landrat Dietmar Allgaier, Moderatorin Janine Steeger, Benningens Bürgermeister Klaus Warthon, York Boeder, Geschäftsführer der Marabu GmbH & Co. KG, und Dr. Benjamin Strehl, Vorstand der USU Software AG.

Chance und Herausforderung zugleich ist die Digitalisierung für Unternehmen im Landkreis Ludwigsburg. Darin waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der von Kreissparkasse Ludwigsburg und Gemeinde Benningen unterstützten Podiumsdiskussion der Veranstaltung „Wirtschaft im Gespräch“ am Dienstagabend in der Alten Kelter von Benningen einig: Effizientere Prozesse, ein Beitrag zur Minderung des Fachkräfteproblems und eine Schlüsseltechnologie für die Erschließung ganz neuer Geschäftszweige und Geschäftsmodelle kann die Digitalisierung sein. Landrat Dietmar Allgaier sagte dazu: „Es freut mich zu sehen, dass es bei den Unternehmen aus unserer Region bereits viele gute Beispiele gibt, wie Künstliche Intelligenz genutzt werden kann. Daneben stimmen mich auch die Innovationskraft und der enge Austausch innerhalb des Unternehmensnetzwerks optimistisch für die wirtschaftliche Zukunft unseres Landkreises.“

Durch Digitalisierung ändern sich Produkte, aber auch Geschäftsmodelle und Unternehmen

Dr. Tanja Rückert, Mitglied der Geschäftsleitung und verantwortlich für die Digitalisierung des Bosch-Konzerns, ist überzeugt von der großen Chance, die sich gerade durch Künstliche Intelligenz bietet. „Wenn wir heute die sich abzeichnenden Veränderungen ernst nehmen und konstruktiv mit Ihnen umgehen, kann gerade Künstliche Intelligenz der deutschen Wirtschaft positive Impulse geben. Daher ist die Initiative des Landkreises Ludwigsburg wichtig, Unternehmen noch stärker dafür zu sensibilisieren.“ Am Beispiel Bosch zeigte Rückert auf, wie sich durch Digitalisierung nicht nur die Produkte verändern, sondern auch Geschäftsmodelle und das Unternehmen selbst. Mit vielen Beispielen, etwa aus dem automatisierten Fahren, aus der Qualitätsprüfung oder aus dem Kundenservice, konnte sie die Gäste vom Potenzial der KI überzeugen, das Bosch mit großem Einsatz erschließt.

Künstliche Intelligenz wird genutzt, um international wettbewerbsfähig zu bleiben

In der anschließenden Podiumsdiskussion rückte der Mittelstand in den Fokus. Während das Publikum in der Live-Befragung mehrheitlich angab, von der Digitalisierung getrieben zu sein, versteht sich York Boeder, Geschäftsführer des mittelständischen Farbenherstellers Marabu, mit seinem Unternehmen ganz klar als Treiber. So nutzt Marabu Künstliche Intelligenz unter anderem für die Entwicklung neuer Farbmischungen, indem etwa in den verschiedenen Bereichen vorhandenes Wissen analysiert und den Entwicklern zur Verfügung gestellt wird. Das Unternehmen versucht auf diesem Weg, international wettbewerbsfähig zu bleiben.

Gemeinsam mit Dr. Benjamin Strehl, Vorstand der USU Software AG, IHK-Präsident Julian Pflugfelder und Dr. Tanja Rückert diskutierte Boeder das Für und Wider der Digitalisierung. Die Diskutanten waren sich einig, dass Digitalisierung auch kleinere Unternehmen betrifft, diese aber noch stärker unter dem Mangel an Fachkräften mit IT-Kompetenz leiden und ihnen zumeist die Ressourcen fehlen, um nach dem Vorbild Boschs gezielt neue Geschäftsmodelle und Prozessverbesserungen zu entwickeln. Das Podium betonte die Bedeutung der schulischen Bildung und der dualen Ausbildung für den Nachwuchs und für den Ausbau der IT-Kompetenzen in den Unternehmen. Daneben sollten auch die jungen Menschen mehr für diese Themen und für zukunftsträchtige Berufsprofile sensibilisiert werden. In einem Punkt waren sich alle Podiumsteilnehmer einig: Die Mitarbeitenden für den Einsatz von KI zu begeistern und entsprechend zu schulen, ist ein, wenn nicht sogar der wichtigste Baustein für deren Erfolg in einem Unternehmen.

Landrat Dietmar Allgaier zeigte sich zufrieden mit der Resonanz der Unternehmen auf „Wirtschaft im Gespräch“. Mittelständler seien auf Netzwerke und gegenseitiges Lernen angewiesen, gerade bei neuen Themen wie Künstlicher Intelligenz. Auch wenn noch viel Arbeit auf Wirtschaft und Politik warten würden und IT-Fachkräfte nur schwer zu finden seien, machten die gezeigten Beispiele Mut, sich den Herausforderungen zu stellen, so der Landrat. Hier wollen der Landkreis und der Kreis-Wirtschaftsförderer Oliver Reichert einen kleinen Beitrag leisten und die Veranstaltungsreihe auch im nächsten Jahr fortsetzen.