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Wegen Hitze und Hygienefehlern: Steigende Campylobacter-Infektionen

Mit steigenden Temperaturen nimmt auch das Risiko von Campylobacter-Infektionen zu. Diese gehören zu den häufigsten Ursachen bakterieller Durchfallerkrankungen in Deutschland. Die Bakterien werden vor allem über rohe oder unzureichend gegarte tierische Lebensmittel, insbesondere Geflügelfleisch und Rohmilch, sowie durch Kreuzkontamination bei der Zubereitung von Speisen übertragen. 2026 wurden im Landkreis Ludwigsburg bislang 229 Infektionen gemeldet, rund 44 Meldungen mehr als im Vergleichszeitraum 2025.

Hühner und anderes Geflügel sind häufig mit Campylobacter besiedelt. Auch andere Nutztiere wie Rinder und Schweine sowie Heimtiere wie Hunde und Katzen können die Bakterien in sich tragen. Die Tiere selbst zeigen dabei häufig keine Krankheitszeichen. „Umso wichtiger sind ein sorgfältiger Umgang mit den genannten Lebensmitteln ab dem Zeitpunkt des Einkaufs, bei der Weiter- und Zubereitung zuhause und die Einhaltung einer guten Küchen- und Händehygiene, um eine Übertragung auf den Menschen zu vermeiden“, erklärt Dr. Susanne Hitzler, Fachbereichsleiterin Gesundheitsschutz beim Landratsamt Ludwigsburg. 

Welche Beschwerden verursacht Campylobacter?

Eine Campylobacter-Infektion kann zunächst mit Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und allgemeinem Unwohlsein beginnen. Typische Beschwerden treten meist zwei bis fünf Tage nach der Ansteckung auf. Dazu gehören Durchfall, der auch blutig sein kann, Bauchschmerzen und -krämpfe, Übelkeit und Erbrechen.

„In den meisten Fällen klingt die Erkrankung innerhalb einer Woche von selbst ab und eine antibiotische Behandlung ist nicht erforderlich“, beruhigt Hitzler. In sehr seltenen Fällen können jedoch Folgeerkrankungen auftreten. Dazu gehören beispielsweise reaktive Gelenkentzündungen und das Guillain-Barré-Syndrom, eine neurologische Erkrankung, die mit Lähmungserscheinungen einhergehen kann.

Im Sommer besonders auf Hygiene achten

Campylobacter-Infektionen treten besonders häufig in den Sommermonaten auf. Hygienefehler beim Transport, etwa bei Nichteinhaltung der Kühlkette oder bei der Zubereitung der genannten Lebensmittel können die Übertragung der Bakterien begünstigen. So können Keime beispielsweise von rohem Geflügelfleisch über Hände, Schneidebretter, Messer oder Arbeitsflächen auf andere Lebensmittel gelangen.

Besonders problematisch ist eine solche Kreuzkontamination bei Lebensmitteln, die anschließend nicht mehr erhitzt werden, beispielsweise bei Salaten oder anderen verzehrfertigen Speisen.

Vor Infektionen schützen

Um Campylobacter-Infektionen vorzubeugen, sollten einige einfache Hygieneregeln beachtet werden:

  • Leicht verderbliche Lebensmittel schon beim Einkauf und Transport nach Hause ausreichend kühlen und die Kühlkette möglichst nicht unterbrechen.
  • Geflügelfleisch immer vollständig durchgaren.
  • Rohes Fleisch getrennt von anderen, insbesondere verzehrfertigen Lebensmitteln aufbewahren und zubereiten.
  • Hände nach dem Kontakt mit rohem Fleisch gründlich mit Wasser und Seife waschen.
  • Schneidebretter, Messer, Arbeitsflächen und andere Küchenutensilien nach dem Kontakt mit rohem Fleisch gründlich reinigen.
  • Rohmilch vor dem Verzehr abkochen, sofern sie nicht bereits vom Hersteller entsprechend behandelt wurde.
  • Geflügelfleisch vor der Zubereitung nicht abwaschen, da sich die Bakterien durch Spritzwasser in der Küche verteilen können.


Gefährdete Gruppen

Besonders Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem sollten beim Umgang mit rohen tierischen Lebensmitteln besonders vorsichtig sein. Schwangeren wird ebenfalls empfohlen, auf rohe Lebensmittel tierischer Herkunft zu verzichten.

„Mit einfachen Hygienemaßnahmen lässt sich das Risiko einer Campylobacter-Infektion deutlich reduzieren“, fasst es Hitzler zusammen. „Vor allem die konsequente Trennung von rohen und verzehrfertigen Lebensmitteln sowie gründliches Händewaschen tragen dazu bei, Infektionen zu vermeiden.“