Bildmaterial Fachleuten zur Beurteilung vorgelegt
Die Steinheimer Stadtverwaltung hat das Bildmaterial unmittelbar der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) sowie dem Wildtierbeauftragten des Landkreises Ludwigsburg, Michael Zerrweck, zur fachlichen Bewertung vorgelegt.
Wildtierbeauftragte sind in Baden-Württemberg die zentralen Ansprechpersonen für private und behördliche Fragen rund um Wildtiere. Ihre Funktion ist im Jagd- und Wildtiermanagementgesetz Baden-Württemberg verankert. Sie sind bei den unteren Jagdbehörden angesiedelt und beraten Kommunen, Behörden sowie Bürgerinnen und Bürger.
Die FVA hält die Einordnung des aufgenommenen Tieres als Wolf für wahrscheinlich. Der Wildtierbeauftragte des Landkreises Ludwigsburg bestärkt diese Einschätzung deutlich. In seine Bewertung fließt auch eine weitere Aufnahme einer Wildtierkamera im Landkreis Ludwigsburg ein.
Kein auffälliges Verhalten beobachtet
Das Tier lief in der Nacht lediglich an einem privaten Grundstück vorbei. Ein auffälliges oder ungewöhnliches Verhalten wurde nicht beobachtet. Nach Einschätzung der Fachleute dürfte es sich um einen jungen Wolf auf der Durchreise handeln. Aufgrund der dichten Besiedlung und des hohen Nutzungsdrucks im Landkreis ist nicht davon auszugehen, dass sich das Tier dauerhaft auf Steinheimer Gemarkung aufhält. Wahrscheinlich hat es das Gebiet bereits wieder verlassen.
Auch im benachbarten Rems-Murr-Kreis wurden in den vergangenen Tagen einzelne mögliche Wolfssichtungen gemeldet. Ob es sich dabei um dasselbe Tier handelt, lässt sich derzeit nicht feststellen.
"Tier befindet sich sehr wahrscheinlich auf der Durchreise”
Bürgermeister Thomas Winterhalter erklärt: „Ein Wolf auf Steinheimer Gemarkung ist natürlich etwas Außergewöhnliches und sorgt zunächst für Aufmerksamkeit. Die Aufnahme ist beeindruckend – sie ist aber kein Grund für Panik. Das Tier ist unauffällig an einem Grundstück vorbeigelaufen und befindet sich nach fachlicher Einschätzung sehr wahrscheinlich auf der Durchreise. Uns war wichtig, die Bilder zunächst von den zuständigen Fachstellen prüfen zu lassen und anschließend offen, sachlich und ohne unnötige Dramatisierung zu informieren.“
Für Spaziergänge und andere Freizeitaktivitäten in Wald und Flur bestehen derzeit keine Einschränkungen. Es gilt die bei allen Wildtieren gebotene Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme.
Was ist bei einer Begegnung zu beachten?
Wölfe sind in der Regel vorsichtige Tiere und meiden den Kontakt mit Menschen. Sollte es dennoch zu einer Begegnung kommen, gelten folgende Empfehlungen:
- Ruhe bewahren und Abstand halten.
- Nicht auf das Tier zugehen, es nicht verfolgen oder bedrängen.
- Nicht weglaufen, sondern sich langsam zurückziehen.
- Durch lautes Sprechen, Rufen oder Klatschen sich bemerkbar machen.
- Hunde anleinen und dicht bei sich führen.
- Das Tier unter keinen Umständen füttern.
- Beobachtungen möglichst mit Ort, Datum und Uhrzeit sowie – nur aus sicherer Entfernung – mit Bild- oder Videomaterial dokumentieren.
Weitere mögliche Wolfssichtungen sollten an Michael Zerrweck, den Wildtierbeauftragten bei der unteren Jagdbehörde des Landratsamts Ludwigsburg, Mail: michael.zerrweck@landkreis-ludwigsburg.de, oder unmittelbar an das FVA-Wildtierinstitut gemeldet werden. Die FVA ist unter Tel. 0761 4018-274 beziehungsweise per E-Mail an info@wildtiermonitoring.de erreichbar.
