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Neue Integrierte Leitstelle mit Katastrophenschutzzentrum stärkt Sicherheit

Der Landkreis Ludwigsburg plant den Bau einer neuen Integrierten Leitstelle (ILS) mit Katastrophenschutzzentrum und setzt damit ein klares Zeichen für die Notfallversorgung der Bevölkerung und die Zukunft des Bevölkerungsschutzes. Der Kreistag hat in seiner Sitzung am Freitag, den 17. Juli 2026, die abgeschlossene Entwurfsplanung, die weitere Planung für das Gesamtprojekt sowie den Bau der ILS mehrheitlich beschlossen. Das Projekt wird vollständig über Zuschüsse finanziert. „Wir schaffen damit nicht nur ein neues Gebäude – wir schaffen eine zukunftsfähige Sicherheitsinfrastruktur für die Bevölkerung im gesamten Landkreis“, sagte Landrat Dietmar Allgaier.

Eine moderne, zweigeschossige Gebäudeansicht mit großen Fenstern und einer klaren, minimalistischen Fassade. Im Vordergrund führt ein Weg zum Eingang, während Bäume und eine grüne Rasenfläche die Umgebung prägen. Das Gesamtbild vermittelt einen harmonischen und einladenden Eindruck.

Visualisierung der Integrierten Leitstelle mit Katastrophenschutzzentrum. Bildquelle: TRU Architekten Part mbB.

Neue Heimat für die Integrierte Leitstelle

Für den Bau der Integrierten Leitstelle besteht dringender Handlungsbedarf: Die Leitstelle ist derzeit im Feuerwehrhaus der Stadt Ludwigsburg untergebracht. Die bestehenden Räumlichkeiten entsprechen weder den heutigen Anforderungen an eine moderne Leitstelle noch bieten sie ausreichend Platz. Zudem hat die Stadt Ludwigsburg angekündigt, die derzeit vermieteten Flächen künftig selbst zu benötigen. Die Leitstelle muss den bisherigen Standort daher verlassen.

Somit bietet sich die Chance, den notwendigen Neubau der Leitstelle mit dem Katastrophenschutzzentrum zu verbinden. So entsteht in einem gemeinsamen Projekt eine moderne und zukunftsfähige Sicherheitsinfrastruktur für den gesamten Landkreis.

Steigender Bedarf an leistungsfähigen und modernen Strukturen im Bevölkerungsschutz

„Die Starkregenereignisse der vergangenen Jahre, großflächige Stromausfälle, Wald- und Vegetationsbrände, Pandemien oder auch die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa zeigen uns sehr deutlich: Krisen sind längst keine theoretischen Szenarien mehr. Sie gehören inzwischen zu unserer Realität“, stellte Landrat Allgaier fest. Gerade deshalb müssten Strukturen in diesem Bereich heute so aufgestellt werden, dass sie den Anforderungen der nächsten Jahrzehnte gerecht werden.

Mit dem der ILS angegliederten neuen Katastrophenschutzzentrum, so Allgaier weiter, solle künftig eine zentrale Anlaufstelle für den Bevölkerungsschutz im Landkreis entstehen. Durch die Bündelung wichtiger Einrichtungen würden kurze Wege, schnelle Entscheidungen und eine enge Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen im Krisenfall ermöglicht – entscheidende Faktoren, um im Ernstfall schnell und effektiv Hilfe leisten zu können. Darüber hinaus werde ein dauerhaft erreichbares Lagezentrum eingerichtet, das im Krisenfall als zentraler Ansprechpartner für die Bevölkerung dient. „Im Ernstfall können diese Strukturen entscheidend dazu beitragen, schneller Hilfe zu leisten und Menschenleben zu schützen“, sagte Landrat Allgaier. 

Vollständige Finanzierung der Investitionskosten über Fördermittel möglich

Für das Projekt sind Gesamtkosten in Höhe von 34,9 Millionen Euro veranschlagt. Die Verwaltung hat sämtliche relevanten Fördermöglichkeiten intensiv geprüft. Neben der klassischen Feuerwehförderung bietet das neue Länder- und Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz (LuKIFG) besonders großes Potenzial. Nach sorgfältiger Prüfung ist die Kreisverwaltung zu dem Ergebnis gekommen, dass das Katastrophenschutzzentrum als kommunale Infrastruktur des Bevölkerungsschutzes die Voraussetzungen für eine Förderung nach LuKIFG erfüllt. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, die Investitionskosten überwiegend aus Bundesmittel zu finanzieren. Die restlichen Mittel kommen aus der Förderung des Feuerwehrwesens. Damit kann das Projekt ohne Eigenmittel des Landkreises gebaut werden. „Die Finanzierung aus dem Sondervermögen betrachten wir als sinnvollen und zielführenden Weg, um das Projekt zeitnah umzusetzen und die Krisenfestigkeit des Landkreises nachhaltig zu stärken. Dank LuKIFG muss der Landkreis für das Katastrophenschutzzentrum keinen einzigen eigenen Euro aufbringen“, so Landrat Allgaier.  

Gebäude ist auf sicheren 24/7-Betrieb ausgelegt 

Die abgeschlossene Entwurfsplanung bildet die belastbare Grundlage für die weiteren Projektphasen sowie für die Kosten- und Terminplanung. Das neue Zentrum wird künftig die Integrierte Leitstelle (ILS), den Katastrophenschutz, den Führungsstab, Materiallager und die Fahrzeughalle an einem Standort zusammenführen. Die enge funktionale Vernetzung der Bereiche schafft kurze Wege und ermöglicht schnelle sowie effiziente Abläufe im Einsatzfall.

Das Gebäude ist auf einen sicheren 24-Stunden-Betrieb an sieben Tagen in der Woche ausgelegt und erfüllt die Anforderungen an eine leistungsfähige Infrastruktur für den Bevölkerungsschutz. Gleichzeitig setzt die Planung auf ein nachhaltiges und wirtschaftliches Baukonzept: Eine Hybridbauweise mit hohem Holzanteil, Photovoltaikanlagen, Dachbegrünung und ressourcenschonenden Materialien trägt zum Klimaschutz bei. Eine kompakte Bauweise, ein hoher Vorfertigungsgrad und langlebige Materialien reduzieren zudem Bauzeit sowie Betriebs- und Unterhaltungskosten.

Schallgutachten bestätigen Verträglichkeit des künftigen Betriebs

Auch zukünftige Entwicklungen wurden bereits berücksichtigt. Die modulare Gebäudestruktur ermöglicht flexible Anpassungen an veränderte Anforderungen. Helle, barrierefreie Arbeitsbereiche und Kommunikationsflächen schaffen gute Arbeitsbedingungen für Mitarbeitende und Einsatzkräfte. Schallgutachten bestätigen zudem die Verträglichkeit des künftigen Betriebs. Für Teile der angrenzenden Wohnbebauung wird sich die Lärmsituation durch den Neubau sogar verbessern.