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Informationsabend im Rathaus Bönnigheim: Zusammenarbeit ausbauen, um Rebhuhn-Bestände zu stärken

Unter dem Motto „Blühende Äcker, reiche Ernte“ fand kürzlich im Bönnigheimer Rathaus eine Informationsveranstaltung zum Thema Rebhuhnschutz statt. Zahlreiche Landwirte, Jagdpächter und Wengerter nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Eine blühende Wiese mit einer Vielzahl von bunten Wildblumen, darunter rote Mohnblumen und gelbe Blüten. Im Hintergrund sieht man sanfte Hügel unter einem weiten, bewölkten Himmel.

Mehrjährige Buntbrachen wie diese in Markgröningen-Unterriexingen sind ein wichtiger Bestandteil beim Rebhuhn-Schutz (Bild: LEV Landkreis Ludwigsburg)

Fachliche Einblicke gaben Johanna Klebe und Andreas Fallert vom Landschaftserhaltungsverband (LEV) Landkreis Ludwigsburg sowie Alicia Läpple vom Fachbereich Landwirtschaft des Landratsamtes. Ergänzt wurden die Beiträge durch praxisnahe Erfahrungsberichte von Jagdpächter Matthias Grünenwald aus Hofen und Landwirt Andreas Krapf aus Erligheim.

Deutlich wurde an diesem Abend das Spannungsfeld, in dem sich viele landwirtschaftliche Betriebe bewegen: Sinkende Markterlöse für zahlreiche Kulturen stehen steigenden Produktionskosten gegenüber, während gleichzeitig gesellschaftliche Erwartungen – etwa zur Förderung der Biodiversität – an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig kann gerade die Art der Ackerbewirtschaftung einen großen Einfluss auf die Vielfalt der Lebensräume und Arten haben.

Aktuell läuft das jährliche Rebhuhn-Monitoring

Im Mittelpunkt stand das Rebhuhn, das in Baden-Württemberg als „vom Aussterben bedroht“ gilt und als Vogel des Jahres 2026 im Fokus steht. Aktuell läuft auch wieder das jährliche Rebhuhn-Monitoring, das in Zusammenarbeit der Unteren Jagdbehörde mit der Wildforschungsstelle des Landwirtschaftlichen Zentrums Baden-Württemberg (LAZBW) mit ehrenamtlichen Helfern gemacht wird. In den vergangenen Jahren konnten rund um Erligheim, Kirchheim und Bönnigheim über zehn Rebhuhn-Reviere festgestellt werden. „Die Bestandsentwicklung ist im landkreisweiten Vergleich relativ stabil, aber auf einem kritisch niedrigen Niveau“, erklärte LEV-Geschäftsführer Andreas Fallert.

Um die Bestände langfristig zu stärken, wolle man die Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Jagd und Naturschutz weiter ausbauen. Als zentrale Maßnahmen wurden die Anlage von mehrjährigen Brachen und sogenannten Lichtäckern sowie ein gezieltes Beutegreifer-Management genannt. Jäger beobachten zudem mit Sorge die wachsende Zahl an Raubwild sowie Neozoen (eingewanderten Tierarten) wie Waschbär, Marderhund und Mink, die zusätzlichen Druck auf Bodenbrüter ausüben.

Während der Jungenaufzucht von April bis August Hunde in Feldflur möglichst anleinen

Auch die Bevölkerung kann einen Beitrag leisten: Während der sensiblen Phase der Jungenaufzucht von April bis August sollten Hunde in der Feldflur möglichst angeleint werden, um Störungen zu vermeiden. 

Die Veranstaltung bot Raum für einen konstruktiven Austausch und machte deutlich, dass der Schutz des Rebhuhns nur gemeinsam gelingen kann.