Berechnet hat die Fahrgastzahlen das unabhängige Büro Gertz Gutsche Rümenapp Stadtentwicklung und Mobilität GbR im Rahmen der Standardisierten Bewertung. Dabei handelt es sich um ein bundesweit verbindliches Verfahren zur Prüfung der Wirtschaftlichkeit von Nahverkehrsprojekten, das eine objektive Beurteilung nach einheitlichen Maßstäben ermöglicht. Das Verfahren wird alle paar Jahre fortgeschrieben, sodass sicherstellt ist, dass die Bewertung stets auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft und der gesellschaftlichen Wertevorstellungen ist.
Modell berücksichtigt heutige Mobilität, Bevölkerungsentwicklung und Umsteigeverhalten
Grundlage für die Berechnung der Fahrgastzahlen ist ein Verkehrsmodell, das heutige Mobilität, Bevölkerungsentwicklung und Umsteigeverhalten berücksichtigt. Dabei werden mehrere Gruppen erfasst: Personen, die bisher den Bus nutzen und künftig mit der Stadtbahn schneller unterwegs sind; Menschen, die bislang mit dem Auto fahren und bei einem zuverlässigen, staufreien Angebot auf den ÖPNV umsteigen und Personen, die erst infolge des Angebots einer Stadtbahn Ziele in der Innenstadt aufsuchen.
Wichtig zu beachten ist, dass die prognostizierte Gesamtzahl nicht beschreibt, wie viele Menschen täglich von Markgröningen bis Ludwigsburg durchfahren. Gezählt werden alle Fahrgäste entlang der Strecke und auf Teilabschnitten. Im Falle eines Halts am Westausgang werden auf dem Streckenabschnitt mit der höchsten Nachfrage, beide Fahrtrichtungen zusammengenommen, täglich rund 6.300 Fahrgäste erwartet.
Tatsächliche Nachfrage übertrifft häufig Prognosen
Die Berechnungen erfolgten bewusst zurückhaltend. So wird vermieden, dass ein Angebot geschaffen wird, das am Bedarf vorbeigeht. Erfahrungen aus vergleichbaren Projekten zeigen, dass die tatsächliche Nachfrage die Prognosen häufig übertrifft. Ein Beispiel dafür ist die Stadtbahn in Heilbronn, deren erwartete Fahrgastzahlen bereits kurz nach der Inbetriebnahme deutlich überschritten wurden.
„Die Prognosen bestätigen, dass die Stadtbahn eine wichtige Rolle im künftigen Mobilitätsangebot der Region übernehmen kann. Die steigende Nachfrage im öffentlichen Verkehr und die Belastung des Straßennetzes zeigen, dass wir neue Lösungen brauchen. Die Stadtbahn bietet dafür eine verlässliche und gut anschließende Verbindung, die den Verkehr insgesamt entlasten kann“, so Stadtbahnchef Michael Ilk.
