Allergische Erkrankungen nehmen seit Jahrzehnten deutlich zu mit einer Stabilisierung zuletzt auf einem hohen Niveau. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts leiden mehr als jedes fünfte Kind und etwa jeder dritte Erwachsene an zumindest einer allergischen Erkrankung. Während Allergien zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch als selten galten, ist ihre Zahl seit den 1970er Jahren stark gestiegen. Diese Entwicklung ist in nahezu allen Industrieländern zu beobachten.
Was ist eine Allergie?
Unter einer Allergie versteht man eine Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers. Typische Allergene können z.B. Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Lebensmittel oder Medikamente sein. Symptome sind eine laufende oder verstopfte Nase, tränende und juckende Augen, Niesreiz, Husten, Atembeschwerden oder Hautreaktionen wie Rötungen, Quaddeln und Ausschläge.
„In besonders schweren Fällen kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen. Diese maximale Überempfindlichkeitsreaktion ist akut lebensbedrohlich. Das Mitführen eines Notfallmedikaments und eines Allergieausweises kann hier Leben retten“, erklärt Dr. Stephan Döring.
Klimawandel und Umweltfaktoren als Treiber
Eine zentrale Rolle für den Anstieg allergischer Erkrankungen wie der Pollenallergie spielen laut Dr. Döring Umweltfaktoren wie Luftschadstoffe und das Klima. Pollen werden durch Klimaveränderungen fast ganzjährig freigesetzt, sind länger in der Luft und können stärkere Beschwerden verursachen. Auch Umweltschadstoffe wirken dabei auf die Pollen. „Analysen zeigen, dass sich die Blühzeiten in den letzten Jahrzenten deutlich nach vorne verschoben haben, zum Beispiel erfolgt die Haselblüte im Durchschnitt mehrere Wochen früher“, erläutert Dr. Döring.
Möglichkeiten zur Vorsorge
Liegt der Verdacht auf eine Allergie vor, kann eine Testung sinnvoll sein. Je nach auslösendem Allergen können dann weiterführende Maßnahmen Abhilfe schaffen.
Sobald zum Beispiel die Diagnose einer Pollenallergie feststeht, gibt es verschiedene Möglichkeiten, um die Beschwerden zu lindern. „Nach bestätigter Diagnose können bei ausgeprägter Symptomatik bedarfsweise Medikamente eingenommen werden, die die Entzündungsreaktion im Körper unterdrücken, am häufigsten eingenommen werden hierfür sogenannte Antihistaminika in Tablettenform oder als Nasenspray. Die aktuellen Vertreter der Substanzklassen werden in aller Regel gut vertragen und machen weniger müde als in der Vergangenheit. Darüber hinaus besteht noch die Möglichkeit der Hyposensibilisierung, das heißt, dass der Körper schrittweise an das Allergen gewöhnt wird, sodass die Beschwerden deutlich geringer werden“, erläutert Dr. Döring.
An Tagen mit besonders starker Pollenbelastung empfiehlt das Gesundheitsamt Betroffenen, Aktivitäten im Freien zu reduzieren und Fenster geschlossen zu halten. Das Gesundheitsamt empfiehlt Allergikern, sich über den aktuellen Pollenflug zu informieren. Entsprechende Pollenflugkalender und tagesaktuelle Daten sind über verschiedene Wetterdienste und Allergiker-Apps abrufbar.
