Im Laufe der Jahrzehnte hat sich die Pflegeausbildung grundlegend verändert: Aus der Krankenpflegeschule wurde eine moderne Berufsfachschule mit akademisch qualifizierten Lehrenden. Heute können Interessierte zwischen einer dreijährigen Vollzeitausbildung, einer vierjährigen Teilzeitausbildung, einer einjährigen Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe oder einem primärqualifizierenden Studium wählen. Vertiefungen und Schwerpunkte sind unter anderem Pädiatrie, Psychiatrie und Intensivpflege. Das gesamte Bildungsangebot ist AZAV-zertifiziert. Dies ermöglicht es der Schule in Kooperation mit der Agentur für Arbeit weitere Teilnehmende in die Ausbildungen aufzunehmen. Als weiteres Bildungsangebot sind ab 2026 Kurse für die Anerkennung ausländischer Fachkräfte in der Schule geplant.
Neben der Ausbildung junger Menschen spielt die Schule auch eine zentrale Rolle für die Fachkräftesicherung: Sie bildet die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen aus und ist damit ein Schlüssel, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. „Unsere Pflegeschule ist ein unverzichtbarer Baustein, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und die Kliniken fest in der Region zu verankern. Sie ermöglicht es uns, gezielt eigene Fachkräfte auszubilden, unsere Unternehmensstrategie abzusichern und so eine exzellente Versorgung der Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen. Damit können wir den Rückgriff auf Arbeitnehmerüberlassung verringern“, hob Dr. Marc Nickel, Medizinischer Geschäftsführer der RKH Gesundheit, hervor.
Die Schulleiterin Ursula Palmer schilderte die Entwicklung der beruflichen Pflegebildung und warf einen Blick in die Zukunft, in der sich Bildung durch die Nutzung von digitalen Instrumenten weiter verändern wird. „Der Blick in die Zukunft der Pflegebildung macht uns klar, dass wir weiterdenken müssen, wie Lehre zukünftig funktionieren kann. Diesen Weg gilt es jetzt zu beschreiten und anzubahnen.“ Impulse gaben in ihren Vorträgen auch renommierte Expertinnen: Prof. Dr. Anke Simon, Studiendekanin an der DHBW Stuttgart, schilderte die Bedeutung der digitalen Nutzung in der Pflegebildung, Prof. Dr. Claudia Eckstein, Professorin für Pflegewissenschaft an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg, referierte über die Herausforderung des Theorie-Praxis Transfer und Christine Vogler, Präsidentin und Geschäftsführerin des Deutschen Pflegerats, betonte die Notwendigkeit der Erweiterung der Tätigkeitsfelder der Pflege sowie die Bedeutung des beruflichen Selbstverständnisses. Auf einem Podium wurde der Umbruch der Pflegebildung mit Blick auf das Pflegestudium diskutiert.
Am Nachmittag öffnete die Pflegeschule ihre Türen für Schulklassen und Interessierte. Besucher konnten sich in Themenbereichen wie Psychiatrie, Intensiv- und Akutversorgung oder Kinderkrankenpflege informieren und sogar ein Patientensicherheitstraining praxisnah erleben. Das Angebot wurde begeistert angenommen.
