Drei Betroffene berichteten bei der Einführungsveranstaltung ganz persönlich von ihren Krebserkrankungen. Die mit 31 Jahren an Hautkrebs (malignes Melanom) erkrankte Sandra Zimmermann beschreibt ihre Erfahrung so: „Ein kleiner Fleck mit einem großen Einfluss auf mein Leben“. Sie hätte einiges anders gemacht, hätte sie über die Risikofaktoren Bescheid gewusst. Heute mit 41 ist sie krebsfrei, kämpft aber mit einigen Einschränkungen als Folge ihrer Krebsbehandlung. Es ist ihr eine Herzensangelegenheit, junge Menschen über Hautkrebsprävention aufzuklären.
Yvonne Köth und Dirk Rohde erzählten über ihr Leben mit Gebärmutterhals- und Zungengrundkrebs. Köth ist unheilbar krank mit Metastasen, aber der Krebs ist durch eine Antikörpertherapie in Schach gehalten. Sie musste sich von ihrem zweiten Kinderwunsch verabschieden, hat sich von dem Krebs aber ihren Lebensmut und ihren Optimismus nicht nehmen lassen. Rohde konnte wieder zu seinem Job als Motorradpolizist zurückkehren, obwohl er die Hälfte seiner Zunge verlor und alle Lymphknoten im Hals herausoperiert wurden. Beide engagieren sich aktiv in Social Media, um die Impfquote zu verbessern.
Frühe Aufklärung und Vorsorge als Schlüssel zur Prävention
Dr. Uschi Traub, Leiterin des Fachbereichs Gesundheitsförderung des Gesundheitsdezernats betont die Bedeutung regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen und verweist auf Impfungen gegen HPV und Hepatitis B. Köth unterstreicht den Wert von Schulveranstaltungen: „Frühe Aufklärung schafft Bewusstsein und kann helfen, HPV-bedingte Krebsarten zu verhindern. Wir Betroffene machen sichtbar, welche Folgen eine solche Erkrankung haben kann.“ Auch Schulleiter Mirko Samietz betont die Bedeutung solcher Schulveranstaltungen – im Bewusstsein, welch zentrale Rolle Prävention spielt.
Kontakt für Rückfragen:
Dr. Uschi Traub, Tel. 07141 144-2520, Mail: gesundheitsförderung[at]landkreis-ludwigsburg.de .
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Hintergrundinformationen zu Krebs allgemein:
Rund die Hälfte der Bevölkerung erkrankt im Laufe des Lebens an Krebs – jährlich sind es in Deutschland etwa 500.000 Neuerkrankungen. Dabei gilt: Fast jede zweite Krebserkrankung ist vermeidbar. Eine wichtige Rolle in der Krebsprävention spielt die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV). Die STIKO empfiehlt sie für Mädchen und Jungen ab 9 Jahren – idealerweise vor dem ersten sexuellen Kontakt. Auch Hautkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten: Jährlich erhalten rund 372.000 Menschen in Deutschland diese Diagnose. Besonders der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) nimmt zu. Eine Früherkennung ist wichtig – etwa durch die ABCDE-Regel bei Pigmentmalen. Vorbeugung ist möglich: Nichtrauchen, Bewegung, gesunde und ausgewogene Ernährung, kein oder maßvoller Alkoholkonsum und Schutz vor UV-Strahlung senken das Risiko erheblich.
Weitere Informationen zur Krebsprävention in der Übersicht unter: https://www.dkfz.de/fileadmin/user_upload/Krebspraevention/Download/pdf/Infografiken_und_Faltblaetter/2021_Infografik_Vermeidbare-Krebserkrankungen.pdf
