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Wie man sich vor Hautkrebs schützen kann

Wenn der Frühling beginnt und die Zahl der Sonnenstunden steigt, ist das für viele ein Grund zur Freude. Neben der positiven Wirkung der Sonne auf das Gemüt sind Sonnenstrahlen wichtig, um die körpereigene Vitamin-D-Produktion anzuregen. Dennoch birgt die Sonne auch Gefahren. Aktuell erkranken in Deutschland mehr als zehnmal so viele Menschen an Hautkrebs als noch vor 40 Jahren. Das Gesundheitsdezernat nimmt dies zum Anlass, über die Gefahren zu informieren und Tipps zu geben, wie man sich davor schützen kann.

Der richtige Lichtschutzfaktor ist entscheidend

Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt für den täglichen Gebrauch einen Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 30. Wenn man sich in den Bergen, auf Schnee, am Wasser und in besonders sonnigen Regionen aufhält, sollte man hingegen zu LSF 50+ greifen. Dies ist generell bei Kindern und besonders UV-empfindlichen Personen empfehlenswert. Außerdem ist es wichtig, dass die Sonnencreme auch vor UV-A-Strahlung schützt. Diese langwelligere UV-Komponente dringt tiefer in die Haut ein und verursacht dort langfristige Schäden wie Hautalterung.

Nachcremen verlängert nicht die Schutzzeit 

Um die angegebene Schutzwirkung von Sonnenprodukten zu erreichen, sollte die Creme 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne aufgetragen werden. Empfohlen werden zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Haut. Bei einer erwachsenen Person sind das für den ganzen Körper vier gehäufte Esslöffel. Nach fünfmal Eincremen sollte eine gewöhnliche Flasche mit 200 Millilitern aufgebraucht sein. Nachgecremt werden sollte alle zwei bis drei Stunden. Das Nachcremen verlängert jedoch nicht die Schutzzeit, sondern erhält ihn nur aufrecht. Auch wasserfeste Sonnenschutzmittel sollten nach dem Schwimmen wiederholt aufgetragen werden, da das Mittel durch Wellen und Abrieb beim Trocknen verloren geht. Textiler Sonnenschutz, Schatten, Sonnenhut, Sonnenbrille, Vermeiden der Mittagssonne und ein Sonnenschirm können zusätzlich schützen.

In Deutschland erhalten jährlich mehr als 270.000 Menschen die Diagnose Hautkrebs

Die Häufigkeit von Hautkrebs nimmt aufgrund des Klimawandels und der damit verbundenen größeren Zahl an Tagen mit höheren krebserregenden UV-Strahlenwerten weiter zu. In Deutschland erhalten jährlich mehr als 270.000 Menschen (Stand: 2023) die Diagnose Hautkrebs. Davon erkrankten rund 27.500 Menschen am malignen Melanom, das auch als Schwarzer Hautkrebs bezeichnet wird. Bei rund 243.000 Menschen handelt es sich dabei um einen weißen (hellen) Hautkrebs. 

Hautkrebsscreening und Selbstuntersuchung als wichtige Vorsorgemaßnahmen 

Zu wenige Menschen gehen in Baden-Württemberg zur Hautkrebsvorsorge: In den vergangenen rund 20 Jahren hat sich die Zahl der Krankenhausbehandlungen und Todesfälle im Zusammenhang mit Hautkrebs fast verdoppelt, teilt die Techniker Krankenkasse (TK) mit. Dabei können gesetzlich Versicherte in Deutschland ab 35 Jahren alle zwei Jahre kostenlos am Hautkrebsscreening teilnehmen. Leider sind auch immer öfter junge Menschen von 

Hautkrebserkrankungen betroffen. Daher übernehmen manche Krankenkassen die Kosten eines Hautkrebs-Screenings bereits ab 15 Jahren. Insbesondere bei erblicher Vorbelastung oder sehr hellen Hauttypen sollte ein Hautkrebsscreening auch schon in jungem Alter erwogen werden. Zusätzlich rät das Gesundheitsamt zur monatlichen Selbstuntersuchung – mehr als die Hälfte aller Hautkrebsfälle wird von Betroffenen selbst entdeckt. 

Erste Anzeichen von Hautkrebs oder verdächtigen Muttermalen erkennen

Bereits im frühen Stadium zeigt sich ein Melanom (schwarzer Hautkrebs) anhand bestimmter Veränderungen oder Auffälligkeiten eines Pigmentflecks. Besonders hilfreich ist die ABCDE-Regel:

  • Asymmetrie: Ein Muttermal ist ungleichmäßig geformt und nicht rund oder oval. 
  • Begrenzung: Der Rand eines Pigmentmals ist unregelmäßig oder unscharf.
  • Colour (Farbe): Ein Muttermal hat mehrere Farbtöne – von bräunlich bis rötlich, bläulich, gräulich oder schwärzlich. 
  • Durchmesser: Plötzlich gewachsene Pigmentflecke oder einer, deren Durchmesser größer als 3 bis 5 Millimeter ist, gelten als verdächtig. 
  • Erhabenheit: Das Pigmentmal ragt mehr als einen Millimeter über die Hautoberfläche hinaus. Auch Juckreiz und Blutung sind Warnsignale.

Frühe Anzeichen von weißem Hautkrebs können sehr unterschiedlich sein. Im frühen Stadium ist es möglich, dass ein Basalzellkarzinom auf der Haut in Form eines Knötchens erscheint. Das Knötchen wirkt glasig, weißlich oder rötlich. Es kann mit feinen Blutäderchen versehen und mittig eingesenkt sein. Häufig sind es auch verkrustete Hautstellen, die nicht abheilen und immer wieder verschorfende Wunden. 

Für Kindergelten besondere Vorsichtsmaßnahmen

Kinderhaut ist besonders empfindlich – ihre Eigenschutzzeit beträgt nur etwa zehn Minuten. Deshalb: Keine pralle Sonne für Säuglinge, keine Sonnencreme im ersten Lebensjahr, textiler Sonnenschutz, beispielsweise Hut mit Nackenschutz, geeignetes Sonnenschutzmittel mit LSF 50, Mittagssonne meiden und mindestens 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne eincremen. Auch Kleinkinder sollten schon eine Sonnenbrille tragen, da sie noch eine transparente Augenlinse haben.

Veranstaltungen des Landratsamts zur Hautkrebsvorsorge 

Eine Infoveranstaltung für Alleinerziehende zum Thema Sonnenschutz und Hautkrebsvorsorge findet am Dienstag, 19. Mai 2026, 16 bis 18 Uhr, im Kreishaus Ludwigsburg statt. Carola Benkert und Filiz Ugur vom Gesundheitsdezernat des Landratsamts Ludwigsburg werden in diesem Seminar kurz auf die verschiedenen Arten von Hautkrebs eingehen und die wichtigen Warnsignale erklären. Sie thematisieren auch die Besonderheiten für den Sonnenschutz bei Kindern und geben Empfehlungen für einen angepassten Umgang mit der Sonne. 

Die Freibadaktion des Gesundheitsdezernats in Ludwigsburg-Hoheneck zum Thema Sonnenschutz ist für 3. August 2026, vormittags, terminiert – bei schlechtem Wetter ist als Ersatztermin der 10. August 2026 vorgesehen.