In der Sitzung wurde der Antrag der Stadt Ludwigsburg behandelt, die Planungen für den Bau einer Stadtbahnstrecke auf das zu reaktivierende Teilstück zwischen Markgröningen und dem Ludwigsburger Bahnhof zu reduzieren. Die Verbandsversammlung lehnte den Antrag der Stadt Ludwigsburg mehrheitlich ab.
Obwohl Nutzen Kosten übersteigt, droht Projekt ausgebremst zu werden
„Was 2022 mit großer Einigkeit und Zuversicht begann, droht nun ausgebremst zu werden“, betonte Allgaier. „Das Projekt ist zu wichtig, um es leichtfertig aufzugeben – für die Mobilitätswende, für die Klimaziele und für die Lebensqualität der gesamten Region.“ Die Vorteile des Projekts seien durch die standardisierte Bewertung klar belegt: Der gesamtwirtschaftliche Nutzen übersteigt die Kosten deutlich. Bund und Land hätten ihre Förderzusagen erneuert und signalisiert, dass sie den Bau und den Betrieb der Stadtbahn weiterhin großzügig unterstützen. Die Planungen seien weit fortgeschritten, die Einreichung der Planfeststellung für den ersten Abschnitt war für Sommer 2026 vorgesehen.
LUCIE steht für nachhaltige Mobilität
Der Stellvertretende Vorsitzende des Zweckverbands Stadtbahn und Markgröninger Bürgermeister Jens Hübner unterstrich: „Die Stadtbahn LUCIE ist ein zentrales Infrastrukturprojekt für den gesamten Kreis und die beteiligten Kommunen, weil sie leistungsfähige, klimafreundliche Mobilität schafft und die wachsenden Verkehrsprobleme nachhaltig entlastet. Auch in finanziell herausfordernden Zeiten sollte an diesem wegweisenden Infrastrukturprojekt festgehalten werden. Wir wünschen uns baldige Klarheit, um ,den Zug aufs Gleis zu bringen‘. Im interkommunalen Verbund wünschen wir uns einen möglichst baldigen Start vom Markgröningen Bahnhof und stehen für den weiteren konstruktiven Austausch jederzeit bereit.“ Kornwestheims Oberbürgermeister Nico Lauxmann sagte: „Der Zweckverband Stadtbahn ist auf eine langfristige und verlässliche kommunale Zusammenarbeit ausgelegt. Ziel war und ist es, mit der Stadtbahn LUCIE eine nachhaltige Verbesserung des ÖPNV von Schwieberdingen bis Pattonville zu realisieren. Dafür setze ich mich weiterhin ein. Solange nicht alle Partner zur Anbindung Pattonvilles stehen, haben wir die projektbezogenen Ausgaben im Wirtschaftsplan 2026 mit einem Sperrvermerk versehen – das ist aus meiner Sicht ein verantwortungsvoller Umgang mit Steuermitteln. Wir sind jederzeit gerne bereit, in Gesprächen gemeinsam nach einer tragfähigen Lösung im Sinne des Gesamtprojekts zu suchen.“ Der Erste Bürgermeister von Remseck, Jo Triller, ergänzte: „Wir sind nach wie vor von dem Projekt überzeugt. Es ist wichtig, im Landkreis Ludwigsburg nicht nur auf Busse als ÖPNV zu setzen, sondern eine qualitativ hochwertige Schienen-Verbindung bis Pattonville und der Haltestelle Hornbach zu haben. Diese Verbindung ist ein sehr wichtiger Schritt Richtung nachhaltiger Mobilität im Landkreis Ludwigsburg.“
Leistungsfähiges Schienensystem bringt notwendige Entlastung
Der Vorsitzende des Zweckverbands, Dietmar Allgaier, warnte in seiner Stellungnahme davor, die Diskussion auf kurzfristige Aspekte zu verengen. Angesichts stetig steigender Einwohnerzahlen, wachsendem Verkehrsaufkommen und zunehmender Überlastung der Straßeninfrastruktur könne nur ein leistungsfähiges Schienensystem die notwendige Entlastung bringen. „LUCIE ist das Rückgrat der klimafreundlichen Mobilität im Landkreis“, so der Landrat und Zweckverbandsvorsitzende weiter.
Kritik übt Allgaier auch am Vorgehen der Stadt Ludwigsburg: „Der Antrag, die ,notwendigen Schritte‘ zur Umsetzung des Gemeinderatsbeschlusses einzuleiten, lässt offen, was konkret darunter zu verstehen ist. Wir erwarten Klarheit über die weiteren Absichten der Stadt.“
Einmalige Chance
Der Zweckverband Stadtbahn appelliert an die Stadt Ludwigsburg, ihren Beschluss zu überdenken und gemeinsam mit den Partnerkommunen den eingeschlagenen Weg fortzusetzen – im Interesse der gesamten Region und der kommenden Generationen.
