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Schülerinnen und Schüler erleben den Alltag von Sehbehinderten

Im Rahmen der „Woche des Sehens“ fand am Dienstag (15. Oktober 2024) eine besondere Veranstaltung für Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klassenstufe im Central & Union Filmtheater Ludwigsburg statt: Ziel der Veranstaltung war es, das Bewusstsein für die Bedeutung des Sehvermögens und die Lebensrealität sehbehinderter Menschen zu schärfen. Organisiert wurde das Projekt erstmals vom Gesundheitsdezernat des Landratsamts in Kooperation mit der Film- und Fernsehproduktion Umbreit, dem Central & Union Filmtheater Ludwigsburg sowie dem Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg.

Höhepunkt der Veranstaltung war die Vorführung des Films „Das Dorf der Stille“, der von dem mehrfach mit dem Deutschen Kamerapreis ausgezeichneten Filmemacher Bernd Umbreit produziert wurde. Der Film begann mit einer Einführung des Regisseurs, der die Schüler auf die Inhalte und Themen des Films einstimmte. Anschließend erläuterte Umbreit in einem persönlichen Gespräch besondere Szenen des Films und ging auf Fragen der Jugendlichen ein. „Mich persönlich hat der Film stark berührt“, kommentiert Dr. Karlin Stark, Leiterin des Dezernats für Gesundheit und Verbraucherschutz. „Er vermittelt Wertschätzung und Respekt für eine Welt, in der es weder Seh- noch Höreindrücke gibt.“

In Das Dorf der Stille“ haben Heidi und Bernd Umbreit über ein Jahr lang taubblinde Menschen begleitet, die ihre Umwelt über die Sinne des Tastsinns, Geruchssinns und Geschmackssinns wahrnehmen. Der Film zeigte eindrucksvoll, dass diese Welt, obwohl sie für Außenstehende fremd erscheinen mag, weder dunkel noch stumm ist.

Parcours der Sinne – eine besondere Erfahrung

Bereits vor der Filmvorführung und auch im Anschluss hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, einen Parcours vor dem Central & Union Filmtheater zu absolvieren. Unter der Leitung des Blinden- und Sehbehindertenverbands Württemberg konnten die Teilnehmer mit verbundenen Augen und Simulationsbrillen, die verschiedene Augenkrankheiten wie den grauen Star nachstellten, alltägliche Hindernisse meistern. Sie erhielten dabei Unterstützung von Ralf Müller vom Blinden- und Sehbehindertenverband und wurden mit Taststöcken und anderen Hilfsmitteln durch den Parcours geführt.

„Durch diese praxisnahe Erfahrung erlebten die Jugendlichen, wie es sich anfühlt, mit einer Sehbehinderung den Alltag zu bewältigen“, erklärt Dr. Uschi Traub, Leiterin des Fachbereichs Prävention und Gesundheitsförderung. „Die Veranstaltung in Ludwigsburg war ein voller Erfolg und bot den Schülerinnen und Schülern eine einzigartige Gelegenheit, sich interaktiv und emotional mit dem Thema auseinanderzusetzen.“


Woche des Sehens – Eine wichtige Initiative

Die „Woche des Sehens“ ist eine seit 2002 jährlich stattfindende bundesweite Initiative, die sich für die Prävention von Sehverlusten und die Unterstützung von Menschen mit Sehbehinderungen einsetzt. Die „Woche des Sehens“findet dieses Jahr vom 8. bis 15. Oktober

statt und steht unter dem Motto „Klar sehen“. Schätzungen zufolge leben in Deutschland etwa 150.000 blinde und 500.000 sehbehinderte Menschen. Die Kampagne zielt darauf ab, das Bewusstsein für gutes Sehvermögen und den respektvollen Umgang mit betroffenen Menschen zu fördern.

Weitere Informationen unter: www.woche-des-sehens.de