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On-Demand-Verkehr im Landkreis Ludwigsburg

Dem Pilotprojekt „On-Demand-Verkehre im Landkreis Ludwigsburg“ hat der Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) in seiner Sitzung am Mittwoch (26. Oktober) zugestimmt. „Das ist ein weiterer wichtiger Baustein der Mobilitätswende“, freut sich Landrat Dietmar Allgaier über diesen Service, der den Öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis Ludwigsburg noch attraktiver machen wird.

Innenansicht eines Busses mit leeren Sitzen und gelben Haltestangen. Die Beleuchtung ist gedämpft, und im Hintergrund sind verschwommene Lichter und ein Informationsmonitor sichtbar.

Der On-Demand-Verkehr soll in Besigheim, Kirchheim, Walheim, Gemmrigheim, Bietigheim-Bissingen und Tamm umgesetzt werden und von 2023 bis 2026 laufen. Der Landkreis übernimmt dabei die gesamten Software- und Marketingkosten sowie 50 Prozent der Betriebskosten des Pilotprojekts, wenn die beteiligten Kommunen die verbleibenden 50 Prozent finanzieren. Die bereits im Nahverkehrsplan verankerten On-Demand-Verkehre sollen die bestehenden Linienverkehre ergänzen. Mit dem Pilotprojekt sollen Erfahrungen gesammelt werden, ob On-Demand-Verkehre im gesamten Landkreis zukünftig als integraler Bestandteil des Linienverkehrs zum Einsatz kommen sollen. Dafür werden verschiedene Ansätze im Berufsverkehr, am Wochenende und im Nachtverkehr verfolgt.

Kreisverwaltung und AUT sehen es als sinnvoll an, das Pilotprojekt im nächsten Jahr zu starten und nicht von einer Förderung abhängig zu machen. Im nächsten Schritt soll die Zustimmung der in Frage kommenden Kommunen zur Umsetzung und Mitfinanzierung eingeholt werden. Diese haben bereits Interesse am Projekt signalisiert.

Bei den On-Demand-Verkehren sollen barrierefreie Autos beziehungsweise Kleinbusse mit bis zu acht Fahrgastplätzen und elektrischem Antrieb zum Einsatz kommen. Für den Regelbetrieb des On-Demand-Verkehrs sind zwei Fahrzeuge vorgesehen, um bei hoher Fahrgastnachfrage die Wunschzeiten gewährleisten zu können. Ein drittes Fahrzeug dient als Reservefahrzeug. Die betriebliche Abwicklung des On-Demand-Verkehrs soll ein Verkehrsunternehmen übernehmen, das bereits im Besitz von Linienverkehrskonzessionen im Pilotprojekt-Raum ist. Als Software soll zunächst für den Pilotzeitraum eine Software zum Einsatz kommen, die bereits bei den Stuttgarter Straßenbahnen AG verwendet wird. Fahrten können über eine App oder telefonisch gebucht werden. Für die Nutzung der On-Demand-Verkehre soll der VVS-Tarif gelten: Alle Fahrgäste, die bereits einen gültigen Fahrschein für die Tarifzone des On-Demand-Verkehrs besitzen, können dann den On-Demand-Verkehr ohne Zuschlag nutzen.

Wichtige Ziele des On-Demand-Verkehrs sind die Verringerung des Individualverkehrs und Kohlendioxid-Einsparungen durch elektrisch angetriebene Fahrzeuge sowie die Schaffung eines attraktiven Angebots zur Bewältigung der „letzten Meile“. Der On-Demand-Verkehr soll als „freier Flächenverkehr“ ohne festen Fahrplan und ohne feste Haltestellen mit sogenannten virtuellen Haltestellen organisiert werden. Eine virtuelle Haltestelle existiert nur im Datensystem, sodass in kurzen Abständen mehrere Haltestellen festgelegt werden können. Durch die hohe Haltestellendichte wird der ÖPNV noch attraktiver. In den Bereichen, in denen der On-Demand-Verkehr als Ergänzung dient, soll eine Fahrt nur dann gebucht werden können, wenn es keinen Linien- oder Schienenverkehr zur gleichen Zeit gibt. Die vorgesehene Software kann dies steuern und zudem eine effiziente Beförderung mehrerer Fahrgäste ohne lange Warte- und Umwegzeiten ermöglichen.