Die Aufgaben der Zentralen Notaufnahme würden nicht vorsehen, Fälle, die aufgrund ihres medizinischen Leidens in einer Notfallpraxis ausreichend behandelt werden können, in einer Zentralen Notaufnahme zu behandeln, stellt Landrat Allgaier fest.
„Leidtragende sind die Patientinnen und Patienten und das Personal in den Notaufnahmen“
Durch die Reduzierung der Öffnungszeiten seien Patienten, die normalerweise die Notfallpraxis aussuchen würden, gezwungen, sich direkt an die Notaufnahme zu wenden. Schon jetzt sei in Bietigheim-Bissingen ein deutlicher Anstieg von 10 bis 15 Patientinnen und Patienten pro Tag in der Notaufnahme festzustellen. Dies führe, so der Chef der Kreisverwaltung, nicht nur zu längeren Wartezeiten, sondern auch zur Überlastung des Systems. „Die Leidtragenden sind daher immer unsere Patientinnen und Patienten und das Personal in den Notaufnahmen, und das muss aufhören“, fordert Landrat Allgaier.
Sollte es zu weiteren Reduzierungen von Öffnungszeiten oder gar Schließungen an einem Standort oder beiden Standorten im Landkreis Ludwigsburg kommen, würden noch sehr viel mehr der bislang in den Notfallpraxen behandelten Patientinnen und Patienten von den jeweiligen Notaufnahmen behandelt werden müssen, was mit den personellen und strukturell-räumlichen Kapazitäten nicht möglich wäre.
„Ich fordere die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg deshalb auf, sorgfältig abzuwägen, welche gravierenden Auswirkungen die Schließungen beziehungsweise Reduzierungen von Öffnungszeiten der Notfallpraxen haben kann und alternative Lösungen innerhalb der zuständigen Institution der Kassenärztlichen Vereinigung zu finden, um sicherzustellen, dass die Patienten die bestmögliche Versorgung erhalten“, so Landrat Allgaier.
Die Regionale Kliniken Holding (RKH) Gesundheit ist inzwischen mit „RKH Care“ (https://www.rkh-gesundheit.de/notfall/) ans Netz gegangen. Diese Einrichtung soll die Patienten zu dem richtigen Behandler steuern und ist ein innovativer Beitrag zur Notfallversorgung, der jedoch nicht vergütet wird.