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Kreis Ludwigsburg hilft im Katastrophengebiet

Ein zweiter Hochwasserzug aus dem Landkreis Ludwigsburg ist am 24. Juli nach der Alarmierung durch das Land nach Rheinland-Pfalz abgerückt. Nach vier Tagen und neun Stunden Einsatz war der Hochwasserzug wieder in der Heimat.

Ein beschädigtes Wohnhaus steht neben einer Reihe von verschmutzten Autos, die in schlammigem Gelände stehen. Die Fahrzeuge sind mit Schmutz und Trümmern bedeckt. Im Hintergrund sind grüne Bäume zu sehen, die die Szene umrahmen.

Kameraden aus Remseck, Oberstenfeld, Tamm und Ludwigsburg ihre Eindrücke von der Situation vor Ort. „Das persönliche Leid vieler Bewohner bewegt. Man ist aber zugleich zufrieden, denn wir haben sehr sinnvolle Hilfe geleistet“, so fasst Zugführer Rainer Rottner das Erlebte zusammen. Die starken Einzelleistungen, bei denen jeder an seine Grenzen ging, haben manches im Einsatzgebiet zum Besseren gewendet. Der Hochwasserzug Ludwigsburg wurde in der Gemeinde Sinzig im Kreis Ahrweiler zusammen mit dem Zug Ostalb eingesetzt.

Im Einsatzgebiet zeigte sich ein Bild der Verwüstung:  Die Brücke der Bundesstraße war in zwei Teile gebrochen. Bis zu sechs Meter hoch türmte sich der Unrat in den Gärten. Während des Hochwassers stand die Ahr in Teilen bis zu 8,5 Meter hoch. „Die Fließgeschwindigkeit war so enorm, dass man aufpassen musste, dass man nicht mitgerissen wurde“, berichtet der bisherige Abschnittsleiter der Feuerwehr Remagen. „Die Gebäude sind teils immer noch meterhoch mit Schutt und Schlamm gefüllt. Das Ausmaß ist kaum zu beschreiben, wenn man es nicht selbst gesehen und erlebt hat“, berichtet Simon Merkle, ebenfalls als Zugführer in der Ludwigsburger Einheit dabei.

Die Wasser- und Stromversorgung war zusammengebrochen. Vielen konnte durch die Organisation professioneller Hilfe eine Perspektive eröffnet werden. Wichtig war vor allem die Versorgung mit frischem, sauberem Trinkwasser. Die Feuerwehren stellten einige Trinkwassercontainer bereit. Von den Einsatzkräften wurden insgesamt 14 Einsatzstellen erfolgreich abgearbeitet, weitere drei wurden dauerhaft betrieben und am Ende des Einsatzes an Nachfolgeeinheiten übergeben. Die beiden Züge pumpten an diesen Einsatzstellen 22.000 Liter Ölgemisch ab und entsorgen es fachgerecht. 80 Kubikmeter ölbelasteter Unrat wurde ausgeräumt. Ein älterer Anwohner war sehr erleichtert und dankbar über die Hilfe. Einem sichtlich erschöpften Anwohner befreiten die Einsatzkräfte Hauseingang und Hof vom Schlamm. „Diese Freude im Gesicht – sie entlohnt mehr als jedes Wort“, stellt Simon Merkle fest.

Manche emotionalen Momente prägten die Zeit. „Viele waren einfach froh, dass jemand zuhörte“, so Merkle. Die Einsatzkräfte nahmen die Anliegen und Erlebnisse der Betroffenen ernst, halfen, wo sie konnten, sprachen Mut zu und kümmerten sich auch um „Kleinigkeiten“: Aus einem Garten in Sinzig wurde ein Auto geborgen, das zwölf Kilometer weiter flussaufwärts geparkt war, und so weit im Fluss getrieben war. An einer Fischzuchtanlage wurden in einem völlig verdreckten Teich Koi-Karpfen entdeckt. Mit einem Pendelverkehr wurden 3.000 Liter Frischwasser aus der benachbarten Gemeinde Remagen transportiert und die Tiere gerettet. Auch die vielen freiwillige Helfer beeindrucken. „Nur durch die gemeinsame, uneigennützige Zusammenarbeit vieler Hände konnte effektive Hilfe möglich gemacht werden“, fasst Merkle zusammen. Und das Wichtigste: „Alle sind gesund und wohlbehalten wieder zu Hause angekommen.“