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Internationaler Tag des Waldes am 21. März

Der internationale Tag des Waldes am 21. März wurde in den 1970er Jahren als Reaktion auf die globale Waldvernichtung ins Leben gerufen. Dieses Jahr widmet sich der Tag der Wälder dem Thema Biodiversität.

Eine große Gruppe von Ameisen ist auf dem Boden zu sehen. Die Ameisen sind vorwiegend schwarz mit roten Beinen und bewegen sich scheinbar durch Erde und Pflanzenreste. Sie erscheinen aktiv und beschäftigt.
Ein grüner Specht klettert an einem Baumstamm hoch. Sein Kopf ist rot, mit einem schwarzen Gesicht und einem weißen Hals. Der Hintergrund ist unscharf und grün, was auf einen Wald hinweist.

Bei  einem Waldspaziergang fällt vielleicht eine Gruppe von Bäumen ins Auge, die mit Wellenlinien markiert sind. Damit kennzeichnen die Försterinnen und Förster im Landkreis so genannte Habitatbäume, die dauerhaft im Wald stehen bleiben, weil sie zahlreichen Lebewesen Unterschlupf bieten. Hierzu gehören zum Beispiel die Spechte, über deren Ankunft sich die Förster freuen, weil sie gerne Borkenkäfer fressen. Die gefiederten Baumeister spielen auch eine wichtige Rolle bei der Gestaltung von Lebensräumen im Wald.

Um sich in einem alten Baum häuslich einzurichten, braucht ein Grünspecht neben dem passenden Baum auch Ameisen in seiner Nähe. Vor allem die Rote Waldameise steht auf seinem Speiseplan ganz oben. Die Rote Waldameise wiederum ernährt sich von allerlei Insekten- und Spinnenarten und baut mit Hilfe von Nadelbäumen ihre Hügel. Ist der Grünspecht erst einmal weiter gezogen, freuen sich die Hohltaube oder Fledermäuse über die frei werdende Höhle im Baum. „Diese Betrachtung zeigt: Im Wald hängt alles miteinander zusammen“, so Dr. Michael Nill, Leiter des Fachbereichs Wald im Landratsamt Ludwigsburg.

Die Biodiversität, auch als biologische Vielfalt bezeichnet, beschreibt dabei die Fülle unterschiedlichen Lebens im Wald. Die Stärkung der Artenvielfalt ist ein wichtiger Teil der Pflegemaßnahmen von Förstern im Wald. Dabei ist es wichtig, unterschiedliche Strukturen zu schaffen und zu fördern. Manche Tier- und Pflanzenarten fühlen sich in dichten und dunklen Wäldern wohler, andere brauchen deutlich mehr Licht und Wärme. Kleinflächige Wechsel zwischen lichten und dunklen Strukturen, alten und jungen Wäldern, Laub- und Nadelwäldern und vielem mehr ermöglichen es zahllosen Tier- und Pflanzenarten, die für sie passende Nische im Wald zu finden.

Würde man die Wälder vollständig sich selbst überlassen, würden sich überwiegend einheitliche, alte und dunkle Strukturen ausprägen – die mag weder eine seltene Baumart wie die Elsbeere, noch die Rote Waldameise, die beide zu den Sonnenanbetern gehören. Die Artenvielfalt würde mit der Zeit abnehmen. Försterinnen und Förster tragen durch eine naturnahe und nachhaltige Waldwirtschaft zum Erhalt gesunder Wälder bei und stärken die Biodiversität. Werden beispielsweise Bäume erkannt, in denen sich bereits Specht-Arten oder andere Vögel niedergelassen haben, werden diese ganz selbstverständlich im Wald belassen. Häufig wählen die Förster daneben weitere Bäume aus, die dann als „Habitatbaumgruppe“ mit der eingangs genannten Wellenlinie markiert werden und damit dauerhaft im Wald erhalten bleiben. Genaues Hinhören beim Waldspaziergang lohnt sich: Im beginnenden Frühjahr hört man wieder das typische Klopfen des Spechts – was auf einen gesunden Wald hinweist.

Anmerkung zu Waldspaziergängen: Aktuell gibt es kein erhöhtes Gefahrenpotential, die meisten Wege sind nach den Stürmen wieder frei. Der Grundsatz bleibt natürlich: jeder betritt den Wald auf eigene Gefahr!

Faktencheck:

Biodiversität in den Wäldern im Landkreis Ludwigsburg

Waldfläche

Waldärmster Landkreis des Bundeslands

12.700 ha (Hektar)

18,4 % des Landkreises

Baumartenausstattung

Artenarme Reinbestände findet man im Landkreis kaum

40 % Eichen-Mischwälder

24 % Buchen-Mischwälder

18 % Buntlaubbaum-Mischwälder

14 % Nadelbaum-Mischwälder

4 % Reinbestände

Holzvorrat

Nachhaltige Holznutzung

Vorrat (Waldbestand): 290 Festmeter / ha

Zuwachs: 6,3 Festmeter / ha und Jahr

Nutzung: 4,6 Festmeter / ha und Jahr

Schutzgebietskulisse gerundete Angaben für den öffentlichen Wald

3.000 ha Wasserschutzwald

1.300 ha Bodenschutzwald

3.000 ha Klimaschutzwald

3.000 ha Immissionsschutzwald

8.500 ha Landschaftsschutzgebiet

300 ha Waldrefugien (Verzicht auf Holznutzung)

280 ha Naturschutzgebiet

150 ha Bann- und Schonwald (Verzicht auf Holznutzung oder Erhalt historischer Bewirtschaftungsformen)