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Gespräch zu Präventions- und Reaktionsmöglichkeiten für junge Straffällige: „Vom Like zur Straftat“

Akteure aus dem Bereich Prävention und Bekämpfung von Jugendkriminalität im Kreis Ludwigsburg sind kürzlich zusammengekommen, um sich beim Gespräch fachlich auszutauschen und zu vernetzen.

Das mittlerweile vierte Fachgespräch „Ambulante Maßnahmen nach dem Jugendgerichtsgesetz (JGG) im Landkreis Ludwigsburg“ fand kürzlich in den Räumlichkeiten des Landratsamts Ludwigsburg statt. Wie bereits bei den vorherigen Veranstaltungen 2014, 2016 und 2018 ist es den Initiatoren (Jugendhilfe im Strafverfahren des Landratsamtes & dem DRK Ludwigsburg) gelungen, den überwiegenden Teil der lokalen Akteure und Fachleute aus dem Bereich der Jugendkriminalität zum fachlichen Austausch zusammenzubringen. Thema der Veranstaltung war in diesem Jahr „Vom Like zur Straftat – Präventions- und Reaktionsmöglichkeiten für junge Menschen im Landkreis Ludwigsburg“.

Polizeipräsidium Ludwigsburg zeigt aktuelle Phänomene in der Jugendkriminalität

Für die insgesamt 55 Personen aus der Jugendhilfe, der Bewährungshilfe, der Jugendrichterschaft, der Polizei, der Staatsanwaltschaft und der Fach- und Beratungsstellen standen an diesem Tag die polizeiliche Medienpräventionsarbeit, der Medienkompetenzkurs des DRK Ludwigsburg als spezielle Reaktion im Jugendstrafverfahren sowie die Arbeit der Fachstelle STELLWERK (Jugendhilfe Hochdorf e.V.) im Zentrum.

Die Abteilung Prävention des Polizeipräsidiums Ludwigsburg gab den Teilnehmenden zunächst einen Überblick über aktuelle Phänomene jugendlichen Fehlverhaltens sowie Straftaten im Internet und zeigte außerdem die Medienpräventionsangebote der Polizei auf, die an weiterführenden Schulen im Landkreis Ludwigsburg umgesetzt werden.

Im Anschluss stellten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bereiches „Ambulante Maßnahmen nach dem Jugendgerichtsgesetz“ des Deutschen Roten Kreuzes den von ihnen im Jahr 2020 entwickelten Medienkompetenzkurs als spezialisierte Maßnahme im Jugendstrafverfahren vor. Die Teilnehmenden der Veranstaltung bekamen dabei einen detaillierten Einblick in die Inhalte und Abläufe des Kurses. 

Die Fachstelle Stellwerk der Jugendhilfe Hochdorf e.V. präsentierte zudem ihre Beratungs- und Aufklärungsarbeit, die sexuell grenzverletzendes Verhalten junger Menschen zum Thema hat. Die genannten Institutionen stellten sehr praxisnah und differenziert die Möglichkeiten, Methoden, Rahmenbedingungen und auch Unterschiede ihrer Arbeit vor.


Gemeinsames Ziel: junge Menschen vor Straftaten im Internet schützen und aufklären

Ein wichtiges Ziel des Fachgesprächs war, dass die Justiz, die Jugendhilfe im Strafverfahren wie auch andere beteiligte Stellen geeignete Maßnahmen und Angebote für junge Menschen, die durch Straftaten im Internet auffällig wurden, kennen und diese Maßnahmen somit passgenauer initiieren können. Dieses fundierte Fachwissen ist eine entscheidende Voraussetzung dafür, (erneuter) Straffälligkeit junger Menschen vorzubeugen und junge Menschen noch besser unterstützen zu können.

Ein grundsätzlicher, wichtiger Aspekt des Fachgesprächs ist die Vernetzung der verschiedenen Akteure und Institutionen, die unterschiedliche Aufgaben und Aufträge haben. Ein lokales Austauschgremium dieser vielfältigen Professionen intensiviert Kooperationen und entfaltet positive Effekte, die den jungen Menschen, die Hilfe und Unterstützung bedürfen, zugutekommen werden. Das nächste Fachgespräch ist für 2026 geplant.