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Europäische Impfwoche: Impfstoffe wirken für jede Generation

Bereits zum 20. Mal findet in diesem Jahr die Europäische Impfwoche (19. bis 25. April 2026), eine Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO), statt. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung von Impfungen zu stärken und die Impfquoten in der Bevölkerung zu erhöhen. Das Motto lautet 2026 „Impfungen wirken in jeder Generation“.

Eine Person erhält eine Impfung in den Oberarm. Eine Hand hält eine Spritze, während eine andere Hand ein Tuch bereitstellt. Der Arm ist gut sichtbar, und die Person trägt ein schwarzes T-Shirt.

Das Gesundheitsdezernat nimmt die Europäische Impfwoche zum Anlass, um auf die Bedeutung des Impfens hinzuweisen. Hohe Impfquoten schützen nicht nur Einzelpersonen, sondern auch die Gemeinschaft, insbesondere gefährdete Gruppen wie Säuglinge oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Die Europäische Impfwoche bietet eine Gelegenheit, den eigenen Impfstatus beim Kinderarzt, Hausarzt oder Gesundheitsamt zu prüfen, fehlende Impfungen nachzuholen und sich über aktuelle Impf-Empfehlungen zu informieren. „Impfungen gehören zu den kostengünstigsten und wirksamsten Schutzmaßnahmen gegen schwere Infektionskrankheiten“, betont Gesundheitsdezernentin Dr. Karlin Stark.

In der Bevölkerung bestehen weiterhin erhebliche Impflücken 

Trotz der hohen präventiven Wirksamkeit von Impfungen und des vergleichbaren geringen Aufwands bestehen in der Bevölkerung weiterhin erhebliche Impflücken. Dies geht aus Analysen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. 

Aufgrund eines erhöhten Risikos für schwere Krankheitsverläufe wird seit Juni 2024 für die unter Einjährigen eine Prophylaxe gegen das Respiratorische Synzytial Virus (RSV) von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen. Dabei erhalten Neugeborene und Säuglinge Antikörper, die vor schweren RSV-Erkrankungen schützen. Der Schutzeffekt hat sich bereits in der darauffolgenden RSV-Saison deutlich gezeigt. Es halbierte sich die Zahl der übermittelten Fälle bei den unter Einjährigen. Zwischen April und September des Jahres 2024 und damit im ersten Jahr seit Einführung der Empfehlung erhielten im Kreis Ludwigsburg 49 Prozent der Säuglinge eine RSV-Prophylaxe.

RSV-Impfung für verschiedene Personengruppen empfohlen

Aber auch Personen ab 75 Jahre und Personen ab 60 Jahre mit bestimmten Grunderkrankungen haben ein erhöhtes Risiko, schwer an RSV-bedingten Atemwegsinfekten zu erkranken und dadurch intensivmedizinisch behandelt zu werden oder zu versterben. Deshalb wird die RSV-Impfung auch für Personen ab 75 Jahren sowie für Menschen ab 60 Jahren mit schweren Vorerkrankungen oder in Pflegeeinrichtungen empfohlen und ist einmalig, gut verträglich und wirksam.

Bestimmte Humane Papillomviren (HPV)-Typen können Krebs am Gebärmutterhals, im Rachen und im Anogenitalbereich auslösen. Zum Schutz davor ist für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von 9 bis 14 Jahren in Deutschland die Impfung gegen HPV empfohlen. Die HPV-Impfung sollte spätestens bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten sogar bis 26 Jahre und in Einzelfällen sogar bei noch Älteren. 

Im Landkreis Ludwigsburg waren 2024 47 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 34 Prozent der 15-jährigen Jungen vollständig gegen HPV geimpft. Die Quoten liegen damit über den Landeswerten, aber deutlich unterhalb der von der Weltgesundheitsorganisation angestrebten 90 Prozent. 

Trotz der in Deutschland niedrigen Impfquoten erste schützende Effekte der HPV-Impfung

Seit 2018 führt das Gesundheitsdezernat mit der Ärzteschaft jährliche HPV-Kampagnen für alle Sechstklässler durch, seit 2024 J1-Kampagnen für die 12- bis 14-Jährigen, um die Zahl der Jugendgesundheitsuntersuchungen zu erhöhen. Trotz der in Deutschland niedrigen Impfquoten werden laut einer Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts erste schützende Effekte auf Bevölkerungsebene sichtbar. So ging die Rate der Neuerkrankungen mit Gebärmutterhalskrebs bei jüngeren Frauen von 20 bis 34 Jahren zurück. Sie ist von 7,8 pro 100.000 Frauen im Jahr 2015 kontinuierlich auf 4,3 im Jahr 2023 gesunken. 

Seit dem vergangenen Jahr empfiehlt die STIKO eine Impfung gegen Meningokokken der Gruppen A, C, W und Y für alle Kinder und Jugendlichen von 12 bis 14 Jahren. Nachimpfungen sind bis 25 Jahre möglich. Diese schützt vor schweren, teilweise lebensbedrohlichen Infektionen wie Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen. Unberührt davon bleibt die Impfempfehlung gegen Meningokokken B, die seit 2024 im Kleinkindalter empfohlen wird.

Impfungen haben auch einen erheblichen wirtschaftlichen Nutzen 

Durch Schutzimpfungen können einige Krankheiten auf Dauer ausgerottet werden – wie die Pocken weltweit. Gleichzeitig haben Impfungen einen erheblichen wirtschaftlichen Nutzen, durch geringere Kosten für die Behandlung von impfpräventablen Krankheiten und Reduzierung von krankheitsbedingten Produktivitätsverlusten. Hohe Impfraten tragen dazu bei, Epidemien und Pandemien zu verhindern oder schneller einzudämmen.