Um einen roten Faden durch die Ausstellung zu bekommen, wurde eine große Klammer hergestellt zwischen dem großformatigen Bild Gisela Posterts mit dem Titel „CORONA“, das in strahlendem Blau die Backsteinwand im Foyer harmonisch kontrastiert, und ihren weiteren Werken, die auf Ebene 8 gezeigt werden. Außerdem wurden im Übergang der einzelnen Ebenen Verbindungen geschaffen. Zunächst sind dies Verbindungen hinsichtlich der Farbigkeit, der Expressivität der Kunstwerke: das erwähnte Werk Posterts mischt kräftige Farben – hier das Blau – mit grafischen Elementen. Und so führt der Blick weiter in Ebene 3 auf die Werke der verstorbenen Künstlerin Monika Adams-Steegmaier, die in ihren Werken der Intuition abgerungene, harmonische Kurven zeigt, die abgegrenzte Felder in satter Farbigkeit bilden. Die Ebenen 4 schließt sich harmonisch daran an: weitere Werke von Monika Adams-Steegmaier sowie die Werke ihres Mannes Hartmut Steegmaier finden sich hier. In seinen farbgewaltigen Bildern wachsen aus Winkeln spielerisch geometrische Landschaften und Täuschungen – ein Spiel mit der Wirkung von Geometrie und Farbe, das sich auch in den Wellpappe-Collagen von Isabell von Wedel auf Ebene 5 wiederfindet. Hier scheinen die Figuren geradezu in Bewegung zu geraten, wie man auch an dem Titel eines ihrer Werke, „Motion in blue“, sehen kann – hier ist das Blau der „rote Faden“. Die Farbigkeit wirkt hier weniger expressiv, die Arbeiten werden figürlicher.
Ebene 6 nimmt das Konkrete, Figürliche auf und zeigt die menschliche Figur in Zeit und Raum. Bettina Kohlens Skulpturen und Skulpturengruppen faszinieren durch die plastische Darstellung des Bewegungsapparates menschlicher Körper. Die Bewegung ist hier nicht nur angedeutet, sondern geradezu greifbar. Bevor auf Ebene 8 die Klammer mit den Bildern Gisela Posterts geschlossen wird, sehen die Besucherinnen und Besucher auf Ebene 7 Werke Ute Kunzes, die sich thematisch nicht greifen lassen wollen, die sowohl figürlich-konkret als auch verspielt-verschwommen gedanklich in die Natur entführen. Mit Titeln wie „Ein Tag der Kunst geht dem Ende zu. Vieles muss noch gedanklich verarbeitet werden“, nimmt Kunze den Betrachter mit in seine eigene Gedankenwelt.
Erstmals gibt es QR-Codes an ausgewählten Kunstwerken, über die man noch weitere Informationen zu den Kunstwerken und zu den Künstlerinnen und Künstlern erhält.
Nach der Begrüßung durch Landrat Dietmar Allgaier wird Kunsthistoriker Prof. Dr. Helge Bathelt fachkundig in die Ausstellung einführen. Die Jazz-Combo der Musikschule Besigheim übernimmt den musikalischen Part der Eröffnung. Kunstrundgänge mit Künstlerinnen und Künstlern finden statt am 21.04 mit Bettina Kohlen, am 05.05. mit Isabell von Wedel und Ute Kunze sowie am 12.05. mit Hartmut Steegmaier, jeweils um 15.00 Uhr. Treffpunkt ist jeweils die Bürgerinfo im Kreishaus.
Für die Vernissage und die Kunstrundgänge ist eine Anmeldung nötig bei Corinna Wörner, E-Mail: corinna.woerner@schiller-vhs.de oder Tel.: 07141 144-41662. Ab 4. April gibt es im Landratsamt zwar keine Pflicht mehr zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, doch wird weiterhin das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes empfohlen. Die Ausstellung im Kreishaus Ludwigsburg, Hindenburgstraße 40, dauert bis 19. Mai.