Landrat und Vorsitzender des Aufsichtsrats, Dietmar Allgaier, betonte in seiner Einführung die anhaltende Dringlichkeit des Themas: „Preisgünstiger Wohnraum im Landkreis Ludwigsburg war und ist immer noch sehr knapp. In der derzeitigen wirtschaftlichen Situation drängen immer mehr betroffene Menschen auf einen Markt, der den Bedarf nicht decken kann.“
Von der Idee zur Gründung
Bereits 2018 wurde mit dem Bündnis für bezahlbaren Wohnraum im Landkreis Ludwigsburg ein wichtiger Grundstein gelegt. Aus diesem Zusammenschluss entstand die Idee einer Bürgergenossenschaft, die Wohnraum nicht nur schafft, sondern dauerhaft in genossenschaftlicher Hand hält. Am 22. April 2022 wurde die Bürgergenossenschaft Wohnen schließlich von 17 Privatpersonen, Institutionen und Kommunen gegründet.
„Neben dem Ziel, preisgünstigen Wohnraum zu schaffen, war es oberste Priorität, dass die Wohnungen dauerhaft im Besitz der Genossenschaft bleiben – also Entwicklung, Bau und Vermietung aus einer Hand“, so Landrat Allgaier.
Positive Entwicklung in den vergangenen vier Jahren
Seit ihrer Gründung hat die Genossenschaft eine dynamische Entwicklung genommen. In den vergangenen vier Jahren fanden intensive Gespräche mit zahlreichen Kommunen, Kirchengemeinden und weiteren Interessierten statt. Auch über die Landkreisgrenzen hinaus gibt es inzwischen konkrete Interessensbekundungen. Neun Gemeinden sind bereits Mitglied der Genossenschaft, vier Kommunen haben Grundstücke eingebracht. Aktuell zählt die Bürgergenossenschaft 54 Mitglieder.
Geschäftsführer Andreas Veit zog im Verwaltungsausschuss eine positive Bilanz: „Die Bürgergenossenschaft Wohnen ist eine Erfolgsgeschichte. Sie ist ein Musterbeispiel dafür, dass preisgünstiger Wohnraum dauerhaft entsteht, wenn sich Kommunen und der Landkreis zusammenschließen – wir können stolz auf diese Entwicklung sein. Wenn sich jetzt noch das Land Baden-Württemberg über die Landeswohnraumförderung hinaus einbringt, kann noch mehr und noch schneller dringend benötigter bezahlbarer Wohnraum dem angespannten Markt zur Verfügung gestellt werden. Ganz getreu dem Motto: Gemeinsam können wir noch mehr erreichen.“
Konkrete Projekte in mehreren Kommunen
Auch bei den Bauprojekten wurden deutliche Fortschritte erzielt. In Remseck wurde bereits Wohnraum mit insgesamt 875 Quadratmetern Wohnfläche realisiert. In Bönnigheim entsteht ein Projekt mit 18 Wohneinheiten in moderner Holzbauweise. Für Hemmingen sind derzeit elf Wohneinheiten in Massivbauweise geplant. In Tamm soll ein weiteres Projekt mit rund 15 Wohneinheiten sowie einer viergruppigen Kindertagesstätte umgesetzt werden.
Darüber hinaus bestehen weitere Grundstücksangebote in Sachsenheim-Birkenfeld mit Potenzial für rund 24 Wohneinheiten sowie in Korntal-Münchingen, wo etwa 33 neue Wohneinheiten vorgesehen sind.
Zu den aktuellen Aufgaben zählen daher insbesondere die Einwerbung von Fördermitteln für das Projekt in Bönnigheim, der geplante Baubeginn dort, die Fortführung der Planungen in Hemmingen und Tamm sowie die Gewinnung weiterer strategischer Mitglieder zur Stärkung der Kapitalbasis.
Herausforderung bei der Umsetzung
Trotz der positiven Entwicklung steht die Genossenschaft weiterhin vor Herausforderungen. Hohe Baukosten, das gestiegene Zinsniveau, ein notwendiger Eigenkapitaleinsatz von mindestens 20 Prozent – angestrebt werden 30 Prozent – sowie eine unzuverlässige Förderkulisse in Baden-Württemberg erschweren die Umsetzung.