„Qualität, Nachhaltigkeit und gestalterischer Anspruch sind keine Luxusgüter“
Der Landrat betonte bei der Preisverleihung die besondere Bedeutung der ausgezeichneten Projekte vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen im Bausektor. Während die 2010er Jahre von einer starken Baukonjunktur geprägt gewesen seien, stünden die 2020er Jahre unter dem Eindruck steigender Baukosten, wachsender Anforderungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten. „Umso beeindruckender sind Projekte, die gerade jetzt zeigen, dass Qualität, Nachhaltigkeit und gestalterischer Anspruch keine Luxusgüter sind, sondern Ausdruck von Haltung. Und genau das tun die ausgezeichneten Projekte“, so der Landrat.
Juryvorsitzender Jens Rannow berichtete über die hohe Qualität der eingereichten und besichtigten Objekte: „Das Auszeichnungsverfahren hat insgesamt ein sehr gutes Bild von der Baukultur im Landkreis ergeben.“
Hoher Anteil öffentlicher Bauvorhaben unter Prämierten
Insgesamt wurden 93 Projekte zur Auszeichnung eingereicht – deutlich mehr als in der vorherigen Runde. Die Jury wählte daraus 21 Projekte aus. Auffällig ist in dieser Auszeichnungsperiode der vergleichsweise hohe Anteil prämierter öffentlicher Bauvorhaben. Angesichts des erheblichen Kosten- und Spardrucks in diesem Bereich unterstreicht die Auszeichnung die hohe planerische und gestalterische Qualität der Projekte.
Schuldorf am Favoritepark ausgezeichnet
Auch der Landkreis Ludwigsburg ist als Bauherr unter den Preisträgern vertreten. Ausgezeichnet wurde der Erweiterungsneubau des Schuldorfs am Favoritepark. Das Gebäude in Holzrahmenbauweise überzeugt durch seine helle, freundliche Gestaltung und stellt ein gelungenes Beispiel für nachhaltige Nachverdichtung dar. Ziel des Projekts ist es, bestmögliche Lernbedingungen für die besondere Schülerschaft eines sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums zu schaffen.
Mehrere ausgezeichnete Projekte befinden sich in unmittelbarer Nähe des Landratsamts, darunter das Führungs- und Lagezentrum der Polizei, das Jägerhofquartier sowie das Wohnen für Studierende in der Friedrichstraße. Insgesamt sind die prämierten Objekte jedoch über den gesamten Landkreis verteilt und verdeutlichen die architektonische Vielfalt der Region.
Der Landrat dankte der Architektenkammer Baden-Württemberg für die professionelle Durchführung des Auszeichnungsverfahrens sowie der Jury, die sich im September zwei Tage lang intensiv mit den eingereichten Projekten auseinandergesetzt hatte.
Beispielhafte Architektur für alle erlebbar
Eine Übersicht über die ausgezeichneten Objekte ist für alle Bürgerinnen und Bürger vom 11. bis zum 27. Februar in der Konferenzzone des Landratsamts (Hindenburgstr. 40) im Rahmen einer Ausstellung aufgebaut. Die Ausstellung kann zu den üblichen Öffnungszeiten des Landratsamts besucht werden. Die Prämierungen werden zudem in einer Broschüre, die in der Ausstellung ausliegt, auf der Homepage der Architektenkammer sowie in der App „Architekturführer Baden-Württemberg“ vorgestellt.
Über das Auszeichnungsverfahren „Beispielhaftes Bauen“
Das Auszeichnungsverfahren der Architektenkammer Baden-Württemberg findet alle sechs Jahre statt. Ziel ist es, beispielhafte Architektur aufzuspüren und ihr ein Forum zu geben. Eine siebenköpfige Jury hat die Einreichungen in einer zweitägigen Ortsbesichtigung bewertet. Die Auszeichnungen gehen an die Bauherrschaft und die Planenden, denn Baukultur kann nur dort entstehen, wo sich diese gemeinsam für eine umweltgerechte und am Menschen orientierte Lösung der Bauaufgabe engagieren.




















