„Die europäische Impfstrategie ist ein Meilenstein in der Bekämpfung der Pandemie. Gemeinsam haben wir Millionen Leben geschützt und gezeigt, dass europäische Solidarität wirkt. In der Europäischen Impfwoche bekräftigen wir unser Engagement, auch in der Zukunft, Gesundheit, Forschung und Innovation in Europa entschlossen voranzutreiben“, sagte Wechsler.
Hohe Masern-Impfquote schützt auch Menschen, die nicht geimpft werden können
Dr. Uschi Traub, Leiterin der Gesundheitsförderung beim Gesundheitsdezernat des Landkreises, unterstrich die Bedeutung der europäischen Impfstrategie: „Impfungen können nicht nur den Einzelnen vor schweren Krankheiten schützen, sondern auch einen Schutz für Mitmenschen bieten. So kann zum Beispiel die Übertragung von Masern in der Bevölkerung nachhaltig unterbrochen werden, wenn mindestens 95 Prozent der Menschen immun gegen Masern sind. Dadurch können auch Menschen geschützt werden, die selbst aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können.“
Mit Blick auf die Impfung gegen das Humane Papillomvirus (HPV) im Kreis Ludwigsburg zeigt sich dabei deutlich, dass die Impfquoten sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen von 2022 auf 2023 um rund 5 bzw. 3 Prozent gesunken sind. Bei Polio sind viele Kinder nicht altersgerecht geimpft – nur 77 Prozent sind es im Alter von 24 Monaten. Jutta Grolik, selbst von Polio betroffen, warnt: „Vergesst nicht Krankheiten, die fast bekämpft sind. Jederzeit können diese Krankheiten wieder aufflackern und viel Leid verursachen – bei Polio zum Beispiel Lähmungen, Deformitäten und sogar Atemstillstand.“
Deutschland steht bei vielen Impfungen im europäischen Vergleich nicht gut da
Durch Schutzimpfungen können einige Krankheiten auf Dauer ausgerottet werden – wie beispielsweise die Pocken weltweit. Gleichzeitig haben Impfungen einen erheblichen wirtschaftlichen Nutzen. Hohe Impfraten tragen zudem dazu bei, Epidemien und Pandemien zu verhindern beziehungsweise schneller einzudämmen.
Deutschland steht bei vielen Impfungen im europäischen Vergleich nicht gut da: Die Impfquoten der meisten von der STIKO (Ständige Impfkommission) für Erwachsene empfohlenen Impfungen liegen weit unter 50 Prozent. Erwachsene Risikopatienten sind beispielsweise zu weniger als 20 Prozent gegen Influenza oder Pneumokokken geimpft, Schwangere zu weniger als 20 Prozent gegen Influenza. Auch wurde das von der EU-Kommission und der Weltgesundheitsversammlung erklärte Ziel, eine Influenzaimpfquote von mindestens 75 Prozent unter Seniorinnen und Senioren zu erreichen, mit 43 Prozent deutlich verfehlt.
Wer Fragen zu Impfungen und Impfempfehlungen hat, sollte sich an eine Ärztin oder einen Arzt oder an das Gesundheitsdezernat des Landratsamts wenden.
Die Europäische Impfwoche findet seit 2005 statt und hat das Ziel, unter dem Motto „Vorbeugen – Schützen – Immunisieren“ das Bewusstsein für die Bedeutung von Impfungen zu stärken.
Hintergrundinformationen:
Regionale Daten auf Stadt- und Landkreisebene zu den Impfquoten aus den Einschulungsuntersuchungen sind im Gesundheitsatlas BW abrufbar.
Die Impfquoten der VacMap findet man unter folgendem Link: https://public.data.rki.de/t/public/views/VacMap/StartdashboardNavigation?%3Aembed=y&%3Atabs=n
STIKO-Impfkalender mit den empfohlenen Standardimpfungen: https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Impfen/Staendige-Impfkommission/Empfehlungen-der-STIKO/Empfehlungen/Impfkalender.pdf?__blob=publicationFile&v=6
Eine gute Übersicht zu Informationen rund um das Thema Impfen bietet die Webseite www.impfen-info.de des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit (BIÖG)
