Tageseltern sind verpflichtet, regelmäßig an Fortbildungen teilzunehmen. Mit diesem neuen Format wurde ihnen erstmals die Möglichkeit geboten, gemeinsam mit ihren Tageskindern den Wald als Lern- und Erlebnisort kennenzulernen. Da viele Kindertagespflegepersonen unter der Woche stark eingebunden sind, wurde die Veranstaltung bewusst als hybrides Programm konzipiert: Inhalte für die Erwachsenen flossen unmittelbar in gemeinsame Walderlebnisse mit den Kindern ein. „Gerade mit sehr kleinen Kindern unter drei Jahren braucht es viel Fingerspitzengefühl. Hier stehen vor allem die Sinneserfahrungen im Vordergrund und die Chance, den Wald zu erleben und lieben zu lernen“, erklärt Florian Elsässer, Förster und staatlich geprüfter Waldpädagoge beim Landkreis Ludwigsburg.
Den Wald mit allen Sinnen erleben – Tipps für Erwachsene, Spiele für Kinder
Die Erwachsenen erhielten praktische Tipps zur Sicherheit, zur Auswahl geeigneter Waldorte und zu Materialien, die auch den Jüngsten einen gelungenen Waldtag ermöglichen. Gleichzeitig konnten die Kinder spielerisch den Wald entdecken: Beim Waldbingo suchten die Kinder typische Gegenstände aus dem Wald, begaben sich auf die Suche nach versteckten Waldbewohnern, erfühlten verschiedene Tierfelle, bastelten eine Waldpostkarte und erfuhren den Wald aus ungewohnten Perspektiven – etwa durch Spiegelblicke ins Blätterdach. Pädagogische Ansätze wie die Pikler-Pädagogik wurden anschaulich auf das Walderlebnis übertragen.
Die Resonanz war durchweg positiv und die Tagesmütter gingen mit neuen Ideen nach Hause. Die Teilnehmerinnen sind motiviert, sich künftig noch intensiver mit Waldpädagogik und den Inhalten des Zertifikatsprogramms auseinanderzusetzen. Zum gelungenen Abschluss des Vormittags hatten einige Tagesmütter für ihre Kinder ein Picknick im Wald vorbereitet – ein entspannter Ausklang, bei dem manche der kleinen Waldforscher zufrieden auf der Picknickdecke einschliefen.
