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Streuobstbaum-Pflanzung an der Kirbachtal-Allee - Landrat: Landkreis unterstützt schon seit vielen Jahren Streuobstbau auf vielfältige Weise

Von den insgesamt 26 Speierlingen, die entlang der Kirbachtal-Allee (L 1110) gepflanzt werden, wurden am Freitag (6. Dezember) insgesamt zehn an zwei Stellen gesetzt. Die Revitalisierung der Kirbachtal-Allee, die von Sachsenheim ins Kirbachtal führt, geht auf die Initiative des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst, der Stadt Sachsenheim und des Sachsenheimer Streuobstprojekts zurück. „Neben dem Weinbau ist es im Landkreis Ludwigsburg der Streuobstbau, der die Landschaft prägt. Deshalb unterstützt der Landkreis schon seit vielen Jahren den Streuobstbau auf vielfältige Weise“, sagte Landrat Dr. Rainer Haas bei dem Termin.

Eine Gruppe von fünf Personen pflanzt gemeinsam einen jungen Baum an einem Straßenrand. Sie nutzen Werkzeuge wie Schaufeln und halten eine Pflanze in der Hand. Die Umgebung ist ländlich und winterlich, mit einer klaren Himmel.

Landtagsabgeordneter Dr. Markus Rösler, Sachsenheims Bürgermeister Holger Albrich und Landrat Dr. Rainer Haas (von links) setzten am Freitagvormittag den ersten Baum.

Als Beispiele nannte der Chef der Kreisverwaltung die Obstbauberatung des Landkreises sowie die Pflegemaßnahmen im Naturpark, Landschaftsschutz- und Vogelschutzgebiet Stromberg sowie bei den Bromberghöfen, letztere in Zusammenarbeit mit dem Landschaftserhaltungsverband (LEV). Zudem hat die Stiftung Umwelt- und Naturschutz der Kreissparkasse Ludwigsburg dem Sachsenheimer Streuobstprojekt für den Pflegeschnitt und die Neupflanzung von Streuobstbäumen sowie das Zurückdrängen des Mistelbefalls für die Jahre 2018 bis 2020 bisher insgesamt 15.000 Euro zur Verfügung gestellt. Der Landkreis Ludwigsburg, so der Chef der Kreisverwaltung weiter, sei einer der traditionellen Schwerpunkte des Streuobstbaus in Baden-Württemberg. Landesweit liege er mit einem Bestand von knapp 400.000 Obsthochstämmen an vierter Stelle, was angesichts der dichten Besiedlung und des hohen Ackeranteils im Kreis bemerkenswert sei. Grob geschätzt gebe es noch auf rund sechs Prozent oder 4.000 Hektar der Kreisfläche Streuobst, davon stehen rund drei Viertel unter Landschaftsschutz.

„Obstbäume und Streuobstwiesen sind damit in unserem Landkreis noch immer landschaftsprägend, ausgleichend für Boden, Wasser und Klima, Schatzkästlein der Artenvielfalt, bedeutende Kulturlandschaft, Naherholungsgebiete und Identifikationspunkte“, stellte Landrat Haas fest. Umso mehr freue er sich über die Pflanzung der Streuobstbäume entlang der Kirbachtal-Allee. „Das ist eine hervorragende Aktion, die dazu beitragen wird, dass die Kirbachtal-Allee wieder das Landschaftsbild bereichern wird.“ Weiter sagte Haas: „Neben dem schon genannten Einsatz des Landkreises und der Kreissparkasse ist das Engagement der Städte und Gemeinden, der Stückle-Besitzer, der Bewirtschafter, der Obstbauern, der Mostereien, der Schnapsbrenner sowie der Saft- und Mosttrinker vor Ort unentbehrlich. Einen besonderen Dank sage ich daher an die vorbildliche örtliche Initiative im Rahmen des Sachsenheimer Streuobstprojekts und die Beteiligten der Obst- und Gartenbauvereine Kleinsachsenheim und Großsachsenheim, der Stadtverwaltung sowie der weiteren Kooperationspartner.“

Der Speierling ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Mehlbeeren innerhalb der Familie der Rosengewächse.Er gilt als Wildobstbaum und ist als Wildgehölz eine der seltensten Baumarten in Deutschland.1993 wurde der Speierling wegen seines rückläufigen Bestandes zum Baum des Jahres gewählt. Er wird zehn 10 bis 20 Meter, manchmal auch 30 Meter hoch, mit breiter Krone im Alter. Er kann bis zu 600 Jahre alt werden. Werden die Früchte unreif geerntet, ist deren Saft bitter und wird in kleinen Mengen dem Apfelwein zugesetzt, um dessen Geschmack und Haltbarkeit zu erhöhen. Die reifen, wie faul aussehenden Früchte sind zuckersüß, schmecken ähnlich wie Marzipan; sie dienen als Grundlage für Marmelade, Most und Edelbrand.