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PKC-Vorstandsvorsitzender Herbert Pötzsch am Mittwochabend verabschiedet - Landrat Allgaier: Sie lebten Ihre persönlichen Überzeugungen für ein friedliches und respektvolles Miteinander der Menschen, Kulturen und Religionen

Herbert Pötzsch, Vorstandsvorsitzender des Pädagogisch-Kulturellen Centrums Alte Synagoge Freudental (PKC), ist am Mittwochabend (23.06.21) in der Mitgliederversammlung verabschiedet worden. „Sie verstehen das PKC als Institution, deren Aufgabe es vor allem ist, mit Bildung und Information gegen Antisemitismus zu wirken. Vor allem Kinder und Jugendliche stehen im Mittelpunkt des PKC. Erkenntnisse aus der Vergangenheit sollen in die Zukunft vermittelt werden. Dieser bedeutende Beitrag war Ihnen stets wichtiger als öffentlich Erklärungen abzugeben. Als Vorsitzender lebten Sie Ihre persönlichen Überzeugungen für ein friedliches und respektvolles Miteinander der Menschen, Kulturen und Religionen“, würdigte Landrat und 2. PKC-Vorsitzender Dietmar Allgaier Pötzsch, der das Amt seit Mai 2015 innehatte.

Die Partnerschaftsarbeit, so Allgaier weiter, sei eine weitere Verbindung zwischen PKC und Landkreis gewesen. Pötzsch sei 2014 erstmals mit einer Delegation des Kreistags in den Partnerlandkreis Oberes Galiläa gereist und habe dort vor Ort Land und Leute kennengelernt und persönliche Kontakte geknüpft. In Pötzschs Amtszeit sei auch das Nachfahrentreffen in Freudental im Oktober 2017 gefallen, bei dem das PKC neben der Gemeinde Freudental eine bedeutende Rolle hatte. Insgesamt 28 Nachfahren von Juden aus Freudental – unter anderem aus den USA, Frankreich, Kanada, Spanien, Israel, Argentinien und Guatemala – kehrten an den Ort ihrer Vorfahren zurück. Unterkunft und Betreuung der Personen seien in bewährter Weise vom PKC übernommen worden. „Auch Sie, Herr Pötzsch, kümmerten sich intensiv um die Nachfahren. Der neue angelegte ,Garten der Erinnerung‘ mit Obstbäumen steht seither in Freudental für ein neues Kapitel des Gedenkens“, stellte der Chef der Kreisverwaltung fest.

Auch auf die Einweihung des PKC-Neubaus ging Landrat Allgaier ein: „Für Sie war das Projekt eine Herzensangelegenheit. Sie bewiesen politisches Gespür und brachten das Projekt zur richtigen Zeit in den Kreistag. Sie haben sich von Beginn an dafür ausgesprochen, dass das PKC erweitert wird, damit die Nutzung durch mehrere Gruppen parallel stattfinden kann und die Unterbringung der Personen vor Ort gewährleistet ist. Der Neubau trägt dazu bei, dass das PKC zukunftsfähig ausgerichtet ist und seinen Beitrag gegen Antisemitismus leisten kann. Ich freue mich schon darauf, wenn es wieder möglich ist, die neuen Räume mit Besuchergruppen aus dem Oberen Galiläa zu nutzen.“

In seiner sechsjährigen Amtszeit habe Pötzsch verschiedene Delegationen aus dem Oberen Galiläa empfangen. Weitere herausragende Ereignisse in dieser Zeit seien die Einführung eines Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ) Kultur im PKC im Jahr 2015, die Unterzeichnung des Leitsatzes für freundschaftliche Beziehungen zu Israel und besonders zum Oberen Galiläa am 12. Juni 2017 durch Pötzsch und den früheren Landrat Dr. Rainer Haas sowie die mehrfach verlängerte, auf außergewöhnlich großes Interesse stoßende Ausstellung „DER LETZTE SOMMER – THE LAST SUMMER“ von Ende 2018 bis Ende 2019 gewesen. 

Zum Schluss sagte Allgaier: „Die Beziehung zu Israel und der Umgang mit der deutsch-jüdischen Geschichte waren Ihnen stets wichtig, ebenso der Gedanke der Völkerverständigung. Es gelang Ihnen, mit Ihrer offenen und kommunikativen Art und Ihrer Fähigkeit, die Menschen bei Entscheidungen mitzunehmen, die personellen Veränderungen im PKC konstruktiv zu begleiten und diese für den Landkreis so wichtige Einrichtung auch für die Zukunft gut aufzustellen.“

Herbert Pötzsch ist PKC-Vereinsmitglied seit dem Jahr 2000. Dem Kuratorium des PKC gehörte er von 1999 bis 2015 an. Vorstandsvorsitzender war er von 2015 bis 2021. Die Geschicke der Stadt Marbach am Neckar leitete er als Bürgermeister von 1997 bis 2013. Mitglied des Kreistags war er von 1999 bis 2019.