Die Referentin erläuterte zunächst den Aufbau von Zucker und Stärke und die unterschiedliche Verstoffwechselung von Traubenzucker und Fruchtzucker. Problematisch sei der in Erfrischungsgetränken häufig eingesetzte, industriell hergestellte Fruchtzucker. Dieser werde in viel höheren Mengen verzehrt, als der natürlicherweise in Obst vorkommende Fruchtzucker und könne zu Lebererkrankungen führen. Zuckergesüßte Getränke im Allgemeinen würden das Risiko für Adipositas und Diabetes erhöhen.
Auch der Frage, ob es sinnvolle Süßungsmittel gibt, ging Rupprecht nach. Verschiedene Zucker, wie Kokosblütenzucker oder Agavendicksaft, würden sich zwar in ihren Zusammensetzungen unterscheiden, diese ließen jedoch kaum auf einen höheren oder geringeren gesundheitlichen Nutzen schließen.
Außerdem zeigte sie auf, dass Zucker, aber auch stärkehaltige Lebensmittel durch die Bildung von Serotonin im Darm glücklich machen können, auch das Geschmackserleben an sich trage seinen Teil dazu bei. Eine Zuckersucht hingegen gebe es nicht, aber der Verzehr von Zucker aktiviere über den Botenstoff Dopamin das Belohnungssystem des Gehirns und führe zu angenehmen Gefühlen.
Als Fazit empfiehlt Rupprecht, die persönliche Reizschwelle des süßen Geschmacksempfindens möglichst weit abzusenken. Kein Verbot, sondern ein maßvoller Umgang mit süßen Genüssen solle im Vordergrund stehen. Mit praktischen Tipps zur Einordnung der oft vielversprechenden Aussagen in Werbung und Medien entließ die Referentin die Zuhörer mit vielen neuen Informationen und beantworteten Fragen in deren persönlichen Ernährungsalltag.
„Getränke – dem Zucker auf der Spur“ ist auch Thema der aktuellen Lehrschau im Ernährungszentrum, die kostenlos besucht werden kann. Für Schulklassen gibt es ein Angebot, das Führungen durch die Lehrschau und Zubereitung einfacher Speisen und Getränke umfasst. Weitere Informationen sind auf der Internetseite des Ernährungszentrums unter www.ludwigsburg.landwirtschaft-bw.de zu finden.
