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Landrat setzt Suche nach neuer Erddeponie vorerst aus

LUDWIGSBURG. Der Ludwigsburger Landrat Dietmar Allgaier hat am heutigen Dienstag entschieden, das von der kreiseigenen Abfallverwertungsgesellschaft AVL eingeleitete Verfahren zur Deponiestandortsuche bis auf Weiteres auszusetzen. Der Landrat ist in Personalunion auch Vorsitzender des Aufsichtsrats der AVL. Hintergrund sind die teils emotionsbehafteten Diskussionen zu den potenziellen neuen möglichen Standorten in Hemmingen oder Großbottwar.

„Wir nehmen die Bedenken und Kritikpunkte, die in der Bevölkerung und der Öffentlichkeit
aufgekommen sind, ernst“, betont Landrat Dietmar Allgaier. Die Suche nach einem neuen Deponiestandort
solle daher zunächst ausgesetzt werden. Gemeinsam mit dem AVL-Aufsichtsrat
will der Landkreis vertieft in den Dialog mit möglichen Standortkommunen treten.


„Die Kernbotschaft lautet: Wir sind bei der Standortsuche noch in einem sehr frühen Stadium“,
betont der Landrat. Die Zeiten, in denen der Öffentlichkeit unter dem Deckmantel der
Transparenz fertige Projekte oder Konzepte präsentiert werden, seien vorbei. Es sei von Anfang
an das erklärte Ziel der AVL gewesen, die Standortsuche so offen und nachvollziehbar
wie möglich zu gestalten. „Dazu gehört auch, dass wir alle gemeinsam die Frage transparent
machen, ob und wo durch die durchgeführten ingenieurtechnischen Untersuchungen eine Erddeponie
vorstellbar wäre – und wo nicht“, so der Landrat. Ebenso sei noch offen, wie künftig
mit den Abfallmengen umgegangen werde, für die eigentlich der Verband Region Stuttgart
zuständig ist, also Abfallmengen, die im Landkreis Ludwigsburg deponiert werden, die aber
außerhalb des Landkreises entstehen. Für den Landrat ist klar: „Der Landkreis Ludwigsburg
ist nicht der Abfallbehälter der Region“. Sollte sich der Kreistag dagegen aussprechen, diese
Mengen auch nach Ende 2024 weiterhin im Landkreis Ludwigsburg zu deponieren, dann
müsse geklärt werden, welche Auswirkungen dies auf die Standortsuche und das Deponiekonzept
des Landkreises habe. Dazu seien zunächst einmal Gespräche mit dem Verband Region
Stuttgart und auch dem Regierungspräsidium Stuttgart notwendig.


„Die AVL hat in einem beispiellosen Kraftakt sämtliche Kommunen, die von einer möglichen
Deponie betroffen wären, öffentlich informiert“, gibt Landrat Allgaier zu bedenken. Es sei
völlig normal, dass dabei Fragen, vermeintliche Widersprüche und durchaus auch berechtigte
Kritikpunkte aufkommen. „Diese gilt es nun, so sachlich und nüchtern wie möglich aufzuarbeiten“,
so Allgaier. Erneut plädiert der Landrat dafür, die – völlig verständlichen – Emotionen
so weit wie möglich hintenan zu stellen und stattdessen die fachlichen Aspekte zu berücksichtigen.


Kreis und AVL treten nun in einen vertieften Dialog mit dem Verband Region Stuttgart und
dem Regierungspräsidium Stuttgart, um die abfallwirtschaftlichen Rahmenbedingungen abzustimmen
– insbesondere gehe es dabei um die Frage, inwieweit die Region für die Abfälle in
eigener Zuständigkeit einen eigenen Deponiestandort-Suchlauf starte. „Wir haben transparent
informiert. Dabei sind Fragen aufgekommen, die wir jetzt klären müssen. Ich halte es daher
für richtig, die Standortsuche bis auf Weiteres auszusetzen“, so der Landrat.