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Krebspräventionswochen des Gesundheitsdezernats: Großes Interesse an Telefonaktion zu Prostatakrebs und allgemeiner Krebsvorsorge

Zahlreiche Menschen haben kürzlich im Rahmen der Krebspräventionswochen des Landratsamt-Gesundheitsdezernats zum Hörer gegriffen: Bei der Telefonaktion rund um das Thema Prostatakrebs und allgemeine Krebsvorsorge berieten zwei Fachärzte, eine Fachärztin und ein Betroffener: PD Dr. med. Andreas Jurczok, Direktor der Klinik für Urologie am Klinikum Ludwigsburg, Philipp Meißner, Oberarzt an der gleichen Klinik, Dr. Uschi Traub, Leiterin der Gesundheitsförderung beim Gesundheitsdezernat des Landratsamts, sowie Michael Endress von der Selbsthilfegruppe Bietigheim und Umgebung beantworteten die Fragen der Anrufenden im Alter von 30 bis 80 Jahren.

Fünf Personen in einem Büroraum, lächelnd und in lockerer Atmosphäre. Ein Mann hält ein Telefon in der Hand, während die anderen um ihn herum stehen. Die Gruppe vermittelt ein Gefühl von Zusammenarbeit und Professionalität. Im Hintergrund sind Fenster mit Jalousien und ein Schreibtisch sichtbar.

Von links: Dr. Ulrike Rangwich-Fellendorf (Gesundheitsdezernat), Philipp Meißner, Oberarzt der Klinik für Urologie am Klinikum Ludwigsburg, Mandy Bronner (Gesundheitsdezernat), PD Dr. med. Andreas Jurczok, Direktor der Klinik für Urologie am Klinikum Ludwigsburg, und Dr. Uschi Traub (Gesundheitsdezernat).

Alles Wichtige auf einen Blick: die häufigsten Fragen und Antworten der Telefonaktion: 

Welche Rolle spielt die Messung des PSA-Wertes (Prostata-spezifisches-Antigen) im Blut?                   

Die beste Prostatakrebsvorsorge ist die regelmäßige Kontrolle des PSA-Wertes (PSA steht für das prostataspezifische Antigen, ein Eiweiß, das die Prostata bildet). Diese Empfehlung wird auch von der Deutschen Gesellschaft für Urologie in ihrer aktuellen S3-Leitlinie Prostatakarzinom 2025 ausdrücklich befürwortet. Eine frühzeitige Erkennung erhöht die Heilungschancen deutlich. Auch bei der Überwachung und bei der Behandlung von Prostatakrebs spielt das PSA eine sehr wichtige Rolle.

Muss bei der Diagnose Prostatakrebs sofort operiert werden?                                                                      

Es gibt Tumore, die nicht sofort operiert werden müssen. Hier kommen die Patienten in die „Aktive Überwachung“. Nicht nur das Überleben, sondern auch die Erhaltung der Lebensqualität spielt eine große Rolle. Engmaschige PSA-Messungen, MRT-Kontrollen und bei Bedarf Biopsien (Entnahme von Gewebeproben) werden durchgeführt. Dadurch kann eine Operation mit den anschließenden Einschränkungen hinausgezögert werden.

Ist Prostatakrebs heilbar?                                                                                                                                           

Eine vollständige Heilung ist in der Regel nur möglich, wenn die Prostata vollständig entfernt oder bestrahlt wird. Durch eine Teilresektion (teilweise operative Entfernung) oder andere Methoden ist keine Heilung möglich.

Was hat sich bei den Krebsvorsorge-Untersuchungen geändert oder wird sich ändern?                              

Im Juli 2024 wurde die obere Altersgrenze für das Mammographie-Screening von 69 Jahre auf 75 Jahre erhöht. Das Einladungsverfahren ab 70 Jahren wird noch ausgebaut. Frauen über 70 Jahre, die einen Mammographie-Termin möchten, können diesen proaktiv über die Internetseiten der Kooperationsgemeinschaft Mammographie bekommen. Seit April 2025 ist zudem das Alter für das Darmkrebs-Screening bei Frauen von 55 auf 50 Jahre reduziert worden. Wer anstatt Darmspiegelung die Stuhltests auf okkultes Blut wählt, bekommt diese alle zwei Jahre. Nächstes Jahr ist schließlich die Niedrigdosis-Computertomographie (LDCT) als Kassenleistung für aktive und ehemalige starke Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahre als Lungenkrebs-Screening geplant.

Welche Krebsvorsorge-Untersuchungen sind in welchem Alter empfohlen?

Diese Information kann über https://www.krebsinformationsdienst.de/krebsvorsorge-und-krebsfrueherkennung#c7565 des DKFZ (Deutsches Krebsforschungszentrum) abgerufen werden.                                              

Nach einem unauffälligen Hautkrebs-Screening vor wenigen Monaten habe ich ein Muttermal entdeckt, das ausgefranst aussieht und in die Höhe gewachsen ist. Was soll ich tun?

Hautkrebs-Warnsignale sind nach der ABCDE-Regel: Asymmetrie, unscharfe Begrenzung, verändertes Colorit, größerer Durchmesser und Erhabenheit. Wer einen Hautkrebs-Verdacht hat, sollte einen baldigen Hautarzt-Termin vereinbaren, damit ein möglicher Tumor, bevor er metastasiert, behandelt werden kann. Es wird empfohlen, einmal im Monat die eigene Haut mit Hilfe des Partners oder eines Spiegels zu untersuchen. Eine frühzeitige Erkennung von Krebs trägt entscheidend dazu bei, die Heilungschancen zu verbessern.

Welche Austausch- und Informationsmöglichkeiten gibt es?

Prostatakrebs-Patienten können sich in der Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bietigheim und Umgebung austauschen. Die Gruppe besteht seit 20 Jahren und trifft sich jeden zweiten Donnerstag eines Monats um 19 Uhr (Ausnahme: Juli, August und Dezember) im Enzpavillon (Am Bürgergarten 1) in 74321 Bietigheim-Bissingen. Informationen zum Thema Prostatakrebs bekommt man beim Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. per Mail an: info[at]prostatakrebs-bps.de. Für weitere Informationen und Fragen zum Thema allgemeine Krebsvorsorge steht Dr. Uschi Traub vom Gesundheitsdezernat des Landratsamts Ludwigsburg, Mail: Uschi.Dr.Traub[at]landkreis-ludwigsburg.de, zur Verfügung.