„Transformation ist eine große Herausforderung auf allen Ebenen. Sie gelingt nur, wenn Verwaltung, Wirtschaft und Institutionen gemeinsam handeln. Mit den kooperativ erarbeiteten Projekten der Zukunftsstrategie haben wir nun eine klare Agenda für die nächsten Jahre“, sagte Landrat Dietmar Allgaier zur Entscheidung des AUT.
Im Mittelpunkt der Zukunftsstrategie steht die Wirtschaft in der Transformation. Wie können Wirtschaft und Gesellschaft auf globale Verschiebungen, technologischen Wandel, Digitalisierung und die Entstehung neuer Wachstumsbranchen reagieren? Welchen Beitrag können der Landkreis und seine Kommunen leisten, um Unternehmen im Wandel zu stärken und dauerhaft Innovation, Wertschöpfung und Arbeitsplätze zu sichern? Und wie kann der Landkreis Ludwigsburg auch in Zukunft ein attraktiver Wirtschaftsstandort bleiben? Die Zukunftsstrategie gibt darauf konkrete Antworten und verbindet eine fundierte Analyse von Standortdaten und Expertenbeiträgen aus dem Landkreis mit praxisnahen Maßnahmen.
Gemeinsam erarbeitet – mit Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft
Die Erarbeitung der Zukunftsstrategie war partizipativ und mehrstufig angelegt. Unter fachlicher Leitung des Beratungsunternehmens VDI/VDE Innovation + Technik GmbH diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Wirtschaft, Institutionen und Bildungseinrichtungen zentrale Herausforderungen und entwickelten erste Projektideen. In zahlreichen Werkstätten, Umfragen und Fachworkshops konnten zwischen Oktober 2024 und Juli 2025 kreisweit mehr als 300 Beteiligte einbezogen werden. Zwei begleitende Gremien – das Sounding Board mit Führungskräften großer Unternehmen wie Bosch, Dürr, Porsche und Mann+Hummel sowie der Lenkungskreis der Kreiswirtschaftsförderung – sorgten für eine enge Abstimmung zwischen Strategie, Praxis und Umsetzbarkeit.
Fünf Handlungsfelder als Kompass für den Wandel
„Die Zukunftsstrategie ist mehr als ein Konzept – sie ist ein Werkzeugkasten für alle, die den Wirtschaftsstandort Landkreis Ludwigsburg aktiv gestalten wollen“, erläutert Dr. Gerd Meier zu Köcker, Regionalleiter der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH. Zentrales Element der Zukunftsstrategie sind fünf Handlungsfelder, die den Rahmen für 20 Leuchtturmprojekte bilden und auch für die Zukunft den weiteren Handlungsrahmen vorgeben. Sie bieten Anknüpfungspunkte für Verwaltung, Kommunen, Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Arbeitsmarktakteure und berücksichtigen die Handlungsspielräume und Einflussmöglichkeiten auf der lokalen Ebene.
Die strategische Entwicklung des Landkreises stützt sich auf fünf zentrale Handlungsfelder. Im Fokus steht die Sicherung von Bildung und Fachkräften für die Arbeitswelt von morgen durch Nachwuchsförderung, Weiterbildung und gezielte Fachkräftegewinnung. Ebenso wichtig ist der Ausbau von Wissenstransfer, Vernetzung und Gründungsförderung, um Innovationen zu beschleunigen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Eine klare Identität des Wirtschaftsstandorts sowie gezielte Kommunikationsmaßnahmen machen die wirtschaftliche Stärke der Region sichtbar. Verwaltung und Wirtschaftsförderung sollen als moderne, digitale und serviceorientierte Partnerinnen der Wirtschaft agieren. Schließlich werden Infrastruktur und Raum als Erfolgsfaktoren verstanden, wobei interkommunale Zusammenarbeit und nachhaltiges Flächenmanagement Wachstum und Nachhaltigkeit verbinden.
20 Leuchtturmprojekte zur Umsetzung in die Praxis
Insgesamt umfasst die Strategie 20 konkrete Leuchtturmprojekte, die in den fünf Handlungsfeldern verankert sind. Sie reichen von Bildungs- und Innovationsinitiativen über Netzwerk- und Kommunikationsprojekte bis hin zu Verwaltungsvereinfachung und Digitalisierung von Leistungen für die Unternehmen. Sie bilden den praxisnahen Kern der Strategie und sollen den Transformationsprozess im Landkreis gezielt voranbringen.
Mit der Vorstellung im Ausschuss für Umwelt und Technik beginnt nun die gemeinsame Umsetzung – zusammen mit den Unternehmen, Kommunen und Institutionen im Landkreis Ludwigsburg.