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7.000 junge Eichen für den Vaihinger Stadtwald

VAIHINGEN. „Der Wald braucht unsere Hilfe, um sich auf Zeiten des Klimawandels vorzubereiten. Durch die Pflanzung von Eichen können wir die Anpassungsfähigkeit des Waldes an die sich ändernden Bedingungen fördern und seine Stabilität erhöhen“, sagt Revierförster Jürgen Riedinger. „Unsere Baumarten können wahrscheinlich nicht mit der Geschwindigkeit der Klimaveränderungen Schritt halten, darum müssen wir aktiv werden und den Waldumbau durch Anpflanzungen beschleunigen und lenken“, so der Fachmann.

Drei Personen knien auf einer Wiese und pflanzen junge Bäume. Sie tragen Arbeitskleidung und lachen, während sie ihre Werkzeuge nutzen. Hinter ihnen ist ein Wald mit frischem Grün sichtbar. Der Himmel ist klar und die Szene vermittelt einen Eindruck von Gemeinschaft und Naturschutz.

v.l.: Revierleiter Jürgen Riedinger, Forstwirt Robert Steiner und Forstwirt Philipp Bäzner.

Der Tag des Baumes am Samstag, 25 April, markiert im Landkreis Ludwigsburg meist das Ende der Frühjahrs-Pflanzsaison. Insgesamt wurden im ganzen Kreis knapp 50.000 junge Bäume gepflanzt, was in etwa den Baumzahlen der vorangegangenen Jahre entspricht. Die bei vielen Waldbesitzern geplanten Pflanzungen mit Schulklassen im Rahmen waldpädagogischer Angebote konnten aufgrund der Coronakrise nicht stattfinden, werden aber in der nächsten Pflanzsaison nachgeholt. In diesem Frühjahr am häufigsten gepflanzt wurde die Eiche, allein 7.000 der jungen Bäume haben im Vaihinger Stadtwald ein neues Zuhause gefunden. Daneben setzen die Förster auf eine breite Auswahl verschiedener Baumarten, bei der Auswahl werden heimische, standortsgerechte und trockenheitstolerante Baumarten besonders ins Kalkül gezogen. In diesem Jahr nahmen neben Eichen unter anderen auch Hainbuchen, Douglasien, Baumhasel, Esskastanien und Elsbeeren Einzug in die Wälder des Landkreises. Im Vaihinger Wald werden die 7.000 Eichen ebenfalls von Hainbuchen, Birken, Vogelkirschen, Douglasien sowie den seltenen Flatterulmen begleitet. Auch neue Baumarten wie Tulpenbäume und Zedern wurden versuchsweise eingebracht.

Die Sommer der Jahre 2018 und 2019 sowie das Sturmtief „Sabine“ Anfang dieses Jahres haben im Vaihinger Stadtwald wie in den Wäldern der anderen Waldbesitzer im Landkreis Ludwigsburg deutliche Spuren hinterlassen. Die Fichten hat es dabei am schwersten getroffen, aber auch Buchen und Kiefern leiden stark unter der Trockenheit. In den Waldbereichen, in denen von Natur aus keine oder keine geeigneten jungen Bäume aufwachsen, ist eine Anpassung der Wälder nur über Pflanzungen zu erreichen. Die in Folge von Stürmen und Trockenheit klaffenden Lücken im Wald werden dann durch die Anpflanzung geeigneter Baumarten geschlossen. Diese Investitionen sind unbedingt notwendig, will man den Wald erhalten und klima-fit machen. „Der Borkenkäfer und die Folgen der mehrjährigen Trockenheit werden uns auch dieses Jahr noch lange beschäftigen“, sagt Dr. Michael Nill, Leiter des Fachbereichs Wald, und ergänzt: „Wir machen jetzt das Beste aus der Situation und pflanzen in den von Sturm und Borkenkäfer geschaffenen Kahlflächen klimastabile Baumarten an.“

Die Waldarbeiter der Stadt Vaihingen nahmen sich nun der Herausforderung an, die 7.000 Eichen sowie 6.000 Mischbaumarten rechtzeitig und fachmännisch in den Waldboden zu bringen. „Wir setzen hier im Stadtwald auf die Eiche, sie ist in den letzten Jahren am  besten mit der Hitze und der Trockenheit klar gekommen. Ihre sprichwörtliche Standfestigkeit beruht auf ihrem tiefgehenden Wurzelwerk, das sorgt nicht nur für Stabilität, sondern sichert auch die Wasserversorgung bei längeren Trockenphasen“, erklärt Revierförster Riedinger. „Nun hoffen wir sehnsüchtig auf Regen, damit die jungen Bäume ihre ersten Wochen bei uns gut überstehen können!“