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Umweltministerin Walker zu Gast im Landkreis Ludwigsburg – Innovative Klimaprojekte besucht In den Klimaschutz investieren und den Austausch intensivieren

Erstmals hat Thekla Walker, Landesministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, den Landkreis Ludwigsburg im Rahmen ihrer Kreisbereisung am Montag (31. Juli) besucht. Gemeinsam mit Landrat Dietmar Allgaier, Abgeordneten aus Bund und Land sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunen im Kreis besichtigte sie zwei innovative Klimaprojekte: die größte Solarthermie-Anlage Baden-Württembergs „solar heat grid“ in Ludwigsburg und das kommunale Wärmenetz in Tamm, das in Rekordzeit umgesetzt wurde.

Eine Gruppe von zehn Personen steht zusammen auf einem Platz, im Hintergrund sind Solarpanels und ein Wasserturm sichtbar. Die Gruppe besteht aus Männern und Frauen unterschiedlichen Alters, die lächeln und in formeller Kleidung auftreten.

Umweltministerin Thekla Walker hat bei ihrem Besuch im Landkreis Ludwigsburg u.a. die größte Solarthermie-Anlage Baden-Württembergs „solar heat grid“ auf dem Römerhügel besichtigt. Mit dabei (v.li.): Christian Schneider, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim GmbH , Steffen Bilger (MdB), Landrat Dietmar Allgaier, Ministerin Thekla Walker, Silke Gericke (MdL), Oberbürgermeister Matthias Knecht (Ludwigsburg), Oberbürgermeisterin Ursula Keck (Kornwestheim), Konrad Eppler (MdL), Bürgermeister Martin Bernhard (Tamm) und Cindy Holmberg (MdL).

„Wir müssen die Energie- und Wärmewende tatkräftig und mit Tempo voranbringen. Im Landkreis Ludwigsburg ist das schon lange angekommen. Auf verschiedenen Ebenen wurden fossile Energiequellen durch erneuerbare ersetzt. Gerade im Wärmebereich ist es gelungen, die nötige Infrastruktur zu schaffen, mit der eine klimafreundliche Energieversorgung in der Breite möglich wird. Damit sind wichtige Schritte auf dem herausfordernden Weg hin zur Klimaneutralität gemacht“, sagte Ministerin Walker. Auch Landrat Allgaier sieht den Landkreis Ludwigsburg ist auf dem richtigen Weg, wenn es um den Klimaschutz geht: „Das zeigen die Solarthermie-Anlage ‚solar heat grid‘ und das Tammer Wärmenetz, aber auch die Energieagentur Kreis Ludwigsburg (LEA) oder unser Klimamobilitätsplan, den wir als erster Landkreis in Baden-Württemberg erstellen“, so Landrat Allgaier. „Wir freuen uns, dass sich Ministerin Thekla Walker selbst ein Bild von unseren Projekten gemacht hat. Denn unser Ziel ist, den Austausch zwischen Land und Landkreis in Sachen Klimaschutz zu intensivieren.“

Landratsamt Ludwigsburg hat sich Klimaschutz zum Auftrag gemacht

Auch die Kreisverwaltung selbst habe ein klares Ziel vor Augen: „Wir möchten bis 2035 klimaneutral und somit als Landratsamt Vorreiter in Sachen Klimaschutz werden.“ Julia Neuhäuser, Klimaschutzmanagerin des Landratsamts Ludwigsburg, erläuterte bei der Bürgermeisterversammlung, die anlässlich des Besuchs von Ministerin Walker stattfand, was sich hinter diesem Ziel verbirgt: So wird der Landkreis den Ausbau der Photovoltaik auf den Dächern seiner Gebäude weiterführen. Zudem stehen nun durch das Projekt „Parken und Laden“ direkt am Kreishaus viele Stellplätze mit 3,7-Kilowatt-Wallboxen bereit. Dort kann kostenlos Strom getankt werden. Lediglich die übliche Parkgebühr fällt dabei an. Von diesem Angebot profitieren sowohl die Bewohnerinnen und Bewohner der Oststadt als auch die Mitarbeitenden des Landratsamtes. Innerhalb der Verwaltung gebe es in den Fachbereichen Klimalotsen und für Mitarbeitende, die per Rad zur Arbeit kommen, ein Radkilometergeld. Für sein Klimaschutz-Engagement ist der Landkreis in diesem Jahr erstmals mit dem European Energy Award ausgezeichnet worden.

Internationales kommunales Klimaforum im März 2024 geplant

Bereits in seiner Begrüßung hatte Landrat Allgaier angekündigt, dass vom 6. bis 8. März nächsten Jahres ein großes, internationales Klimaforum geplant ist. „Erfolgreicher Klimaschutz braucht starke Partnerschaften. Deshalb laden wir unsere Partnerregionen aus aller Welt ebenso wie unsere Kommunen aus dem Kreis und deren Partnerstädte und -gemeinden unter dem Motto ‚Partnerships for climate action‘ ins Kreishaus nach Ludwigsburg ein.“ Mit dem Klimaforum solle der Austausch gefördert werden und das gegenseitige Lernen in den Vordergrund rücken. Zudem gehe es darum, Kooperationen für den Klimaschutz anzuregen.

Wo steht der Landkreis bei der Energie- und Wärmewende?

Nach der klimaneutralen Verwaltung ging der Blick in den gesamten Landkreis Ludwigsburg. Klimaschutzmanagerin Neuhäuser erläuterte den Status quo im Bereich der Energie- und Wärmewende. Der Ausbau der erneuerbaren Energien gewinnt seit diesem Jahr durch das neue EEG und die Teilfortschreibung des Regionalplans an Fahrt. Gleichwohl sei gerade die Wärmewende die zentrale Herausforderung der kommenden Jahre, so Neuhäuser. Auf kommunaler Ebene müssten die Strukturen für eine Umsetzung der Wärmewende schnellstmöglich aufgebaut werden. Vor allem für kleine Kommunen sei dies schwierig, da es dort keine Stadtwerke gebe. „Hier brauchen wir Unterstützung vom Land und enge Absprachen, damit die kommunalen Wärmepläne auch realisiert werden können.“ Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Kommunen berichteten im Anschluss über ihre Erfahrungen und Herausforderungen bei Projekten im Bereich erneuerbare Energie. Der Landkreis beabsichtigt, eine Stelle für Klimakoordination einzurichten, die die Kommunen dabei unterstützt, den Klimaschutz strategisch bei sich zu verankern.

Die Bürgermeisterversammlung traf sich in den Räumen der Kreissparkasse Ludwigsburg. Deren Vorstandsvorsitzender, Dr. Heinz-Werner Schulte, erläuterte zu Beginn des Treffens die Nachhaltigkeitsstrategie der Kreissparkasse.

Sommertour der Ministerin führt zu zwei Vorzeigeprojekten in Sachen Klimaschutz

Nach der Bürgermeisterversammlung führte die Kreisbereisung von Ministerin Walker, die ab dem Nachmittag auch offizieller Teil ihrer Sommertour war, auf den Römerhügel nach Ludwigsburg. Christian Schneider, Vorsitzender Geschäftsführer der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB), stellte dort die Anlage „solar heat grid“ vor. Diese ist mit 14.800 m² die größte Solarthermie-Anlage Baden-Württembergs und die zweitgrößte in Deutschland. Die SWLB als Betreiberin der Anlage kann nahezu den kompletten Wärmebedarf in ihrem Verbundnetz mit der Sonnenenergie decken, die in die Anlage eingespeist wird. Noch in diesem Jahr werden Ludwigsburg und Kornwestheim ihre Wärmepläne beschließen und stellen sich damit der Herausforderung der Wärmewende in mittelgroßen und großen Kommunen im Landkreis Ludwigsburg. Das Projekt zeigt, dass fossile gegen erneuerbare Energien auch im größeren, kommunalen Rahmen ausgetauscht werden können.

Schließlich informierte sich Ministerin Walker in Tamm über die Wärmeversorgung der jüngsten Stadt im Landkreis. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Martin Bernhard erläuterte Anselm Laube, Geschäftsführer der Ludwigsburger Energieagentur (LEA), das in Rekordzeit geplante und gebaute Wärmenetz im alten Ort, das in diesem Frühjahr in Betrieb gegangen ist. Das Tammer Wärmenetz führt vor Augen, wie schnell Kommunen die Wärmewende vorantreiben können. Für die Umsetzung wurden eigene Stadtwerke gegründet, die den Bau und Betrieb des Wärmenetzes übernehmen. Dabei werden auch lokale erneuerbare Energiequellen an das Netz angeschlossen. Mit dem Projekt reagiert die Stadt auf die Herausforderung der Wärmeversorgung als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge.