Birgit Hannemanns Stimme und Meinung seien im Kreis der Bürgermeister gefragt gewesen, so der Chef der Kreisverwaltung weiter. „Sie haben sich innerhalb kürzester Zeit die Anerkennung und den Respekt in der – auch im Kreis Ludwigsburg – männerdominierten Berufswelt erarbeitet. Ich selbst habe die Zusammenarbeit mit Ihnen immer als sehr angenehm, freundschaftlich und konstruktiv empfunden.“ Geärgert habe er sich nur dann, wenn Hannemann beim Bürgermeister-Wettschießen anlässlich des inzwischen nicht mehr stattfindenden Freiberger Göckelesfests die bessere Trefferquote hatte, so Allgaier augenzwinkernd.
Bürgermeister beziehungsweise Bürgermeisterin, so Allgaier weiter, sei für viele Generationen in der Vergangenheit ein Traumjob gewesen. Denn die damit verbundenen Aufgaben seien abwechslungs- und facettenreich, vielfältig und spannend. Heutige Absolventen der Hochschulen für öffentliche Verwaltung würden nach ihrem Abschluss aber immer öfter auf Kandidaturen verzichten, weil laut einer Studie des Ulmer Politikwissenschaftlers Vinzenz Huzel und der TU Darmstadt die Erwartungen der Öffentlichkeit an das Amt des Bürgermeisters immer größer würden, der Umgangston immer rauer werde und es inzwischen auch gewalttätige Übergriffe gebe. Auch wegen des hohen zeitlichen Einsatzes, der mangelnden Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie der fehlenden Privatsphäre sei das Bürgermeisteramt für viele junge Absolventen nicht mehr attraktiv. Hannemanns Verzicht auf eine erneute Kandidatur und ihre Entscheidung für die Familie sei für viele überraschend gekommen, aber angesichts der erwähnten Studienergebnisse nachvollziehbar. „Das Versprechen einer bürgernahen Politik haben Sie eingelöst – entsprechend groß war das Bedauern unter den Menschen hier vor Ort, als Sie Ihren Entschluss verkündet haben“, stellte der Chef der Kreisverwaltung fest.
Für Hannemanns berufliche Zukunft als Geschäftsführerin des Fachverbands „Zukunft Familie“ wünschte Allgaier Hannemann „viel Erfolg, Durchhaltevermögen, Tatkraft und ab und zu auch die nötige Portion Glück, die wir bei unserem Handeln alle hin und wieder benötigen.“ Der Gemeinde Erdmannhausen wünschte Allgaier „weiterhin eine gute Entwicklung“ und den Gemeinderätinnen und Gemeinderäten sowie dem neuen Bürgermeister Marcus Kohler „stets gute Beschlüsse für die Zukunft Ihrer Gemeinde“.