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Projekt Biomüll-Scouts bringt Teilerfolg

Seit gut einem Jahr sind Biomüll-Scouts im Landkreis Ludwigsburg unterwegs. Das von intensiver Öffentlichkeitsarbeit begleitete Projekt zeigt nun einen ersten Erfolg: Die Störstoffquote im Biomüll ist fast um die Hälfte zurückgegangen.

Eine Reihe von vier Karten in unterschiedlichen Farben zeigt Emotionen an: Grünen mit „Super, danke“, orangefarbenen mit „Ausreichend“, gelben mit „Schlecht“ und roten mit „Sehr schlecht“. Jede Karte enthält ein Symbol eines Gesichts, das den jeweiligen emotionalen Zustand darstellt.

Im Schnitt landen im Biomüll pro Jahr 900 Tonnen an Störstoffen, die aufwändig aussortiert werden müssen. Das entspricht der Menge von 45000 Leerungen. Ein großes Problem sind vor allem Plastiktüten, auch sogenannte kompostierbare Müllbeutel, die sich gar nicht oder zu langsam zersetzen.

Bisher waren die Bioscouts in 24 Städten und Gemeinden des Landkreises unterwegs und haben dort insgesamt rund 24.000 Biotonnen auf ihre Befüllung hin überprüft. Sie waren in Affalterbach, Asperg, Benningen, Bietigheim-Bissingen, Bönnigheim, Freiberg, Großbottwar, Ingersheim, Korntal-Münchingen, Kornwestheim, Löchgau, Freudental, Marbach, Möglingen, Murr, Oberstenfeld, Remseck (teilweise), Sachsenheim, Schwieberdingen, Sersheim, Tamm sowie in einigen Ortsteilen von Ludwigsburg und Vaihingen/Enz.

Der Anteil kontrollierter Biotonnen am Gesamtbestand beträgt 21 Prozent. „Dies bedeutet, dass bereits jede fünfte im Landkreis Ludwigsburg stehende Biotonne von den Bioscouts gesichtet wurde“, informiert AVL-Geschäftsführer Tilman Hepperle. Fehlbefüllte Behälter wurden mehrfach gesichtet.

Der überwiegende Anteil der Tonnen (75 Prozent) war korrekt befüllt und wurde mit einer grünen Banderole markiert. In jeder vierten Biotonne wurden jedoch auch Fehlwürfe festgestellt. Hauptsächlich waren dies in vermeintlich kompostierbaren und herkömmlichen Kunststoffbeuteln verpackte Bioabfälle. Diese Biotonnen wurden mit einer gelben Banderole gekennzeichnet. Gleichzeitig erhielten die betroffenen Haushalte und Wohnanlagen ein Informationsschreiben mit ergänzenden Hinweisen zur korrekten Befüllung von Biotonnen.

Über die Tätigkeit der Bioscouts in den Gemeinden hat die AVL überwiegend positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung bekommen. Positiv sei auch, dass die Nachkontrollen der gelb gekennzeichneten, fehlbefüllten Biotonnen in den meisten Fällen eine Verbesserung der Befüllung erkennen lassen. Eine Sortieranalyse des gesammelten Biomülls aus dem Landkreis Ludwigsburg hat nun ergeben, dass der Anteil der Störstoffe von 2,7 auf 1,4 Gewichtsprozent zurückgegangen ist. Dies entspricht einem Rückgang von 48 Prozent.

Auffällig ist vor allem der hohe Rückgang des Anteils von in Beuteln verpackten küchenstämmiger Bioabfälle, insbesondere Speiseabfälle. Wurden bei der letzten Sortierung noch rund 80 Prozent dieser Abfälle in Beuteln verpackt, sind es gemäß der aktuellen Untersuchung nur noch etwa die Hälfte (52 Prozent). Im Gegenzug hat sich der Anteil der in Papiertüten verpackten Bioabfälle von 13 Prozent auf 72 Prozent erhöht. „Diese Ergebnisse zeigen deutlich die Auswirkung der Arbeit der Bioscouts sowie der Informationsmaterialien und Anschreiben“, freut sich Hepperle. „Wir sind auf einem guten Weg. Die Kontrollen werden aber auch zukünftig notwendig sein, um den Anteil an Störstoffen weiter zu minimieren.“