Gesundheitsdezernentin Dr. Karlin Stark begrüßte die Teilnehmenden und Referentinnen und Referenten. „In aktuellen Zeiten, in denen Corona alles zu überschatten droht, dürfen wir andere ernsthafte Infektionskrankheiten nicht vergessen“, sagte sie. Schirmherr Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schickte eine Videobotschaft und wünschte der „Stoppt-Masern-Kampagne“ des Landkreises viel Erfolg. Weitere Unterstützung für die Kampagne kam ebenfalls per Video von Manfred Lucha, Minister für Soziales und Integration Baden-Württemberg.
Dr. Uschi Traub, Leiterin der Gesundheitsförderung beim Gesundheitsdezernat, fasste die gesetzlichen Regelungen des Masernschutzgesetzes zusammen. Seit dem 30. März 2021 ist die Frist für den Masernschutz-Nachweis bei Betreuten und Beschäftigten, die schon vor dem 1. März 2020 in den Einrichtungen waren, vom 31. Juli 2021 auf den 31.Dezember 2021 verlängert.
Der Erste Bürgermeister der Stadt Ludwigsburg, Konrad Seigfried, berichtete als Träger von Gemeinschaftseinrichtungen, dass die Umsetzung des Masernschutzgesetzes in Ludwigsburg optimal organisiert sei und sehr gut angenommen werde.
Anita Kermisch, Kommissarische Leiterin des Staatlichen Schulamts Ludwigsburg, referierte über Erfahrungen und aktuelle Fragen. Durch die Corona bedingten Schulschließungen war die Vorlage von Original-Impfausweisen erschwert. Zum Teil war es schwierig, die Ausweise zu interpretieren. Auch an den Schulen gab es große Akzeptanz und nur vereinzelte Impfverweigerer.
Kinder- und Jugendarzt Dr. Thomas Kauth, stellvertretender Vorsitzender der Ärzteschaft Ludwigsburg, betonte die Bedrohlichkeit der Masern-Erkrankung und die Wichtigkeit der Impfung: „Masern ist deutlich ansteckender als COVID.“ Die Nachfrage nach Masern-Impfungen in den Praxen hat zugenommen. Neben den gesetzlichen Regelungen stärkt die Masernimpfkampagne des Landkreises Ludwigsburg das Vertrauen in die Masernimpfung durch breit gestreute Informationen und Aufklärung.
Familie Schönbohm erzählte die Geschichte ihres Sohnes Max, der an einer Masernspätfolge, der SSPE (Subakute Sklerosierende Panenzephalitis), nach vielen Jahren im Wachkoma starb. Ein Kurzfilm von Bruder Julian stellt das Schicksal der Familie sehr bewegend dar.
Ab Mai 2021 bietet das Gesundheitsdezernat kostenlose Masern-Titermessungen für Beschäftigte von Gemeinschaftseinrichtungen an. Bei einem schützenden Titer muss kein Impfnachweis vorgelegt werden. Die Blutentnahmen finden donnerstags von Mai bis Juli von 14 bis 18 Uhr statt. Diese sind nur mit Terminvereinbarung unter 07141 144-2520 möglich. Interessierte finden Vorträge und Filme der Infoveranstaltung sowie Fragen und Antworten in den nächsten Tagen auf www.stoppt-masern.de im Internet.
