„Künftig werden noch mehr leichtere Notfälle, beispielsweise Menschen mit einem Atemwegsinfekt oder kleinen Verletzungen, in den Notaufnahmen unserer Kliniken landen statt in den Notfallpraxen, wo sie eigentlich richtig sind. Wir befürchten deshalb eine weitere Überlastung der Notaufnahmen“, ist Landrat Dietmar Allgaier alarmiert. Für die Ärztinnen und Ärzte bedeute das noch mehr Arbeit und für die Patientinnen und Patienten noch längere Wartezeiten. Denn rund 40 Prozent der Bereitschaftszeiten im Land wurden nach Schätzung des KV Baden-Württemberg bisher von den Pool-Ärztinnen und -Ärzten abgedeckt.
„Notaufnahmen dürfen auf keinen Fall lahmgelegt werden“
Die Notaufnahmen seien schon jetzt überlastet und dürften durch die Einschränkung des Betriebs der Notfallpraxen auf keinen Fall lahmgelegt werden, so Landrat Allgaier weiter. „Die Situation hat sich von einem Tag auf den anderen ohne Not drastisch verschlechtert. Der Gesetzgeber muss bei diesem Thema im Interesse der Menschen schnellstmöglich handeln und Abhilfe schaffen durch eine entsprechende Gesetzesänderung. Ansonsten ist die ambulante medizinische Versorgung der Bevölkerung erheblich gefährdet.“