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Mit Bohrstock und Tablet für besseres Wachstum im Wald

Der Klimawandel geht auch an den Wäldern nicht spurlos vorüber. Die Trockenheit setzt den Bäumen zu. Die Förster im Landkreis Ludwigsburg suchen nun nach besser an die Standorte angepassten Baumarten.

Ein Mann steht im Wald, lächelt und hält eine Astschere in der Hand. Er trägt ein rotes T-Shirt und schwarze Hosen. Um ihn herum sind grüne Bäume und dichter Waldboden mit Laub.

Sebastian Peters betreibt Grundlagenforschung zum Klimawandel. Der Forstwissenschaftler untersucht im Laufe dieses Sommers 1000 Hektar Wald im Landkreis – eine Fläche, die etwa 1400 Fußballfeldern entspricht. Peters ist Mitarbeiter der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) und interessiert sich für die Dinge, die unter der Erde liegen. Anhand von Bodenproben wird er die Wuchsbedingungen für Bäume analysieren und wertvolle Grundlagendaten für die richtige Baumartenwahl schaffen.

Die sich verändernden Klimabedingungen sind dem Wald bereits anzusehen. Die lang anhaltende Trockenheit geht an den Waldbäumen nicht spurlos vorbei und setzt den Bäumen immer mehr zu. Die Förster im Landkreis stellen sich deshalb die Frage, welche Baumarten mit den künftigen Bedingungen am besten zurechtkommen werden. „Neben vorhandenem Fach- und Erfahrungswissen bedarf es noch viel Forschungsarbeit, um die Wälder von morgen fit und stabil zu gestalten“, so Dr. Michael Nill, Leiter des Fachbereichs Wald im Landratsamt.

Die im wahrsten Sinne des Wortes grundlegende Entscheidungsbasis für derartige Überlegungen ist der Boden, auf und in dem ein Baum wächst. „Wie tief können die Wurzeln reichen? Wie lange kann Regen gespeichert werden? Sind ausreichend Nährstoffe vorhanden?“ All diesen Fragen widmet sich aktuell Sebastian Peters. Die so genannte Standortskartierung liegt für die meisten Bereiche im Landkreis vor, ist allerdings an manchen Orten noch unvollständig oder veraltet.

Besonders in den Privat- und Gemeindewäldern von Eberdingen, Hemmingen, Markgröningen, Oberriexingen, Sersheim und Vaihingen/Enz wird Peters nun alle 50 Meter eine Bohrprobe entnehmen und auswerten. Die erhobenen Daten zur Bodenart, zu umgebenden Pflanzen, zum Gelände und zum Wasserhaushalt werden direkt im Wald digital erfasst. Die Entnahme der Bodenproben ist eine körperlich anspruchsvolle Aufgabe, bei der kommunale Waldarbeiter und Mitarbeiter Peters tatkräftig unterstützen.

Im Anschluss an die Feldarbeiten werden die ermittelten Daten an der FVA in Freiburg in neue Kartenübersichten zusammengefasst. Auf dieser Basis kann von den Förstern vor Ort entschieden werden, welche Baumarten sich auf welcher Fläche eignen. Peters freut sich auf die vor ihm liegende Zeit im Landkreis: „Durch die Standortskartierung lernt man ein Gebiet von einer ganz anderen Seite kennen.“

Stichwort Standortskartierung:

Aus dem Zusammenspiel von Grundgestein, Klima, Bodenmerkmalen, Lage im Gelände und Vegetation kann die Kartierung der Standorte Empfehlungen geben, welche Baumarten auf einem Standort wachsen können.