Stellvertretend für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreichte Landrat Allgaier das Bundesverdienstkreuz an Hartmut Braun vor zahlreichen geladenen Gästen, darunter der Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung der Alexanderkirche Herbert Pötzsch, der die Auszeichnung mit angeregt hatte. „Dass Sie einen Sinn für das Soziale haben, kann man bereits an Ihrem beruflichen Werdegang ablesen“, stellte Allgaier fest. Als Bezirksnotar sei Braun für die Marbacher Bürgerinnen und Bürger ein geschätzter Ratgeber gewesen und habe sich dabei „weit über die berufliche Pflicht für private und öffentliche Institutionen – so auch die Kirche und Vereine“ eingesetzt.
Im Ehrenamt hat Braun sich vielfältig engagiert: als Marbacher Stadtrat von 1980 bis 1989, in verschiedenen Vereinen, und ab 1991 als Gründungsmitglied des Vereins zur Erhaltung der Alexanderkirche Marbach am Neckar. „Diese Tätigkeit ist auch der Grund, warum wir die Verleihung hier in dieser so bedeutenden Kirche überreichen dürfen“, so Allgaier. Als zweiter Vorsitzender des Vereins habe Braun sich „hartnäckig und mit großer Überzeugung“ für die Erhaltung des bis zum Jahr 2005 dann sanierten Baudenkmals eingesetzt. Durch sein unermüdliches Werben habe Braun beachtliche Spendensummen generiert. „Insgesamt 1,1 Millionen Euro aus privaten Spenden kamen zusammen – das ist wirklich eine herausragende Leistung“, stellte Allgaier fest.
Ein weiteres Ehrenamt sei die Tätigkeit als Notvorstand der Karl-Schaude-Stiftung seit 2007 in Großbottwar-Winzerhausen gewesen. Die Bedeutung dieser Tätigkeit zeige allein schon die Tatsache auf, dass die Bestellung eines ehrenamtlichen Notvorstands ein landesweit einmaliger Vorgang war. Braun sei es dabei nicht um die mögliche Abwicklung der Pflegeeinrichtungen „Haus am Wunnenstein“ sowie des „Seniorenlandhaus Friedericke“ in Abstatt im Landkreis Heilbronn gegangen, sondern um das Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner. „Ihre soziale Ader sorgte für die notwendige Einschätzung, wie die Situation der Bewohner zu retten war. Dafür wurde ein umfangreiches soziales Konzept unter Mithilfe der tatkräftigen Mitarbeiterschaft der beiden Häuser erstellt.“
Heute glänzen sowohl das Haus am Wunnenstein als auch das Seniorenlandhaus Friedericke mit Bestnoten und erfolgreichen Zertifizierungen. Dies, wie auch die Realisierung des Neubaus mit 78 Betten in Winzerhausen, sei dem großartigen Einsatz Brauns zu verdanken, der auch mit nunmehr 80 Jahren noch lange nicht beendet sei: „Und Schlag auf Schlag geht es auch bis heute weiter, denn erst vor einem Monat konnte der nächste Spatenstich zur Erweiterung eben dieses Neubaus gefeiert werden. Die Zahl der Bewohner steigt damit auf 117 – und 13 weitere der so begehrten Kurzzeitpflegeplätze können geschaffen werden.“ Insbesondere freue er sich, so der Landrat, dass der Kreistag zur Unterstützung der Kurzzeitpflegeplätze 650.000 Euro zugesagt hat.
Im Anschluss an seine Rede überreichte Landrat Allgaier Braun das Bundesverdienstkreuz.