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Kooperationspartner im Landkreis Ludwigsburg bekräftigen Engagement für medizinische Soforthilfe

Im Landkreis Ludwigsburg können Betroffene sexualisierter Gewalt seit mehreren Jahren auf ein besonderes Hilfsangebot zählen: Die „Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung“ bietet ihnen eine schnelle, diskrete und respektvolle Versorgung – ohne dass sie sich sofort für eine Strafanzeige entscheiden müssen. Um die dauerhafte Fortführung des Projekts sicherzustellen, kamen nun zentrale Vertreterinnen und Vertreter der Kooperationspartner im Gesundheitsamt des Landratsamts Ludwigsburg zusammen. Gemeinsam unterzeichneten sie eine erneuerte Kooperationsvereinbarung und machten deutlich: Dieses Angebot soll bleiben.

Eine Gruppe von Frauen und einem Mann steht um einen Tisch, auf dem zwei Personen Verträge unterzeichnen. Im Hintergrund ist ein Plakat zu sehen, das gegen sexuelle Gewalt richtet. Alle Beteiligten zeigen Engagement für das Thema und halten Flaggen oder Tücher in der Hand.

Unterzeichnung der erneuerten Kooperationsvereinbarung durch Vertreterinnen und Vertreter der Partnerorganisationen Silbersdistel e.V., Frauen für Frauen e.V., RKH Ludwigsburg und Gesundheitsdezernat des Landratsamts Ludwigsburg. V.l. im Vordergrund: Dr. Karlin Stark, Dezernentin für Gesundheit und Verbraucherschutz, und Prof. Dr. Sebastian Berlit, Ärztlicher Direktor RKH Ludwigsburg (Landratsamt Ludwigsburg).

Bereits seit 2021 besteht die Möglichkeit, sich nach einer Vergewaltigung im RKH Klinikum Ludwigsburg medizinisch untersuchen und gerichtsfest Beweise sichern zu lassen – anonym und ohne direkte Einbindung der Polizei. Damit wird Betroffenen Zeit verschafft, um in Ruhe und mit Unterstützung zu entscheiden, ob und wann sie juristische Schritte gehen möchten.

Die Spurensicherung erfolgt rechtsmedizinisch fundiert und unter hohen Standards der Vertraulichkeit. Das gesammelte Material wird anonymisiert an das Institut für Rechtsmedizin in Heidelberg übergeben und dort – je nach Alter – ein Jahr (bei Erwachsenen) bzw. bis zum vollendeten 19. Lebensjahr (bei Minderjährigen) aufbewahrt. Neben der medizinischen Versorgung eröffnet das Angebot auch den Zugang zu psychosozialer Beratung und Nachsorge.

Starke Kooperation für nachhaltige Unterstützung

Möglich wird das Angebot durch die enge Zusammenarbeit verschiedener Institutionen im Landkreis: Das Gesundheitsamt mit der Fachbereichsleiterin Dr. Uschi Traub und Mandy Bronner, die Beratungsstellen Frauen für Frauen e.V. und Silberdistel e.V., das RKH Klinikum Ludwigsburg sowie die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Cynthia Schoenau, die das Projekt mit initiiert hat. Für die medizinische Umsetzung ist unter anderem die Oberärztin Iris Georgiadou von der Frauenklinik verantwortlich. Die Gesundheitsdezernentin Dr. Karlin Stark sowie der Ärztliche Direktor der Frauenklinik, Prof. Dr. med. Sebastian Berlit, betonten beim Treffen die Wichtigkeit, diese sensible Versorgung als festen Bestandteil der Gesundheitslandschaft im Landkreis zu etablieren.

Das Projekt basiert auf einem Modell des Frauennotrufs Frankfurt und ist mittlerweile an vier Standorten in Baden-Württemberg aktiv – neben Ludwigsburg auch in Heilbronn, Pforzheim und im Rems-Murr-Kreis. Der Landkreis Ludwigsburg übernimmt hier eine Vorreiterrolle, indem er das Projekt nicht nur fortführt, sondern auch aktiv weiterentwickelt.

Beratungsstellen und Kontaktmöglichkeiten

Für betroffene Personen stehen im Landkreis zwei spezialisierte Fachberatungsstellen zur Verfügung: Silberdistel e.V. für junge Menschen bis 20 Jahre und Frauen für Frauen e.V. ab 21 Jahren. Beide bieten kostenfreie und vertrauliche Beratung – auf Wunsch anonym und mehrsprachig.

Bei Fragen zum Projekt oder für weitere Auskünfte stehen Dr. Uschi Traub, Leiterin Gesundheitsförderung im Gesundheitsdezernat des Landratsamts Ludwigsburg, oder Mandy Bronner, telefonisch unter 07141 144-2520 oder per E-Mail gesundheitsfoerderung[at]landkreis-ludwigsburg.de zur Verfügung. Weitere Infos auch unter www.soforthilfe-nach-vergewaltigung.de