Bereits vor den ersten Niederschlägen wurden Präventivmaßnahmen ergriffen. Die Straßenmeistereien begannen gestern Abend mit den Vorbereitungen und waren seit heute Nacht um 3 Uhr im Einsatz. Präventives Streuen auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen außerhalb der Ortschaften trug entscheidend zur Verkehrssicherheit bei. Zwölf eigene Winterdienstfahrzeuge sowie acht Fahrzeuge von Vertragsunternehmen waren im Dauereinsatz, wobei zwischen 20 und 30 Mitarbeitende kontinuierlich die Straßen versorgten und sicherstellten, dass priorisierte Verkehrsachsen wie Bundesstraßen, Hauptverkehrsrouten und Busstrecken befahrbar blieben.
„Unsere Teams in den Straßenmeistereien sind hochprofessionell organisiert“, erklärte Landrat Dietmar Allgaier. „Alle Mitarbeitenden im Winterdienst sind den gesamten Winter über in Bereitschaft versetzt. So sind sie schnell einsatzbereit, wenn sich eine Gefahrenlage wie das Glatteis ankündigt.“
Einsätze der Integrierten Leitstelle
Parallel dazu waren die Kräfte der Integrierten Leitstelle stark gefordert. Im gesamten Landkreis wurden zahlreiche Notfälle gemeldet, was dazu führte, dass die MANV-Stufe 50 (Massenanfall von 50 Verletzten) ausgerufen wurde. Rettungskräfte, Feuerwehr, Bevölkerungsschutz sowie eine eigens eingerichtete Führungsgruppe aus leitendem Notarzt, Kreisbrandmeister, Fachberater Bevölkerungsschutz und organisatorischem Leiter Rettungsdienst arbeiteten Hand in Hand, um die Vielzahl von Einsätzen zu koordinieren. Besonders betroffen waren die Regionen Bietigheim-Bissingen und Vaihingen (Enz).
Zahlreiche Patienten in den Notaufnahmen
Landrat Allgaier informierte sich bei Professor Dr. Oliver Hautmann, dem ärztlichen Direktor des RKH Klinikums Ludwigsburg über die Lage in der Notaufnahme. Bereits um 10 Uhr waren dort 80 Patientinnen und Patienten in der Unfallaufnahme in Behandlung. Zur gleichen Zeit waren es im RKH Krankenhaus Bietigheim-Vaihingen 38. Die Bandbreite der Verletzungen reichte von Prellungen über Frakturen bis zum Polytrauma. Bis zum Nachmittag (Stand 15.1.2025, 13:50 Uhr) waren es in Ludwigsburg insgesamt 168 Patientinnen und Patienten in der Zentralen Notaufnahme, in Bietigheim 136.
Lage entspannt sich langsam
Die Lage hat sich am späten Mittwochvormittag beruhigt, da der Niederschlag nachgelassen hat und Tauwetter in den Nachmittagsstunden erwartet wird. Die Einsatzkräfte bleiben jedoch weiterhin in erhöhter Bereitschaft, um bei Änderungen der Wetterlage umgehend reagieren zu können.
„Ich möchte den Mitarbeitenden der Straßenmeistereien, der Integrierten Leitstelle, der Feuerwehr sowie der Rettungsdienste und der Kliniken sehr herzlich danken“, so Landrat Allgaier. „Ihr Einsatz unter diesen widrigen Bedingungen verdient großen Respekt und Anerkennung. So konnten zahlreiche Unfälle verhindert werden.“ Den Patientinnen und Patienten, die sich aufgrund des Glatteises verletzten, wünschte der Landrat gute Besserung.