Die Nachfrage nach regionalem Brennholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist derzeit so groß wie lange nicht mehr. Aus gutem Grund: Kauft man Brennholz aus der Region ist der Aufwand für Transport gering. Außerdem weiß man wo das Holz her kommt, was beispielsweise bei Pellets häufig nicht der Fall ist. Nicht zuletzt macht selbst aufgearbeitetes Brennholz sogar „zweimal warm“ – zuerst beim Sägen und Spalten und danach nochmal beim Heizen.
„Die Regionalität und die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder sind zwingende Voraussetzungen, wenn man die Bemühungen um Klimaneutralität unterstützen will. Klimabewusstes Heizen mit Holz ist hierbei ein wichtiger Baustein“ so Dr. Michael Nill, Leiter des Fachbereichs Wald im Landratsamt Ludwigsburg. „Leider scheint das in der Debatte über das Verbrennen von Holz immer wieder in Vergessenheit zu geraten.“ Inzwischen liegen zwei ungewöhnliche Winter mit vielen Einschränkungen auch bei den jährlichen Brennholzverkäufen im Landkreis Ludwigsburg hinter uns. Zeit für Waldbesitzer, Förster und Brennholzkunden Bilanz zu ziehen.
Bereits zum zweiten Mal mussten die Brennholzverkäufe auch im Landkreis Ludwigsburg digital durchgeführt werden. Was im Jahr 2020 noch als unlösbare Aufgabe erschien, ist heute schon beinahe Routine. „Die Forstrevierleiter und die waldbesitzenden Kommunen haben sich im Herbst 2020 in enger Abstimmung auf Verfahren für den digitalen Brennholzverkauf geeinigt.“ erinnert sich Dr. Nill. „So vielfältig die Kommunen und Reviere, so vielfältig auch die Lösungen“. Ganz grob lassen sich die gefundenen Lösungen in zwei Kategorien einteilen: die schriftliche Versteigerung nach dem „Meistgebotsprinzip“ oder der Verkauf zum Festpreis nach dem „Windhundprinzip“.
Die Verfahren haben gut funktioniert, die allermeisten Brennholzkunden haben ihrem Bedarf entsprechend genügend Holz bekommen. Schade ist, dass der direkte Kontakt zwischen Waldbesitzer, Förstern und Brennholzkunden dabei zu kurz gekommen ist. Zudem bedeutete das digitale Verfahren teils einen Mehraufwand für Waldbesitzer und Brennholzkunden, es kam außerdem teilweise zu Verteilungs- oder Preisproblemen – je nachdem, ob nach dem „Windhundprinzip“ oder nach dem „Meistgebotsprinzip“ verkauft wurde.
Dank dem Engagement aller Beteiligten haben die digitalen Versteigerungen den Umständen entsprechend gut funktioniert. Aber: alle wollen wieder zurück zu den gewohnten Brennholzverkäufen in Präsenz! Der Fachbereich Wald im Landratsamt hofft deshalb, dass der Brennholzverkauf im nächsten Winter wieder in bewährter Tradition stattfinden kann.
